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UN-Konferenz einigt sich auf Regeln beim Klimaschutz

Wirtschaft ist zufrieden mit Beschlüssen von Kattowitz – Umweltverbände reagieren enttäuscht

Nach 13-tägigen Verhandlungen ist die Weltklimakonferenz in Kattowitz (Polen) beendet worden. Neue Regeln sollen für eine bessere Vergleichbarkeit des Klimaschutzes der Länder sorgen.

KatTowitz Mit einem mutigen Sprung über den Podiumstisch hat der polnische Konferenzpräsident Michal Kurtyka am Samstag in der Schlusssitzung der Weltklimakonferenz in Kattowitz noch mal alle Aufmerksamkeit auch sich gezogen. „Das ist ein historischer Moment“, sagte Kurtyka unter dem Jubel und Beifall des Plenums.

Nach schwierigen Verhandlungen haben sich 197 Staaten der Welt bei diesem UN-Gipfel auf ein Regelwerk für den Klimaschutz verständigt. Im Kern geht es in dem 133 Seiten starken Abschlussdokument darum, zwischen den Ländern eine höhere Transparenz und Vergleichbarkeit bei der Minderung des Treibhausgasausstoßes zu erreichen. Auf der Grundlage dieser Beschlüsse will der UN-Generalsekretär António Guterres mit den Staats- und Regierungschefs im September 2019 in New York über größere nationale Anstrengungen aller Staaten bei der Vermeidung klimaschädlicher Emissionen verhandeln. Sie sind notwendig, um die Erderwärmung auf 1,5 bis zwei Grad zu beschränken, wie es im Pariser Klimaabkommen vereinbart worden war.

Für Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ist es zentral, dass künftig weltweit die gleichen Regeln gelten. „Wir haben erreicht, dass sich zum ersten Mal nicht nur die halbe, sondern die ganze Welt beim Klimaschutz in die Karten schauen lässt“, erklärte sie nach dem Gipfel. Guterres bezeichnete die Beschlüsse von Kattowitz als soliden Fahrplan für den Klimaschutz. Für ihn zähle jetzt nur noch Ehrgeiz, betonte er: bei der Kohlendioxid-Minderung, bei den Finanzen, bei der Anpassung an den Klimawandel und den technischen Innovationen.

Vertreter der deutschen Wirtschaft bewerteten die Ergebnisse des Klimagipfels in Polen als positiv, während Umweltverbände eher enttäuscht reagierten. Der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK) sprach von soliden und fairen Klimaschutzregeln. „Wichtig ist für die Unternehmen, dass alle Staaten ähnlichen Verpflichtungen unterliegen“, betonte der DIHK-Präsident Eric Schweizer. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sprach von tragfähigen Kompromissen, der Verband der chemischen Industrie von einem ersten Schritt zu einem echten globalen Klimaschutz.

Dagegen zeigte sich Jennifer Morgan von Greenpeace enttäuscht. „Die Klimakrise erfordert von der EU eine stärkere Antwort als bloß ein Lippenbekenntnis für mehr Ambition“, klagte sie. Der Präsident des Naturschutzbundes, Olaf Tschimpke, bedauerte, dass das Regelbuch Lücken lasse und er befürchtet, dass es nun zu Doppelzählungen von Emissionen kommen wird. Unzufrieden mit dem Ergebnissen zeigte sich auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland: „Auf dieser Konferenz wurde die Dringlichkeit der Klimakrise in fast jeder Rede der politisch Verantwortlichen erwähnt . Das Ergebnis ist jedoch sehr weit von einer adäquaten Antwort entfernt.“ Der WWF sprach von Fortschritten in Kattowitz, die aber nicht reichten, um die Erderhitzung bei 1,5 Grad zu stoppen und Mensch und Natur vor einem Klimakollaps zu bewahren.

Auch Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sprach von einer herben Enttäuschung. Die Zeit für den Klimaschutz drängt: Die Jahre 2015 bis 2018 waren nach Analysen der Weltwetterorganisation die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Und die 20 wärmsten lagen in den vergangenen 22 Jahren. Geht es so weiter, ist die Welt zum Ende des Jahrhunderts wohl um drei Grad wärmer.

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Erstellt:
17. Dezember 2018, 03:14 Uhr

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