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Ulm rechnet mit bayerischen Einkaufstouristen

dpa Ulm. Wer will, der darf seit Montagmorgen in Baden-Württemberg wieder in vielen Läden shoppen gehen. In Bayern bleiben dagegen Boutiquen und Buchhandlungen noch eine Woche zu. Ist Einkaufstourismus in den Grenzregionen damit vorprogrammiert?

Passanten gehen bei Sonnenschein durch eine Einkaufsstraße in einer Fußgängerzone. Foto: Gregor Fischer/dpa/Symbolbild

Passanten gehen bei Sonnenschein durch eine Einkaufsstraße in einer Fußgängerzone. Foto: Gregor Fischer/dpa/Symbolbild

In Ulm ja, in Neu-Ulm nein: Während im Südwesten seit Montag in vielen Geschäften wieder geshoppt werden darf, bleiben die meisten Läden in Bayern noch bis kommende Woche geschlossen. Die beiden Nachbarländer gehen getrennte Wege bei den Lockerungen während der Corona-Epidemie. Die Stadt Ulm rechnet deshalb mit bayerischen Einkaufstouristen, wie eine Sprecherin am Montag auf Anfrage sagte. Befürchtungen, dass der Ansturm aus dem bayerischen Neu-Ulm in den kommenden Tagen zu groß sein könnte, gebe es aber nicht.

Zahlreiche Bayern seien schon in die Ulmer Baumärkte geströmt, die im Freistaat bis zu dieser Woche geschlossen gewesen waren. „Die unterschiedlichen Corona-Regelungen von Baden-Württemberg und Bayern zeigen sich in Ulm aufgrund seiner Lage an der Landesgrenze besonders deutlich“, sagte die Sprecherin. Die Polizei, das Ordnungsamt und die Gewerbeaufsicht würden die Lage genau im Blick behalten, die Woche über Kontrollen durchführen und den Läden beratend zur Seite stehen.

Der bayerische Einzelhandel bezeichnete die unterschiedlichen Lockerungen in den Nachbarländern als große Ungerechtigkeit. „Die Staatsregierung lässt uns am ausgestreckten Arm verhungern“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann, der Deutschen Presse-Agentur. Im Einzelhandel zähle aktuell jeder Tag. „Um manche Geschäfte kreist schon der Pleitegeier.“ Ohlmann hofft, dass die Menschen in den Grenzgebieten aus Verbundenheit zum lokalen Handel mit dem Shoppen noch eine Woche warten. Der kommende Montag werde sehnsüchtig erwartet.

In Baden-Württemberg und vielen anderen Bundesländern dürfen seit Montag kleine und mittelgroße Läden von bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche öffnen. Unabhängig von der Fläche haben auch Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen wieder geöffnet. In Bayern dagegen müssen die Menschen noch eine Woche warten.

Die Regierungschefs von Bayern und Baden-Württemberg wollen sich zeitnah zu einem Corona-Krisengespräch treffen. „Ich werde diese Woche noch mich mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten (Winfried Kretschmann, Grüne), mit Distanz, aber in Ulm treffen, um die gemeinsamen Entwicklungen zu beraten“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag.

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Erstellt:
20. April 2020, 15:29 Uhr

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