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„Und immer ein Lächeln im Gesicht“

Laufend BKZ startet in die achte Runde und Kursleiterin Brigitte Würfel setzt beim Training nicht zuletzt auf gute Laune

Fitter werden, gesünder leben, die Risikofaktoren fürs Herz-Kreislauf-System senken, vielleicht das Gewicht reduzieren – im Stakkato-Stil kann Brigitte Würfel die Argumente aufzählen, warum es eine gute Idee ist, das Sofa zu verlassen und bei Laufend BKZ mitzumachen. Die Leiterin des Kurses, den die Backnanger Kreiszeitung in Kooperation mit der AOK zum achten Mal startete, setzt beim Training aber nicht zuletzt auf gute Laune.

AOK-Sportpädagogin Brigitte Würfel gibt bei Laufend BKZ auch in der achten Runde die Richtung vor. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

AOK-Sportpädagogin Brigitte Würfel gibt bei Laufend BKZ auch in der achten Runde die Richtung vor. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Wie sagte es Emil Zátopek einst so schön: „Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.“ So selbstverständlich die Sache für die tschechische Sportlegende, die 1948 in London und 1952 in Helsinki über 5000 und 10000 Meter sowie im Marathon insgesamt vier Olympiasiege feierte, auch gewesen sein mag, so sehr hat sich die Bequemlichkeit heutzutage ins Leben vieler Menschen eingeschlichen. Elektro-Roller, E-Bike, Aufzug, Auto: Es gibt viele Möglichkeiten, von A nach B zu kommen, ohne die eigenen Beine bewegen zu müssen.

Auf die Dauer tut es dem Körper allerdings nicht gut, wenn er viel zu selten gefordert wird. Dem zu begegnen, hat sich Laufend BKZ auf die Fahnen geschrieben – und das schon seit 2012, als sich im September nach den Sommerferien zum ersten Mal eine Truppe von rund 40 Einsteigern bildete, die sich dreieinhalb Monate auf den Backnanger Silvesterlauf vorbereitete. 2013 kamen die Fortgeschrittenen dazu, seitdem waren es Jahr für Jahr etwa 60 bis 65 Frauen und Männer, die unter der Anleitung von AOK-Sportpädagogin und Gesundheitsexpertin Brigitte Würfel an ihrer Fitness arbeiteten. Die Einsteiger mit dem Ziel, das 10-Kilometer-Rennen in der Innenstadt der Murr-Metropole am 31. Dezember ohne Probleme absolvieren zu können. Die Fortgeschrittenen mit dem Anspruch, sich weiter zu verbessern und eine bestimmte Zeit zu erreichen.

Am vergangenen Montagabend startete das Projekt mit einem Info-Abend in seine inzwischen achte Runde, einen Tag später wurde auf dem Waldspielplatz im Plattenwald zum ersten Mal gemeinsam trainiert. Was die Teilnehmer sofort registrierten, ist die Bedeutung, die Würfel den Aufwärmübungen beimisst. „Die sind extrem wichtig, um den Körper auf Betriebstemperatur zu bringen und Verletzungen vorzubeugen“, erklärt sie es vor allem all denen mit einer Eselsgeduld, die am liebsten sofort losrennen würden. Nachdem das erledigt war, stand zum Auftakt für alle ein sogenannter Sichtungslauf auf dem Programm. Die erzielten Zeiten dienen dazu, für die ersten Wochen mehrere ausgeglichene Gruppen zu bilden, damit möglichst niemand über- oder unterfordert wird.

Während die Fortgeschrittenen danach in den Wald entschwinden durften, um eine etwas größere Runde zu drehen, absolvierten die Einsteiger Dreiecksläufe mit dem Ziel, ein konstantes Wohlfühltempo zu entwickeln. Mit den unverzichtbaren Dehn- und Kräftigungsübungen als letztem Trainingsbaustein endete das erste Treffen, weitere 14 Dienstage folgen bis Weihnachten – dabei geht’s einmal auf die Stadionlaufbahn, um an der Tempohärte zu arbeiten. Dazu kommen ein Lauf auf topfebener Strecke entlang der Murr im November, bei dem die Teilnehmer einen ersten Versuch wagen können, tatsächlich die zehn Kilometer in Angriff zu nehmen, sowie vier Probeläufe auf der Silvesterlaufstrecke an den Donnerstagen ab dem 28. November. Und natürlich die Hausaufgaben, mit deren konsequenter Erledigung an zwei weiteren Tagen jeder Woche sich die Wahrscheinlichkeit noch einmal deutlich erhöht, binnen drei Monaten tatsächlich vom Sofasportler zum Silvesterläufer zu werden. Die Erfahrung aus sieben Laufend-BKZ-Kursen zeigt: Es ist wirklich machbar und kein Hexenwerk.

Emil Zátopek hätte bei Brigitte Würfel aber schlechte Karten gehabt, da zu dessen bekanntesten Zitaten auch dieser Satz gehört: „Ich bin nicht talentiert genug, um beim Laufen auch noch lächeln zu können.“ Dagegen gehört für die erfahrene AOK-Sportpädagogin gute Laune beinahe zwingend dazu. „Und immer ein Lächeln im Gesicht“, rief sie den Teilnehmern zu, die gerade dabei waren, die vorgegebenen Aufgaben zu erledigen. Mag das Lächeln am Anfang hier und da noch ein bisschen gequält daherkommen, mit dem kontinuierlichen Formanstieg fällt es zunehmend leichter. Zeit ist bis Silvester noch genug.

Info
Das Trainingsprogramm in den ersten zwei Wochen

Einsteigern, die sich auf eigene Faust oder als Kleingruppe auf den Backnanger Silvesterlauf vorbereiten wollen, bietet unsere Zeitung in den nächsten dreieinhalb Monaten einen Extra-Service. Regelmäßig werden die AOK-Trainingspläne veröffentlicht, an denen sich auch die Laufend-BKZ-Gruppe orientiert. Heute: Woche eins und zwei.

1. Woche, 1. und 2. Einheit: 2 x 2 Minuten Laufen mit jeweils 2 Minuten Gehpause. – 3. Einheit: 2 x 3 Minuten Laufen mit jeweils 2 Minuten Gehpause. – Bei guter Verfassung jeweils einmal wiederholen.

2. Woche, 4. und 5. Einheit: 2 x 4 Minuten Laufen mit je 2 Minuten Gehpause. – 6. Einheit: 2 x 5 Minuten Laufen mit jeweils 2 Minuten Gehpause. Eventuell wiederholen.

Für alle Einheiten gilt: 5 Minuten locker Einlaufen mit Koordinationsübungen; Laufen im errechneten Pulsbereich (Männer: 220 minus Alter, davon 75 Prozent; Frauen: 226 minus Alter, davon 75 Prozent; jeweils für gesunde Menschen, +/– 10 Schläge); 5 Minuten Auslaufen, danach Dehn- und Kräftigungsübungen. Zwischen den Einheiten sollte mindestens ein Tag Pause liegen.

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Erstellt:
13. September 2019, 11:30 Uhr

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