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Uhren um 1 Stunde zurückgestellt: Es ist wieder Winterzeit

dpa Braunschweig. Die Uhren sind umgestellt - das bedeutet aber nicht, dass sich alle einfach über eine Stunde mehr Schlaf gefreut haben. Der Druck in der EU gegen eine Zeitumstellung wächst. Wissenschaftler bleiben hingegen gelassen.

Grundsätzlich soll die halbjährliche Zeitumstellung abgeschafft werden - die Frage ist nur: Soll dann ständig die Sommer- oder die Winterzeit gelten?. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Grundsätzlich soll die halbjährliche Zeitumstellung abgeschafft werden - die Frage ist nur: Soll dann ständig die Sommer- oder die Winterzeit gelten?. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Es war die längste Nacht dieses Jahres: Pünktlich um 3 Uhr wurden am Sonntagmorgen die Uhren um eine Stunde zurückgestellt.

„Es hat wieder reibungslos geklappt“, sagte der Physiker Dirk Piester am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Hierzulande und in den meisten Ländern Europas gilt damit wieder die Normalzeit - oft auch Winterzeit genannt.

Piester, die die Umstellung zu Hause an einer Funkuhr verfolgte, hat die Uhren für die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) im Blick. Die Behörde in Braunschweig ist für die technische Umsetzung in Deutschland zuständig.

Die gewonnene Stunde in der Nacht bedeutete für viele Menschen einfach etwas mehr Schlaf. Darüber hinaus wird über Sinn und Zweck der Zeitumstellung seit langem gestritten. Fraglich ist, ob damit tatsächlich Energie gespart wird. Mit diesem Ziel wurde sie 1980 in Deutschland wieder eingeführt. Immer am letzten Sonntag im März und am letzten Sonntag im Oktober wird jeweils am Zeiger gedreht.

Nach einer europaweiten Umfrage, in der sich die deutliche Mehrheit der Teilnehmer für eine Reform aussprach, will die Europäische Union dies auch umsetzen. Die Position der EU-Kommission ist klar, das Europaparlament macht ebenfalls Druck. Die Abgeordneten sprachen sich mit deutlicher Mehrheit für eine Abschaffung der Zeitumstellung im Jahr 2021 aus. Das Problem: Es bräuchte auch eine Mehrheit unter den EU-Staaten - und die ist nicht in Sicht.

Auch aus Berlin hieß es kürzlich, dass die Bundesregierung sich noch nicht festgelegt habe, ob sie bei einem Ende der Zeitumstellung für eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit ist. Es darf also munter weiter diskutiert werden.

Die Experten der PTB haben mehrmals betont, dass jeder Beschluss ohne nennenswerten Aufwand umgesetzt werden könne. „Persönlich bin ich aber gegen die Abschaffung“, sagte Wissenschaftler Piester. „Einfach weil dadurch die langen Abende im Sommer mit viel Sonnenlicht möglich sind.“

Gelassen blickt auch der Wissenschaftler Thomas Penzel aus Berlin auf das Thema. „Schlafstörungen erwarte ich nicht“, sagte der Leiter vom Schlafmedizinischen Zentrum der Charité. Von Transatlantikflügen sei bekannt, wie schnell die Umstellung oft funktioniere. Laut Penzel ist es aber möglich, morgens länger wach zu liegen oder abends schwieriger einzuschlafen. Entscheidend sei die Gesamtschlafdauer.

Professor Penzel erinnert daran, dass die Zeitumstellungsgegner bei der EU-Umfrage zum Großteil aus Deutschland kamen. Zwischen Frankfurt/Oder am östlichen Rand und Aachen im Westen gebe es aber ohnehin eine Stunde Zeitunterschied in Bezug auf den Sonnenaufgang. Menschen, die dennoch darunter leiden, empfiehlt der Wissenschaftler, auf die Schlafhygiene zu achten. Das bedeute regelmäßiges Zubettgehen und Aufstehen - notfalls auch mit Hilfe eines Weckers.

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Erstellt:
27. Oktober 2019, 09:33 Uhr

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