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Vegan unterwegs auf dem Straßenfest

Pizza, Falafel und Burger: Speisen ohne tierische Inhaltsstoffe gibt es auch am Festwochenende viele, oft muss man nur fragen

Immer mehr Menschen entscheiden sich – ob aus ethischen, ökologischen oder gesundheitlichen Gründen –den Konsum von tierischen Produkten einzuschränken. Wir haben uns auf dem Backnanger Straßenfest umgesehen, was Veganer hier Leckeres zu essen finden – und waren positiv überrascht ob des vielfältigen Angebots.

Veganer Burger mit Pattie Marke Eigenbau aus Grünkernschoten und Kichererbsen. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Veganer Burger mit Pattie Marke Eigenbau aus Grünkernschoten und Kichererbsen. Foto: J. Fiedler

Von Silke Latzel

BACKNANG. Bratwurst, Göckele und Spießbraten: Auf deutschen Festen, egal ob in Backnang oder sonst wo, ist das Essen meistens immer sehr ähnlich und ziemlich fleischlastig. Für Vegetarier haben viele Stände mittlerweile eine Alternative im Angebot, etwa Maultaschen mit Spinat-Käse-Füllung oder Pizza Margherita. Als Veganer hat man es da schon deutlich schwerer, denn auf den ersten Blick gibt es kaum etwas ohne Fleisch, Ei, Käse oder sonstige Milchprodukte zu finden. Doch oft lohnt sich ein zweiter Blick und vor allem: mit den Standbesitzern zu sprechen. Klar, aus einer Bratwurst wird auch durch ein Gespräch kein Sojawürstchen, aber viele Gerichte lassen sich auf Nachfrage ganz einfach „veganisieren“ indem man zum Beispiel nur den Käse weglässt.

Wir haben uns auf dem Backnanger Straßenfest nach veganen Speisen umgesehen und waren positiv überrascht, wie groß das Angebot ist, wenn man gezielt sucht. Hier unsere Fundstücke – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Vom Straßenfest nicht mehr wegzudenken: Langos. Den ungarischen Klassiker gibt es an vielen Ständen auf dem gesamte Festgelände, beispielsweise in der Marktstraße oder auf der Bleichwiese. Der Teig ist ohne Ei und wird in Pflanzenfett ausgebacken, kann von Veganern also problemlos gegessen werden. Entweder pur, mit Paprikapulver, Knoblauch, Apfelmus oder Puderzucker.

Wenn gar nichts mehr geht, dann reichen als Notfall-Futter für Veganer immer noch Pommes mit Ketchup, klar. Und die gibt es tatsächlich fast an jedem Stand, an dem auch Bratwurst und Co. angeboten werden. Wer es ein bisschen ausgefallener mag, kann sich bei „Surf‘n‘Fries“ in der Grabenstraße Süßkartoffelpommes holen, ebenfalls entweder mit Ketchup oder auch mit süßer Chili-Soße. Wer möchte bekommt noch Rucola, Tomaten und Balsamicocreme auf die Pommes – einfach nachfragen.

Bei „La Mamada“ in der Marktstraße gibt es mexikanisches Essen. Die Quesadilla Vegetariana wird eigentlich mit Käse zubereitet. Auf Wunsch wird dieser allerdings auch weggelassen. Dann befinden sich in der Tortilla nur noch Mais, Paprika, Zwiebeln und Kidneybohnen mit Guacamole.

Maultaschen – des Schwaben liebstes Essen gibt es bei „I love Mauldasch“ vor der Volksbank. Dort allerdings wird keine vegane Variante der Teigtaschen angeboten, dafür aber ein anderer schwäbischer Klassiker: Kartoffelsalat. Dieser wird mit Gemüse- statt mit Fleischbrühe gewürzt und ist somit vegan-kompatibel.

Nur einen Steinwurf entfernt, genauer gesagt Am Obstmarkt gibt es bei „Holzofen-Dennede“ eine weitere Spezialität der schwäbisch-alemannischen Küche. Dennede ähnelt dem Elsässer Flammkuchen, ist nur ein bisschen kleiner und wird traditionell mit Zwiebeln, Schmand und Speck, oder aber mit Kartoffeln und Käse angeboten. Der Teig ist aus Wasser, Hefe und Dinkel-Weizenmehl. In Backnang gibt es auch eine vegane Variante: Mit Sojaschmand, Gewürzen, Grillgemüse wie Zucchini, Auberginen, Paprika und Zwiebeln. Oben drauf kommt dann noch veganer Käse. Die jungen Männer, die den Stand betreiben, wollten bewusst eine vegane Dennede-Form anbieten, einer von ihnen ernährt sich selbst auch vegan.

