Verlegung des Radwegs gefordert
Der Ex-Bezirksbeirat Peter Mielert hält die Sperrung während des Wasens für gefährlich, die Stadt sieht das anders.
Von Sebastian Steegmüller
Stuttgart - Das Stuttgarter Frühlingsfest, das noch bis zum 10. Mai auf dem Wasen stattfindet, und auch das Cannstatter Volksfest haben in Bad Cannstatt nicht nur Befürworter. Verkehr, Lärm und Müll sorgten in der Vergangenheit immer wieder für Beschwerden. Der ehemalige Grünen-Bezirksbeirat Peter Mielert hat ein anderes Anliegen. Er stört sich daran, dass während der beiden Feste der geteilte Fuß- und Radweg in der Mercedesstraße, an der Ecke zur Kegelenstraße, gesperrt wird.
Die Stadt stellt dort Gitter auf, um Wasen-Besucher, die vom Bahnhof Bad Cannstatt kommen, vor Betreten des Festgeländes zu kontrollieren. Bei starkem Andrang wird es vor dem Sicherheitsbereich eng – Radfahrer kommen dann nicht mehr durch. „Ich musste nach links auf die Fahrbahn ausweichen“, sagt Mielert, der mit seinem Rad auf der Mercedesstraße unterwegs war und zur König-Karl-Straße wollte. „Ich habe eine Lücke im Verkehrsstrom genutzt und bin um die Mauer des Treppenabgangs herum zur markierten Radspur gefahren.“
Aus Sicht von Mielert ein gefährliches Manöver. „Die Autos kommen teils mit hoher Geschwindigkeit angerauscht.“ Der ehemalige Lokalpolitiker hat der Stadt bereits eine Alternativlösung unterbreitet. Ihm schwebt vor, dass man den Radweg um den Treppenabgang herumführt. „Dazu müssten die Fahrspuren nach links verschwenkt werden. Durch die schraffierte Fläche in der Straßenmitte, die knapp fünf Meter breit ist, ist ausreichend Platz vorhanden.“
Da es sich um temporäre Einschränkungen von fünf Wochen im Jahr handelt, sieht man im Rathaus jedoch keinen Handlungsbedarf. Stattdessen verweist das Amt für öffentliche Ordnung auf den gegenüberliegenden Geh- und Radweg, also direkt am Wasen. „Die Nutzung dieser Seite ist regulär möglich, was die Überquerung der Mercedesstraße auf Höhe der Elwertstraße anstelle der König-Karls-Brücke ermöglicht“, sagt Stadtsprecher Sven Matis. „Sofern gewünscht, kann so ein Ausweichen auf die Fahrbahn nach dem Treppenabgang vermieden werden.“ Radfahrer, die beispielsweise vom Stadion in den Schlossgarten wollen, müssen keinen Umweg in Kauf nehmen, sondern die Straßenseite früher wechseln.
Der Stadtsprecher betont, dass sich diese Regelung im vergangenen Jahr als praktikabel erwiesen habe und von Radfahrern gut angenommen worden sei. „Im Vorjahr sind hierzu keine Beschwerden eingegangen, die Situation ist für alle Verkehrsteilnehmenden in der Regel gut erkennbar“, so Matis.
