Corona-Schutz

Länder sind unzufrieden mit Lauterbach

Einige Länder dringen auf eine gesetzliche Grundlage für schärfere Maßnahmen zum Schutz vor Corona. Dass Hessen, Bayern, NRW und Baden-Württemberg vorpreschen, zeigt, wie verärgert man über die Zögerlichkeit von Karl Lauterbach ist, kommentiert Norbert Wallet.

Die Länder wollen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Beine machen.

© dpa/Michael Kappeler

Die Länder wollen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Beine machen.

Von Norbert Wallet

Die Allianz ist so ungewöhnlich, dass allein schon daraus eine gewisse Dringlichkeit abzulesen ist. In einem gemeinsamen Vorstoß sprechen sich die Länder Hessen, Bayern, NRW und Baden-Württemberg dafür aus, möglichst noch vor der Sommerpause die gesetzlichen Voraussetzungen für schärfere Schutzmaßnahmen zu schaffen, um in der kommenden Corona-Herbstwelle handlungsfähig zu sein. Die Ampelkoalition hat verabredet, erst das Ergebnis der Arbeit des Evaluierungsgremiums abzuwarten.

In der Sache sind die Länder mit Lauterbach einig

Das soll bewerten, welche Maßnahmen – von der Maske in Innenräumen bis zum Schließen der Gastronomie – in der Vergangenheit tatsächlich wirksam waren. Der Befund soll bis Ende des Monats vorliegen. So lange könnte ruhig abgewartet werden. Dass die vier Länder nun vorpreschen, ist eher ein Indiz dafür, wie verärgert man über die generelle Zögerlichkeit von Gesundheitsminister Lauterbach auf vielen Gebieten ist. In der Sache sind die Länder mit ihm durchaus einig. Es ist nicht Lauterbach, sondern die FDP, die absolut sinnvolle Schutzmaßnahmen immer wieder infrage stellt. Das dürfte ihr nach dem Spruch der Experten schwerer fallen.

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Erstellt:
21. Juni 2022, 17:30 Uhr
Aktualisiert:
21. Juni 2022, 18:53 Uhr

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