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Unfreiwilliger Abschied für sieben Stadträte

Sogar der frühere CDU-Fraktionschef Volker Schwarze scheitert

Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

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Von Kornelius Fritz

BACKNANG. Kommunalwahlen sind Persönlichkeitswahlen: Wer in den Gemeinderat einzieht, entscheiden alleine die Wähler. So kann es passieren, dass amtierende Kommunalpolitiker ihren Sitz im Gremium verlieren, selbst wenn die Liste, auf der sie kandidiert haben, zu den Gewinnern zählt. In Backnang müssen diesmal gleich sieben Stadträte, die zur Wahl angetreten waren, ihren Platz räumen, 2014 war es nur ein einziger.

Nicht wiedergewählt wurden Norwin Balmer, Volker Schwarze, Ingrid Beerkircher (alle CDU), Theodora Tiftikoglou (SPD), Eric Bachert (Bürgerforum/FDP), Volker Bäßler (CIB) und Wolfgang Schwalbe, der diesmal ebenfalls auf der CDU-Liste kandidiert hatte. Überraschend ist vor allem Schwarzes Scheitern, immerhin war er bis 2015 CDU-Fraktionsvorsitzender und hatte bei der Wahl 2014 mit 8889 Stimmen das zweitbeste Ergebnis aller Stadträte erzielt. Diesmal erhielt der Vermessungsingenieur nur noch 4824 Stimmen. Das bedeutete Platz neun bei der CDU, die künftig aber nur noch sieben Stadträte stellt.

Schwarze selbst trägt seine Abwahl mit Fassung: „Demokratie ist immer eine Herrschaft auf Zeit, das muss man sportlich sehen“, sagt er. Zumal er auch eine Erklärung für sein schlechtes Abschneiden hat: „Durch meine private Situation war ich in den vergangenen Jahren nicht mehr so präsent, wie es erwartet wird.“ Nach der Geburt seines Sohnes hatte Schwarze bereits den Fraktionsvorsitz an Ute Ulfert abgegeben. „Die Gemeinderatsarbeit war für mich ein privater Kraftakt“, sagt der 54-Jährige, der sich jetzt auf mehr Zeit mit der Familie freut.

Auch Eric Bachert sieht sein Ausscheiden mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Eine gewisse Enttäuschung ist da, allerdings war die Arbeit im Gemeinderat auch nicht immer vergnügungssteuerpflichtig.“ Bachert war 2014 auf der Grünen-Liste in den Gemeinderat gewählt worden, wechselte aber 2018 zum Bürgerforum. Mit seinen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik habe er wohl viele seiner früheren Wähler verschreckt, vermutet Bachert, der den Fraktionswechsel trotzdem nicht bereut: „Wenn ich mir treu bleiben will, muss ich sagen, was ich denke.“

Rund 700 Stimmen mehr als bei der letzten Wahl hat Wolfgang Schwalbe geholt, trotzdem ist auch er im neuen Gemeinderat nicht mehr dabei. Der Grund: 2014 hatte er noch eine eigene Liste aufgestellt, die unter dem Namen Unabhängige Bürgervereinigung (UBV) einen Sitz gewann, diesmal kandidierte Schwalbe auf der CDU-Liste. „Ich hätte gerne noch einmal in einem Team gearbeitet“, sagt der Stadtrat, der in den letzten Jahren Einzelkämpfer war. „Wenn ich mir den neuen Gemeinderat so anschaue, bin ich aber auch nicht traurig, dass ich nicht mehr dabei bin.“

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Erstellt:
29. Mai 2019, 06:00 Uhr

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