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Verband: Flugverbot für Boeing 737 Max mindestens bis August

dpa Genf/New York. Der US-Konzern Boeing hofft, dass seine Flugzeuge vom Typ 737 Max nach zwei Abstürzen möglichst bald wieder fliegen dürfen. Doch jetzt gibt es einen Dämpfer.

Das Flugverbot für Boeings 737 Max gilt noch weiter. Foto: Ted S. Warren/AP

Das Flugverbot für Boeings 737 Max gilt noch weiter. Foto: Ted S. Warren/AP

Das Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max wird nach Einschätzung des internationalen Airline-Verbands mindestens noch bis August gelten.

Die Maschinen der Baureihe dürften voraussichtlich frühestens in zehn bis zwölf Wochen wieder abheben, sagte der Chef des Weltluftfahrtverbands IATA, Alexandre de Juniac, am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Boeing-Vorstandschef Dennis Muilenburg sprach am selben Tag bei einer Analystenveranstaltung in New York von „deutlichen und stetigen Fortschritten“ bei der 737 Max und positiven Signalen der US-Luftfahrtbehörde FAA.

Der IATA-Chef äußerte sich zurückhaltender. „Wir bereiten ein Treffen zwischen den Aufsichtsbehörden, dem Hersteller und den Flugzeugbetreibern vor, um die Lage zu beurteilen“, sagt de Juniac. „Aber es liegt nicht in unseren Händen. Es ist Sache der Aufseher.“

Der Finanzchef der indischen Fluggesellschaft SpiceJet, Kiran Koteshwar, hatte Boeing mit der Aussage zitiert, dass bis Ende Juli mit einer Startfreigabe zu rechnen sei. Boeing in Indien reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme dazu.

Beim Absturz einer Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines im März und einer Maschine gleichen Typs der indonesischen Fluglinie Lion Air im Oktober waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. In beiden Fällen war möglicherweise die Programmierung des Steuerungssystems MCAS in den Flugzeugen verantwortlich. Der Bordcomputer soll die Nase der Boeing nach unten gedrückt haben, die Besatzung war nicht mehr in der Lage, den Fehler zu korrigieren.

Mitte März verhängten Luftfahrtbehörden in aller Welt ein Startverbot für den Flugzeugtyp. Auch die Auslieferung neuer Maschinen ist gestoppt. Die FAA soll nun ein von Boeing entwickeltes Update für die MCAS-Software testen und freigeben.

Boeing will trotz der momentanen Situation nicht am Zeitplan für einen neuen mittelgroßen Passagierjet rütteln. Der Flieger soll sein Debüt weiterhin im Jahr 2025 feiern, sagte Muilenburg. Das Flugzeug, das bisher den Namen New Midsize Aircraft (NMA) trägt, soll die Lücke zwischen den Mittelstreckenjets der 737-Familie und den Großraumjets wie dem „Dreamliner“ (Boeing 787) füllen.

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Erstellt:
29. Mai 2019, 16:59 Uhr

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