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Umweltamt-Chef: Abgasreinigung hilft Klimaschutz wenig

dpa Berlin. Vor dem „Autogipfel“ mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Präsident des Umweltbundesamts sich gegen eine weit gefasste Kaufprämie für Neuwagen ausgesprochen. „Von einer pauschalen Abwrackprämie für alte Autos halte ich wenig“, sagte Dirk Messner der Deutschen Presse-Agentur. „Selbst Neufahrzeuge mit der neusten Abgasreinigung helfen nur wenig beim Klimaschutz.“ Ihre CO2-Emissionen lägen in der Praxis im Schnitt nur wenig unter denen der Altfahrzeuge. „Eine Kaufförderung kann ich mir allenfalls für wirklich sparsame Autos mit CO2-Emissionen unter 95 Gramm pro Kilometer vorstellen“, sagte Messner.

Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

Damit ist die Latte hoch gelegt, denn diese Marke kann nach Einschätzung des Umweltbundesamts hauptsächlich von Hybridfahrzeugen oder solchen mit reinem Elektromotor eingehalten werden. Für sie gibt es bereits eine Kaufprämie von bis zu 6000 Euro zur Förderung der E-Mobilität.

Messner schlug vor, den Anteil des Bundes an diesem „Umweltbonus“ eine Zeit lang zu verdoppeln. „Ergänzend könnte man eine Kaufprämie für den Bau neuer Ladepunkte einführen“, schlug er vor. „Beides hilft dem Klima deutlich besser, als eine Förderung neuer Pkw mit Verbrennungsmotor.“

Der Umweltamt-Chef mahnte aber auch, dass nicht nur auf das Auto geschaut werden dürfe. „Im Ergebnis des Autogipfels und darauf folgender Beschlüsse muss klimaverträgliche Mobilität gefördert werden“, sagte er. „Der öffentliche Verkehr braucht wie alle anderen von Corona betroffenen Branchen jetzt schnelle und unbürokratische Hilfe.“ Leisere Innenstädte und besserer Luft bekomme man nur mit „wirklichen Alternativen zum klassischen Verbrennungsmotor“.

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Erstellt:
4. Mai 2020, 17:23 Uhr

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