Gaza-Krieg

Verteidigungsminister: Hamas-Sprecher ist "ausgeschaltet"

Der langjährige Hamas-Sprecher Abu Obeida zeigte sich bei Auftritten und Videobotschaften stets vermummt. Er gilt als einer der bekanntesten Vertreter der Terrororganisation.

Ein Plakat des Hamas-Sprechers Abu Obeida. (Archivbild)

© Marwan Naamani/dpa

Ein Plakat des Hamas-Sprechers Abu Obeida. (Archivbild)

Von dpa

Tel Aviv/Gaza - Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat den langjährigen Sprecher des militärischen Arms der Hamas für tot erklärt. Israel habe den Mann, bekannt unter dem Kampfnamen Abu Obeida, in Gaza "ausgeschaltet", schrieb Katz auf der Plattform X über einem Bild des Sprechers, das mit einem roten X durchgestrichen war. Man habe ihn "zu einem Treffen mit allen eliminierten Akteuren der Achse des Bösen aus dem Iran, Gaza, dem Libanon und Jemen in die Tiefen der Hölle geschickt". 

Er gratuliere der Armee und dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet für "die perfekte Ausführung", schrieb Katz weiter. "Bald, mit der Intensivierung des Feldzuges gegen Gaza, werden dort noch viele seiner Mittäter – die Mörder und Vergewaltiger der Hamas – zu ihm stoßen."

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte den Angriff auf Abu Obeida zuvor bereits bestätigt. Das Ergebnis des Angriffs sei noch unklar, sagte er allerdings. "Ich hoffe, dass er nicht mehr unter uns ist."

Netanjahu sagte weiter: "Aber ich merke, dass es niemanden gibt, der diese Frage aufseiten der Hamas kommuniziert. Also werden die Stunden und Tage sicherlich das sagen, was sie zu sagen haben." Wenig später bestätigte die israelische Armee, dass Abu Obeida bei dem Angriff getötet worden sei.

Hamas-Kreise: Psychologische Kriegsführung Israels

Von der islamistischen Hamas gab es allerdings noch keine offizielle Bestätigung für seinen Tod. Aus Hamas-Kreisen hieß es, Gerüchte über den Tod des Sprechers seien Teil der psychologischen Kriegsführung Israels. Die Öffentlichkeit wurde aufgefordert, diese Gerüchte nicht zu verbreiten. 

Der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz sprach am Samstag von mindestens sieben Toten bei einem Angriff im Westen der Stadt Gaza. Ein Wohnhaus im Rimal-Viertel, das vor dem Krieg als eine wohlhabende Gegend galt, sei angegriffen worden.

Abu Obeida galt als einer der bekanntesten Vertreter der Terrororganisation und zeigte sich bei Auftritten und Videobotschaften stets nur vermummt. 

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor fast zwei Jahren hat Israel bereits zahlreiche ranghohe Hamas-Anführer und Kommandeure getötet, darunter Jihia al-Sinwar, Ismail Hanija und Mohammed Deif. 

Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde sind seit Beginn des Gaza-Kriegs fast 63.500 Palästinenser getötet und weitere rund 160.000 verletzt worden. Die Angaben unterscheiden nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern der Terrororganisationen und können nicht unabhängig überprüft werden, gelten den UN zufolge aber als glaubwürdig. 

Auslöser des Gaza-Kriegs war der Überfall der Hamas und anderer islamistischer Gruppen auf Israel am 7. Oktober 2023. Bei dem beispiellosen Massaker töteten die Terroristen rund 1.200 Menschen und verschleppten mehr als 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen.

Zum Artikel

Erstellt:
31. August 2025, 17:26 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen