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Umstieg auf neue Bahnanbieter ruckelt schon wieder

dpa/lsw Heilbronn. Seit Pfingsten sind Go-Ahead und Abellio im Südwesten auf der Schiene unterwegs und kämpfen seither mit massiven Problemen. Für Phase zwei sind die Vorzeichen nun wieder nicht so gut.

Ein Zug des Zugbetreibers Go-Ahead steht am Stuttgarter Hauptbahnhof. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Ein Zug des Zugbetreibers Go-Ahead steht am Stuttgarter Hauptbahnhof. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Auf den Nahverkehrs-Strecken ab Stuttgart müssen sich Bahnfahrer auf den nächsten holprigen Betreiberwechsel einstellen. Wenn die Unternehmen Abellio und Go-Ahead Mitte Dezember weitere Linien im neu aufgeteilten Stuttgarter Netz übernehmen, fehlen ihnen erneut die dafür benötigten Züge, wie sie am Donnerstag mitteilten. Die Hersteller Bombardier und Stadler kommen mit der Lieferung immer noch nicht nach.

Die Folge: Wie schon zum Start der ersten Betriebsstufe im vergangenen Juni müssen Go-Ahead und Abellio nun erneut ihren Plan B aus der Schublade holen: sich ältere Züge unter anderem von der Deutschen Bahn zusammenleihen oder einzelne Strecken gleich komplett an Subunternehmer weiterreichen. So schlimm wie damals soll es diesmal aber nicht werden.

Abellio übernimmt am 15. Dezember von der DB Regio die Strecke von Stuttgart über Heilbronn nach Mannheim beziehungsweise Osterburken. Go-Ahead wird neu auf den Linien Stuttgart-Ulm, Stuttgart-Würzburg und Stuttgart-Nürnberg unterwegs sein.

Abellio versicherte am Donnerstag in Heilbronn, die vom Land bestellten Leistungen trotz allem zu erbringen. „Wir werden den Fahrplan entsprechend der Ausschreibung erfüllen“, sagte Geschäftsführer Roman Müller. Kleine Einschränkung: Auf der Strecke Stuttgart-Mannheim (RE10) müssen Fahrgäste einige Monate lang in Heilbronn den Zug wechseln - von Abellio zu DB Regio oder umgekehrt.

Go-Ahead-Geschäftsleiter Hans-Peter Sienknecht sprach für die von seinem Unternehmen bedienten Strecken von „Kleinstanpassungen, die verschmerzbar sein sollten“. So wird es die eigentlich geplanten Nachtzüge auf der Strecke Stuttgart-Ulm erst einmal nicht geben. Und der IRE 1, den Go-Ahead schon seit Pfingsten betreibt, wird von Karlsruhe aus vorerst weiter nur bis Schwäbisch Gmünd und nicht, wie eigentlich gedacht, bis nach Aalen fahren.

Schon zum Start der beiden Anbieter zu Pfingsten hatte es massive Probleme gegeben. Go-Ahead hatte seine Züge von Stadler so spät bekommen, dass keine Tests mehr möglich waren und daraufhin technische Probleme monatelang für Verspätungen und Ausfälle sorgten. Abellio wiederum hatte von Bombardier so gut wie gar keine neuen Züge rechtzeitig erhalten.

Vertreter beider Hersteller verwiesen am Donnerstag auf die enorme Komplexität der Aufträge. Sie zeigten aber auch Verständnis für den Unmut, der insbesondere Bombardier aus dem Verkehrsministerium entgegenschlägt. „Wieder einmal“ habe das Unternehmen seine Zusagen nicht eingehalten, kritisierte ein sichtlich ungehaltener Amtschef Uwe Lahl. „Ich glaube den Zusicherungen dieses Unternehmens nicht mehr.“ Über Möglichkeiten, wie die Fahrgäste für die Verspätungen und Ausfälle der vergangenen Monate und für mögliche künftige Probleme entschädigt werden könnten, werde noch verhandelt.

Lahl lobte zugleich die Zusammenarbeit der Bahnunternehmen, die, obwohl Konkurrenten, die Probleme im Zusammenspiel in Angriff genommen hätten. Insbesondere verwies er auf die Rolle der in den Ausschreibungen unterlegenen Deutschen Bahn. „Ohne die Deutsche Bahn hätten wir das nicht hingekriegt“, sagte er.

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Erstellt:
21. November 2019, 16:14 Uhr

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