Explosionen in Caracas

USA greifen offensichtlich Ziele in Venezuela an

Über Monate habe die USA ihre Militärpräsenz in der Karibik erhöht. Jetzt greift das US-Militär offensichtlich Ziele in Venezuela an.

In Caracas sind in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) starke Explosionen zu hören gewesen.

© AFP/LUIS JAIMES

In Caracas sind in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) starke Explosionen zu hören gewesen.

Von red/dpa/AFP

Die USA haben offensichtlich Ziele in Venezuela angegriffen. Die Regierung in Caracas warf Washington vor, eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele durchzuführen. Auch die US-Medien CBS News und Fox News berichteten, die USA hätten Ziele in Venezuela attackiert. US-Präsident Donald Trump habe die Angriffe genehmigt, berichtete CBS News unter Berufung auf US-Beamte.

Die Angriffe stellten eine Verletzung der UN-Charta dar, hieß es in einer Mitteilung der venezolanischen Regierung. Ziel der USA sei es, sich die Bodenschätze - wie die großen Ölvorkommen - Venezuelas anzueignen und einen Regierungswechsel zu erzwingen. „Das wird ihnen nicht gelingen“, hieß es in der Mitteilung. Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro wirft der US-Regierung schon länger vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen.

Das Pentagon verwies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur auf das Weiße Haus, das zunächst nicht reagierte.

Explosionen und Rauchsäulen über Caracas

In venezolanischen Medien und in sozialen Netzwerken waren Aufnahmen von Explosionen und Rauchsäulen in der Hauptstadt Caracas zu sehen. Mehrere davon sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt. Auf einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über die nächtliche Stadt fliegen. Nahe dem Präsidentenpalast Miraflores waren gepanzerte Fahrzeuge der venezolanischen Sicherheitskräfte zu sehen.

Der Präsident von Venezuelas Nachbarland Kolumbien, Gustavo Petro, schrieb auf X: „In diesem Moment wird Caracas bombardiert. Alarm an alle, Venezuela wurde angegriffen. Sie beschießen es mit Raketen. Die Organisation Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen sollten sofort zusammentreten.“

USA haben massive Streitmacht vor Venezuela zusammengezogen

Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war in den letzten Monaten eskaliert. Seit September hatte das US-Militär in der Karibik und im Pazifik mehrfach angeblich mit Drogen beladene Boote angegriffen. Dabei wurden nach US-Regierungsangaben mehr als 100 Menschen getötet.

Zuletzt hatten US-Streitkräfte Trump zufolge einen angeblichen „Drogenumschlagplatz“ in Venezuela angegriffen. „Es gab eine große Explosion im Hafengebiet, wo die Boote mit Drogen beladen werden“, sagte er.

Zudem bauten die US-Streitkräfte ihre Präsenz in der Karibik massiv aus. Unter anderem wurden zusätzliche Kampfflugzeuge und der weltgrößte Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ - begleitet von weiteren Kriegsschiffen und einem Langstreckenbomber - in die Region verlegt. Offiziell richtet sich der Einsatz „Südlicher Speer“ („Southern Spear“) gegen den Drogenschmuggel.

Allerdings gilt Venezuela nicht als Produktionsland von Drogen, sondern als Transitland - und zwar vor allem für den europäischen Markt. Nach Einschätzung von Experten ist die Streitmacht für einen Einsatz gegen Drogenschmuggler überdimensioniert.

Nach Maduros von Betrugsvorwürfen überschatteten Wiederwahl 2024 erkennt die Regierung in Washington den Linkspolitiker nicht mehr als rechtmäßigen Staatschef an. Außerdem wirft sie ihm vor, selbst in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Für Informationen, die zu Maduros Festnahme führen, haben die USA eine Belohnung von bis zu 50 Millionen Dollar (rund 43 Millionen Euro) ausgesetzt.

Weltgrößte Ölreserven in Venezuela

Maduro wiederum unterstellt den USA, es auf Venezuelas riesige Ölreserven abgesehen zu haben. Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Wegen Sanktionen, Missmanagement und fehlender Investitionen bleibt die Förderung allerdings weit hinter den Möglichkeiten zurück.

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Erstellt:
3. Januar 2026, 09:06 Uhr
Aktualisiert:
3. Januar 2026, 12:23 Uhr

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