"Wirksam" reicht nicht
Valneva-Aktie um 39 % gefallen - Das steckt dahinter
Die Valneva-Aktie stürzte am Montag deutlich ab und weckt Fragen zur Zukunft des wichtigsten Entwicklungsprojekts des Unternehmens.
© mundissima /shutterstock.com
Die Valneva-Aktie fällt um 40 Prozent nach enttäuschenden Studiendaten zum Lyme-Borreliose-Impfstoff. Das Wichtigste im Überblick.
Von Matthias Kemter
Am Montag notiert die Valneva-Aktie plötzlich bei 2,90 Euro und verliert damit fast 40 Prozent an Wert. Auslöser ist die Veröffentlichung der ersten Ergebnisse der entscheidenden Phase-3-Studie zum Impfstoffkandidaten VLA15 gegen Lyme-Borreliose. Obwohl der Impfstoff eine Wirksamkeit von über 70 Prozent zeigte, bricht die Aktie ein.
Enttäuschende Studiendaten sorgen für Unsicherheit
Valneva und Partner Pfizer präsentierten Daten, wonach der Impfstoffkandidat VLA15 in einer großen Phase-3-Studie eine Wirksamkeit von rund 73 Prozent bei der Verhinderung bestätigter Lyme-Erkrankungen zeigte. Dennoch wurde das entscheidende statistische Ziel der Studie verfehlt, da während der Studiendauer weniger Borreliose-Infektionen auftraten als erwartet. Dadurch blieb das Gesamtbild offenbar hinter den Erwartungen zurück. Auch, wenn die Studie Wirksamkeit zeigt, reduzieren die niedrigeren Erkrankungsfälle die Fallzahlbasis und somit auch die Eindeutigkeit der Studie.
Markt reagiert mit Vertrauensverlust
Trotz der grundsätzlich positiven Effektivität reichte das Ergebnis der lang erwarteten Studie somit nicht aus, um die Märkte zu beruhigen. Die Unsicherheit über die statistische Aussagekraft der Studie führte zu einem massiven Vertrauensverlust bei den Anlegern. Für Investoren steht weniger das medizinische Potenzial als vielmehr die statistische Unsicherheit im Vordergrund.
Bedeutung des Projekts für Valneva
Der Impfstoffkandidat VLA15 gilt als zentraler Wachstumstreiber für Valneva. Ein klarer Erfolg hätte das Unternehmen strategisch neu positionieren können. Die nun entstandene Unsicherheit erschüttert jedoch das Vertrauen des Marktes und wirft Fragen zur weiteren Entwicklung auf. Analysten hatten bereits im Vorfeld auf das hohe Risiko hingewiesen, das mit den Phase-3-Daten verbunden ist.
