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Unter freiem Himmel die Ehe schließen

Gemeinde Weissach im Tal legt hinter dem Bürgerhaus einen Hochzeitsgarten mit ansprechendem Ambiente an – Trauung in idyllischer Umgebung

Aus der Idee ist Wirklichkeit geworden: Auf dem Platz hinter dem Bürgerhaus in Unterweissach hat die Gemeinde einen Hochzeitsgarten angelegt. Sie kommt damit dem vielfach geäußerten Wunsch nach Trauungen unter freiem Himmel entgegen. Dort können sich Paare künftig das Jawort geben, während im Hintergrund der Brüdenbach dahinplätschert und darüber Vögel zwitschern.

Der neu angelegte Hochzeitsgarten hinter dem Bürgerhaus in Unterweissach bietet ein ansprechendes Ambiente für standesamtliche Trauungen unter freiem Himmel. Den Platz haben (von links) Sandra Krauß, Maximilian Sczuka und Susanne Frey gemeinsam konzipiert. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Der neu angelegte Hochzeitsgarten hinter dem Bürgerhaus in Unterweissach bietet ein ansprechendes Ambiente für standesamtliche Trauungen unter freiem Himmel. Den Platz haben (von links) Sandra Krauß, Maximilian Sczuka und Susanne Frey gemeinsam konzipiert. Foto: A. Becher

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. Rund 20000 Euro hat sich die Gemeinde, wie Haupt- und Ordnungsamtsleiter Maximilian Sczuka erklärt, die idyllische Anlage kosten lassen. Der Platz, der zuletzt schon ziemlich verwildert und zugewuchert war, ist gesäumt von schönen hohen Bäumen und eingefasst von neu bepflanzten Rabatten. Rosen, Hortensien, Lavendel und diverse Sträucher – auf heimische Arten wurde besonders Wert gelegt – lassen nun vom Frühjahr bis zum Herbst viel Grün und eine blühende Umgebung erwarten.

Wer den Platz durch das schwere Tor aus Cortenstahl betritt, das symbolträchtig zwei verschlungene Ringe zieren, dessen Blick fällt sogleich auf den Pavillon gegenüber, unter dem sich das Brautpaar mit dem Standesbeamten niederlassen kann. Die verspielten, geschwungenen Formen an den Trägern, über denen das Dach gespannt ist, unterstreichen die Naturromantik der Szenerie.

Zum Pavillon hin sind die Stühle für die Gäste angeordnet, die der Trauung beiwohnen. Platz gibt es ausreichend: Zurzeit sind 32 Stühle aufgestellt, weitere Sitzplätze können, wie Sczuka erläutert, aus dem angrenzenden Bürgerhaus dazugeholt werden. So lassen sich auf dem Platz an die 80 Gäste unterbringen. Ganz anders als im Rathaus, wo der Sitzungssaal als offizieller Eheschließungsort vorgesehen ist. Allerdings dürfen sich dort wegen des Brandschutzes – es gibt keinen zweiten Rettungsweg – nur maximal 30 Personen aufhalten. Barrierefrei zugänglich ist der Raum unterm Dach auch nicht. Nur das Bürgerhaus als zweiter offizieller Eheschließungsort in der Gemeinde erfüllt dieses Kriterium.

Für einen Trauungsort unter freiem Himmel gelten aber strenge Anforderungen. Insbesondere muss sichergestellt sein, dass die Amtshandlung ungestört verlaufen kann und dass die Datensicherheit eingehalten wird. Sprich: Ungebetene Gäste dürfen keine Chance haben, das Geschehen zu verfolgen. Daher galt es, wie Sczuka erläutert, einen Sichtschutz zu schaffen, sodass der Platz gegen den Fußweg, der hinter dem Brüdenbach verläuft, abgeschirmt ist. Dies leisten dichte Sträucher, insbesondere der immergrüne Kirschlorbeer, wie Sandra Krauß, im Bauamt zuständig für Umwelt und Naturschutz, erläutert.

Dass ein Bedarf für Trauungen unter freiem Himmel besteht, hat nicht nur das Standesamt der Gemeinde registriert, wo Nachfragen eingehen. Auch über die Homepage lässt sich das nachvollziehen, wie Susanne Frey festgestellt hat, die im Vorzimmer des Bürgermeisters unter anderem für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist: Die meisten Sucheingaben betreffen das Thema Eheschließungen.

Der Platz war schon 2009 mit einfachen Mitteln als Hochzeitsgarten hergerichtet worden. Damals war die Idee, dass Hochzeitsgesellschaften, die sich zur Trauung im Bürgerhaus treffen, draußen einen Platz zum Anstoßen haben sollten. Dieser Stehempfang kann auch künftig im Hochzeitsgarten stattfinden. Zu dem Zweck sollen noch einige Stehtische beschafft und aufgestellt werden.

Bei den Planungen für die neue Anlage war rasch klar, dass die Gemeinde für die Ausführung auf externe Kompetenz bauen muss. Dazu angeheuert wurde die Brucher Firma Regelmann Garten- und Landschaftsbau, die schon an anderer Stelle tätig war. Von ihr stammen unter anderem auch die dekorativen Cortenstahl-Tafeln in den Rabatten, die zum Teil auch eigens für die Gemeinde gestaltet wurden, etwa eine mit dem Wort „Liebe“ und eine andere mit mehreren Herzen. Gleichzeitig wird damit die Idee weiterverfolgt, das Material Corten beim Aufhübschen gemeindeeigener Flächen zu einem prägenden und wiederkehrenden Element zu machen – wie das schon beim Fischbrunnen an der Ecke Backnanger Straße/Forststraße der Fall war.

Erste Termine für den Hochzeitsgarten sind übrigens schon vergeben: Premiere für die Anlage ist wohl am 31. August.

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Erstellt:
15. Juni 2019, 11:30 Uhr

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