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V wie Venus: Die Kopflose aus der Höhle

dpa/lsw Schelklingen. Große Brüste, kein Kopf: Am Fuß der Schwäbischen Alb haben Forscher die älteste plastische Menschendarstellung gefunden. Die kleine Figur wurde wohl als Schmuckstück und Symbol für Fruchtbarkeit getragen.

Die Venus vom Hohle Fels steht in einer Vitrine. Foto: Anne Pollmann/dpa/Archivbild

Die Venus vom Hohle Fels steht in einer Vitrine. Foto: Anne Pollmann/dpa/Archivbild

Die sogenannte Venus vom Hohle Fels gilt als älteste plastische Menschendarstellung der Menschheitsgeschichte. Im Jahr 2008 haben Forscher der Universität Tübingen sie in einer Höhle bei Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) ausgegraben.

Allerdings hat die Hochbetagte keinen Kopf: Die sechs Bruchstücke, die die Archäologen fanden, fügen sich nur zu einem Rumpf mit gewaltigen Brüsten, Beinansätzen und detailliert herausgearbeiteter Vulva zusammen. Laut Grabungsleiter Nicholas Conard haben ihre Schöpfer die Venus mit Steinwerkzeugen aus dem Elfenbein eines Mammutzahns geschnitzt. Ihre Nutzer trugen die knapp sechs Zentimeter große Figur als Schmuckstück - und vermutlich als Symbol für Fruchtbarkeit.

Die Venus war in der Gegend nicht alleine. Wegen zahlreicher weiterer Figurenfunde zählen die Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb seit 2017 zum Unesco-Welterbe. Daraus lassen sich auch Rückschlüsse auf Hobbys und Talente der frühen Siedler ziehen: Direkt neben der Frauenstatuette fanden die Forscher eine Flöte, gefertigt aus dem Flügelknochen eines Gänsegeiers. Conard zufolge ist sie das älteste Musikinstrument auf der Erde.

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Erstellt:
26. August 2020, 06:52 Uhr

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