Warnstreiks bremsen Nahverkehr in Stuttgart und Heilbronn

dpa/lsw Stuttgart/Heilbronn. In dieser Woche stehen in Baden-Württemberg erneut Warnstreiks an. Die Gewerkschaften dringen auf ein Angebot der Arbeitgeber im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes. Der Höhepunkt wird für Donnerstag erwartet: Dann streiken Mitarbeiter im Nahverkehr.

Streikweste mit der Aufschrift "Warnstreik" und dem Verdi-Logo. Foto: Stefan Sauer/ZB/dpa/Symbolbild

Streikweste mit der Aufschrift "Warnstreik" und dem Verdi-Logo. Foto: Stefan Sauer/ZB/dpa/Symbolbild

Für mehr als eine halbe Million Pendler in Stuttgart und Heilbronn könnten die Warnstreiks im öffentlichen Dienst am kommenden Donnerstag zur Geduldsprobe werden. Dann ruft Verdi Beschäftigte der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) und der Stadtwerke Heilbronn zum ganztägigen Warnstreik im Nahverkehr auf. Ein Sprecher der SSB sagte am Montag, es lägen noch keine konkreten Meldungen beim Stuttgarter Verkehrsbetrieb vor. Es könne aber - ähnlich wie in der vergangenen Woche - zu flächendeckenden Ausfällen kommen.

Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl der Beschäftigten im Nahverkehr laut Verdi bundesweit um 18 Prozent geschrumpft, während die Anzahl der Fahrgäste im selben Zeitraum um ein Viertel zugenommen habe. Es komme regelmäßig zu hohen Krankenständen, Überstunden würden angehäuft.

Warnstreiks legen auch in den kommenden Tagen den Betrieb in zahlreichen Einrichtungen im Südwesten lahm. Bis zum Wochenende wird der Takt der Streiks laut Verdi zunehmen. „Das wird sich nach und nach steigern. Der Donnerstag ist der Höhepunkt in dieser Woche“, sagte ein Verdi-Sprecher.

Den Auftakt machten nach Verdi-Angaben am Montag Beschäftigte in Gundelsheim (Kreis Heilbronn). Auch in Bad Friedrichshall, Neckarsulm und Mosbach waren Warnstreiks geplant. Aufgerufen waren unter anderem Erzieherinnen und Beschäftigte des Wasser- und Schifffahrtsamtes. In Ulm sollten Mitarbeiter der Bürgerdienste und Parkplatzwächter die Arbeit niederlegen. Etwa 300 Beschäftigte in Ulm und in der Region um Heilbronn waren am Montag an den Streiks beteiligt, wie Verdi mitteilte.

Von Dienstag bis Freitag wird in Mannheim in Kitas gestreikt. Ausstände soll es am Dienstag unter anderem auch in Tauberbischofsheim, Wertheim und im Zollernalbkreis geben. Am Mittwoch kommt es im Rems-Murr-Kreis, der Stadt Crailsheim und Reutlingen zu Streiks unter anderem in Kitas und Kliniken. Donnerstag legen Mitarbeiter von Kitas, Kliniken, Behörden die Arbeit in Stuttgart und Heilbronn nieder.

Die Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent mehr Lohn für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen über eine Laufzeit von zwölf Monaten, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Sie pochen auf ein Angebot der Arbeitgeber. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

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Erstellt:
5. Oktober 2020, 01:03 Uhr

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