Ein weiterer Beweis dafür, dass man als Veganer nicht erschrocken sein darf und die Menschen an den Essensständen einfach offensiv ansprechen muss, ist der Straßenfest-Ableger des Backnanger Restaurants „Lisboa“, das an diesem Wochenende in der Marktstraße portugiesische Spezialitäten anbietet. Auf den ersten Blick gibt es dort nur Meeresfrüchte und Fisch. Möchte man allerdings einen kleinen veganen Snack zwischendurch, bekommt man ein Schälchen Oliven mit Weißbrot – ganz ohne Tier.

Ebenfalls in der Marktstraße gibt es bei „Damn Burgers“ einen veganen Hamburger. Das Pattie ist selbst gemacht und besteht aus Grünkernschoten, Kichererbsenmehl, Karotten und Sellerie. Oben drauf kommen eine Ketchup-Senf-Soße, Salat und Gemüse. Auch das Brötchen ist vegan: Wasser, Mehl, Hefe – fertig.

Im Biegel, direkt vor der Stadtbücherei gibt es am Stand der „Kartoffelspießer“ – der Name verrät es schon – Kartoffelspieße. Dabei wird eine ganze Kartoffel in Scheiben geschnitten, auf einen Spieß gesteckt, frittiert und gewürzt. Dazu wird pflanzliches Fett verwendet. Zur Auswahl stehen dann die klassische Variante mit Paprika-Salz, die asiatische mit süßer Chili-Soße und die italienische mit Balsamico-Creme und italienischen Gewürzen – alles vegan.

Auch Pizza gibt es in veganer Version auf dem Straßenfest. Dazu beispielsweise einfach beim Stand von „Calabrisella“ in der Grabenstraße vorbeischauen. Der Teig besteht – klassisch italienisch – nur aus Mehl, Hefe, Wasser und etwas Salz. Die Tomatensoße ist vegan und als Belag gibt es Pilze, Peperoni, Auberginen und Oliven. Einzig der Käse ist nicht kompatibel. Aber wenn man Bescheid gibt, dass man keinen möchte, wird die Pizza auch ohne in den Ofen geschoben.

Lust auf marokkanisch? Dann gibt es in der Grabenstraße eine große Auswahl: Falafel, Hummus, Rote-Beete-Salat, Gemüsereis und Couscous mit Tomate, Gurke und Petersilie – diese Gerichte kommen alle ohne tierische Inhaltsstoffe aus. Allerdings sollte man als Veganer das zum Salat gereichte Dressing ablehnen, es enthält Joghurt. Angeboten werden sie bei „Marrakesch Food“.

Ebenfalls orientalisch, allerdings nicht marokkanisch, sondern syrisch, geht es in der Marktstraße weiter. Bei „Falafelo“ gibt es ebenfalls Falafel, entweder auf dem Teller oder als Wrap. Es wird eine vegetarische oder eine vegane Variante angeboten, die sich einzig in den zum Essen gereichten Soßen unterscheidet. Einfach bei der Bestellung angeben, welche Variante es sein darf. Angeboten werden außerdem Hummus und Avocado-Creme sowie ein sogenannter Fattoush-Salat mit Feld- und Romanasalat, Radieschen, Tomaten, Gurken, Oliven, geröstetem Brot und Granatapfeldressing.

Wer es gerne süß mag, muss am Straßenfest auf Crêpes und Waffeln leider verzichten, der Teig wird mit Ei und Milch zubereitet. Alternativ gibt es in der Grabenstraße allerdings Churros. Der Teig des iberischen Brandgebäcks ist vegan, ausgebacken wird er in pflanzlichem Fett. Die klassische Variante mit Zimtzucker sowie die gefüllte mit Pfirsich-Maracuja-Soße können von Veganern ohne Bedenken gegessen werden.

Asiatische Mie-Nudeln aus Weizen in veganer Ausgabe gibt es ebenfalls in der Grabenstraße bei „Frühlingsrolle“. Gewürzt werden die Nudeln mit Sojasoße, dazu gibt es Gemüse. Die Frühlingsrollen hingegen sind nicht vegan, im Teig ist Ei.

Quasi direkt gegenüber des Asia-Stands werden Gözleme, türkische Teigtaschen aus der Pfanne, angeboten. Auf Wunsch werden diese nur mit Spinat gefüllt, der Teig ist vegan.

Veganer Falafel-Teller mit Couscous, Rote-Beete-Salat und Hummus. Den Zeitungstestessern hat es geschmeckt. Foto: S. Latzel

Veganer Falafel-Teller mit Couscous, Rote-Beete-Salat und Hummus. Den Zeitungstestessern hat es geschmeckt. Foto: S. Latzel

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Erstellt:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr

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