Tübinger Uni-Angestellte ist sauer

„Unterirdisch, wie sie mit Kunden umgehen“ – Parkärger nimmt kein Ende

Anfang Dezember hatte sich eine Mitarbeiterin der Universität Tübingen über das Parkmanagement der Landes-Tochter PBW beschwert. Jetzt ist sie mit ihrer Geduld am Ende.

Dauerparkerin Johanna Rapp beschwert sich seit Monaten bei der Landes-Tochter PBW über die nicht funktionierende Technik an den Parkplätzen der Universität Tübingen.

© STZN/Dürr

Dauerparkerin Johanna Rapp beschwert sich seit Monaten bei der Landes-Tochter PBW über die nicht funktionierende Technik an den Parkplätzen der Universität Tübingen.

Von Florian Dürr

25 Euro im Monat und dennoch keinen Platz sicher – Dauerparkerin Johanna Rapp hatte sich Anfang Dezember über die Situation an ihrem und weiteren Parkplätzen der Universität Tübingen beschwert. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin wendet sich deshalb seit Monaten an die zuständige Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg, kurz PBW, und macht ihrem Ärger über die nicht funktionierende Technik an ihrem Parkplatz Morgenstelle Süd in Tübingen Luft: Offene Schranke bei jedem beliebigen Autofahrer mit jedem beliebigen Kennzeichen – trotz Hinweisschild auf Kennzeichenerkennung.

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin dagegen zahlt den monatlichen Betrag für einen garantierten PKW-Stellplatz, während andere von der offenen Schranke profitierten und ihren Wagen teils kostenlos abstellen können, berichtete sie bereits im Dezember.

PBW-Kundenservice versteht Ärger und bedauert aktuelle Situation

Jetzt, mehrere Wochen nachdem die PBW „noch letzte Feineinstellungen“ angekündigt hatte, sei die Situation weiter unverändert, berichtet Johanna Rapp: „Die Schrankenanlage ist immer noch nicht in Funktion und es wird weiterhin im großen Maßstab außerhalb der Markierungen geparkt.“ Manche stellten ihren Wagen auch in der Feuerwehrzufahrt ab. Es sei „unterirdisch“, wie die PBW mit zahlenden Kunden umgehe.

Vom dortigen Kundenservice erhält die 33-Jährige die Antwort, dass man ihren Ärger verstehe und bedaure, dass sich die Situation immer noch nicht verbessert hat. „Dass Sie als zahlende Nutzerin seit Wochen Einschränkungen erleben, entspricht weder unserem Anspruch an Service noch an eine reibungslos funktionierende Parkraumbewirtschaftung“, heißt es. Man arbeite an einer „nachhaltigen Lösung, damit die Schrankenanlage stabil in Betrieb genommen werden kann“.

Manuelle Kontrollen? Johanna Rapp hat nie einen Strafzettel gesehen

Auch gegenüber unserer Redaktion räumt die Landes-Tochter über den Sprecher einer PR-Agentur ein, dass weiterhin noch „technische Feinjustierungen“ nötig seien. „Die Umsetzung erfolgt durch einen externen Dienstleister, der seit Anfang dieser Woche wieder vor Ort tätig ist und die noch offenen Arbeiten abschließt“, heißt es. Parallel würden regelmäßige Kontrollen stattfinden, so habe sich die Parksituation „spürbar verbessert“, sagt der Sprecher mit Verweis auf den Dienstleister, „auch wenn die vollständige technische Inbetriebnahme noch aussteht“.

Johanna Rapp ist mit ihrer Geduld am Ende. Nicht nur vor Weihnachten, auch zuletzt habe sie wieder regelmäßig parkende Autos außerhalb der Markierungen beobachtet und sendet dazu Bilder. Einen Strafzettel habe sie nie gesehen. „Damit gehe ich davon aus, dass keine Kontrollen durchgeführt werden.“ Die PBW, ärgert sich die 33-Jährige, erhebe Parkgebühren von Landesangestellten – ohne die versprochene Gegenleistung zu erbringen.

Seit Oktober verantwortet die PBW die Tübinger Uni-Parkplätze

AnzahlInsgesamt liegen 40 Tübinger Uni-Parkplätze mit 1800 Stellplätzen in der Verantwortung der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg, eine Tochter-Gesellschaft des Landes.

MinisteriumAus dem Büro der Staatssekretärin Elke Zimmer in ihrer Rolle als PBW-Aufsichtsratsvorsitzende heißt es zum Park-Ärger: „Nach wie vor ist das Thema bei der PBW inhaltlich richtig aufgehoben – das ist deren operatives Geschäft.“

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Erstellt:
23. Januar 2026, 09:54 Uhr
Aktualisiert:
23. Januar 2026, 09:57 Uhr

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