Unternehmer sind optimistisch für 2019

Geschäftsführer der Betriebe aus dem Rems-Murr-Kreis geben einen Ausblick auf die kommenden zwölf Monate

Unternehmer sind optimistisch für 2019

© Pressefotografie Alexander Beche

BACKNANG (kf/log). Beim Neujahrsempfang der IHK Rems-Murr waren zahlreiche Unternehmer aus der Region zu Gast. Wir haben sie gefragt, welche Ziele sie sich in den Betrieben für das Jahr 2019 gesetzt haben, wie sie die wirtschaftliche Entwicklung einschätzen und welche Herausforderungen und Veränderungen sie im Blick haben.

Jürgen Beerkircher, Volksbank Backnang, Backnang: Das vergangene Jahr haben wir über der Planung abgeschlossen. Wir haben gute Erfolge im Kreditgeschäft und der Baufinanzierung verzeichnet. Das drückt sich auch in der Immobilienvermittlung aus, allerdings werden da langsam die Objekte knapp. Das gewerbliche Geschäft läuft sehr gut und wir haben auch noch keine Signale vernommen, dass die Konjunktur bald einknickt. Die Stimmungslage kann sich aber schnell verändern, insofern lassen wir das auf uns zukommen. Ich bin aber nach wie vor positiv gestimmt für 2019. Die niedrigen Zinsen werden wohl bleiben, das ist für die Unternehmen gut, für die Banken weniger. Das drückt auf unseren Ertrag. Wir machen aber begleitend viel, sodass wir im Vertrieb erfolgreich sind.

Markus Höfliger, Harro Höfliger Verpackungsmaschinen, Allmersbach im Tal: Der Auftragseingang im vergangenen Jahr hat unsere Erwartungen übertroffen, insofern bin ich auch für 2019 optimistisch. Den Generationenwechsel in der Führung des Unternehmens haben wir nun abgeschlossen, jetzt geht es eher um Umstrukturierungsprozesse. Wir wollen unsere Werke weiter ausbauen. Gespannt bin ich darauf, wie es in Großbritannien weitergeht, wie da die Weichen gestellt werden. Darauf müssen wir gegebenenfalls reagieren, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.

Martin Windmüller, Betten- und Wäschehaus Windmüller, Backnang: Die Baustelle an der Aspacher Brücke wird sich noch etwas ziehen. Das hat uns zwar 2018 beeinträchtigt, aber die Kunden haben sich inzwischen damit arrangiert. Ich freue mich darauf, wenn die neue Brücke fertig ist. Eine Herausforderung wird für unser Unternehmen die Geschwindigkeit sein. Im Wettbewerb mit dem Internet ist nämlich nicht der Preis entscheidend, sondern vor allem die Verfügbarkeit. Da muss die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten noch besser werden. Im Bereich „Gesunder Schlaf“ wird es in unserem Unternehmen 2019 etwas ganz Neues geben, das uns noch einmal zwei Schritte nach vorne bringt. Was das ist, verrate ich aber noch nicht.

Sven Feil, Talbau-Haus, Weissach im Tal: 2018 war für uns ein wirklich gutes Jahr und die Auftragslage ist weiterhin sehr gut. Da stellt sich für uns vor allem die Frage, wie es mit dem Bauland weitergeht, denn die Kommunen können nicht unbegrenzt neue Baugebiete ausweisen. Dann müssen wir auch sehen, wie die Lage im Handwerk ist. Es gibt immer weniger Facharbeiter, das spüren wir an allen Ecken und Enden. Der Spagat zwischen der guten Konjunktur und dem Fachkräftemangel wird immer größer. Dem können wir nur entgegenwirken, indem wir verstärkt ausbilden. Als kleines, familiäres Unternehmen wollen wir vor allem auf Mitarbeiterbindung auf persönlicher Ebene setzen.

Wolfgang Grüb, Lorch Schweißtechnik, Auenwald: Wir gehen davon aus, dass 2019 noch einmal ein gutes Jahr werden wird. Unser Exportanteil liegt bei 75 Prozent, da gibt es zurzeit natürlich viele Risiken, von Brexit bis Trump. Aber ich denke, wir sind robust genug, um das auszuhalten. Unsere Firma hat weltweit etwa 280 Mitarbeiter, davon knapp 200 in Auenwald. Im vergangenen Jahr haben wir 20 neue Kollegen dazubekommen, auch in diesem Jahr planen wir Neueinstellungen in einer ähnlichen Größenordnung.

Rüdiger Ade, Ade Fußbodenbau, Backnang: 2018 war für uns ein durchschnittliches Jahr. Von der Hochkonjunktur in der Baubranche konnten wir bis jetzt leider nicht so stark profitieren. Seit die Meisterpflicht abgeschafft wurde, geht in unserem Gewerk sehr viel über den Preis. Jeder, der will, kann heute ohne Qualifikationsnachweis Böden verlegen. Mein Wunsch für 2019 ist, dass das Handwerk wieder mehr Wertschätzung erfährt. Dann wäre es auch einfacher, Azubis und neue Mitarbeiter zu finden.

Werner Benignus, Aspa-Gruppe, Aspach: Wir spüren die gute Konjunktur, besonders in unserer Branche, und sind folglich sehr zufrieden damit, wie 2018 für uns gelaufen ist. Ich bin auch zuversichtlich, dass der Aufschwung 2019 anhält. Unser Neubauprojekt in Weissach im Tal wird uns noch eine Weile beschäftigen, außerdem haben wir unter anderem in Backnang, Stuttgart und Schorndorf zu tun. Wir bleiben also erst einmal gut beschäftigt.

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Markus Höfliger

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Jürgen Beerkircher

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Werner Benignus

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Wolfgang Grüb

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Erstellt:
9. Januar 2019, 06:00 Uhr

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