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Veterinäramt geht jedem Hinweis nach

Das Wohl der Tiere im Blick

Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung stellen den gesundheitlichen Verbraucherschutz und den Tierschutz auf dem gesamten Weg vom Erzeuger zum Verbraucher durch Beratung, Kontrollen und Probenahmen sicher. Diesen Kühen geht es gut. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung stellen den gesundheitlichen Verbraucherschutz und den Tierschutz auf dem gesamten Weg vom Erzeuger zum Verbraucher durch Beratung, Kontrollen und Probenahmen sicher. Diesen Kühen geht es gut. Foto: A. Becher

(yw). Vor einiger Zeit meldete eine besorgte Bürgerin aus Großerlach, dass ein Bauer anscheinend seine Jungrinder quäle, indem er ihnen einen schweren Balken um den Hals gebunden hatte. Dadurch erlitten die Tiere Verletzungen. Nur einer von vielen Fällen, bei dem die Mitarbeiter des Veterinäramts auf den Plan gerufen werden. „Wir gehen jedem Hinweis nach – auch wenn er uns anonym erreicht“, betont Amtsleiter Stephan Betz. Allerdings, so Betz weiter, bestätige sich verständlicherweise nicht immer ein Verdacht, den Beobachter haben. „Manchmal lässt sich alles schnell mit dem Tierhalter klären.“ In dem Großerlacher Fall wurde tatsächlich festgestellt, dass die Jungtiere Hölzer um den Hals trugen. „Wir haben den Besitzer angewiesen, den Rindern die Hölzer sofort abzunehmen. Zusätzlich verhängen wir ein Bußgeld“, erzählt Betz und erklärt den Hintergrund: „Die Weide befindet sich in der Nähe eines Abhangs. Da Jungrinder insbesondere beim ersten Weidegang sehr lebhaft sind und sehr wild herumtoben, kann es – trotz Zaun – dazu kommen, dass die Tiere den Abhang hinunterstürzen und verenden. Das Umhängen der Hölzer sollte dazu dienen, die Tiere in den ersten Tagen zu beruhigen und die Bewegung einzuschränken, um das zu vermeiden. Früher war das ein gängiges Verfahren.“ Trotzdem sei das Umhängen der Hölzer inakzeptabel und wurde sofort abgestellt. „Der Tierbesitzer muss andere Möglichkeiten finden, die Jungrinder an den Weidegang zu gewöhnen.“

Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung stellen den gesundheitlichen Verbraucherschutz und den Tierschutz auf dem gesamten Weg vom Erzeuger zum Verbraucher durch Beratung, Kontrollen und Probenahmen sicher. Er ist unterteilt in folgende Bereiche:

Lebensmittelüberwachung und Fleischhygiene: Der gesundheitliche Verbraucherschutz wird durch die Überwachung des Gewinnens, Herstellens und Inverkehrbringens von Lebensmitteln tierischer und nicht tierischer Herkunft sowie Bedarfsgegenständen und Kosmetika auf allen Stufen der Erzeugung sichergestellt.

Der Fachbereich Tiergesundheit ist zuständig für alle Belange, die der Verbreitung zahlreicher Tierkrankheiten entgegenwirken. Hierzu gehören nicht nur die klassischen Tierseuchen wie Maul- und Klauenseuche oder Klassische Geflügelpest, sondern auch andere Infektionskrankheiten, die wirtschaftlichen Schaden verursachen oder sogar die Gesundheit des Menschen gefährden können. Zu den Aufgaben des Fachbereichs Tiergesundheit zählt daher neben der Überwachung von Tieren und Tierbeständen auf das Vorkommen bestimmter Krankheiten auch die gezielte Bekämpfung anzeigepflichtiger Tierseuchen wie der Blauzungenkrankheit im Rems-Murr-Kreis. Auch die Einhaltung der Vorschriften der Tierkennzeichnung wird von den amtlichen Tierärzten kontrolliert. Die Tätigkeit auf dem Gebiet der Tiergesundheit schließt dabei aber nicht nur Nutztiere wie Rinder, Schweine oder Bienen ein, sondern auch Heimtiere und Wildtiere wie Füchse oder Wildschweine. So unterliegt dem Fachbereich zum Beispiel auch die Ausstellung von Gesundheitsbescheinigungen für Tiere, die im Reiseverkehr mit ins Ausland genommen oder dorthin verkauft werden. Unterstützt wird der Fachbereich durch praktische Tierärzte bei der regelmäßigen Beprobung von Tierbeständen sowie durch die Jäger im Rems-Murr-Kreis, die das Probenmaterial für die jährlichen Tollwut- und Schweinepestuntersuchungen liefern.

Tierschutz: Die Mitarbeiter sind für die Umsetzung der gesetzlichen Mindestanforderungen an die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere verantwortlich. Auch die artgerechte Haltung von Heimtieren wird durch die Amtstierärzte überprüft. Zur artgerechten Haltung gehört nicht nur die Haltung im Stall, Hof und Haus, sondern auch der richtige Umgang mit dem Tier auf dem Transport und bei der Schlachtung. Die Amtstierärzte machen Kontrollen vor Ort in den Ställen und Privathaltungen, kontrollieren aber ebenso Zirkusse, Zoohandlungen, Hunde- und Katzenpensionen, Reitbetriebe und Tierzüchter. Die Mitarbeiter des Fachbereichs Tierschutz stehen auch für Beratungen zur Verfügung. Gegen den Tierhalter werden gegebenenfalls bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Mindestanforderungen verwaltungsrechtliche Maßnahmen eingeleitet. Bedenklich sind Fälle, wenn es um das sogenannte „Animal Hoarding“ geht – das krankhafte „Sammeln“ und Halten von Tieren. „Da habe ich vor Kurzem 35 Hunde in einem kleinen Zimmer vorgefunden und die sofort da rausholen lassen“, berichtet Tierärztin und Kontrolleurin Jutta Wilhelm. Dankbar ist das Veterinäramt bei solchen Vorkommnissen, Unterstützung nicht nur vom Tierheim in Großerlach zu erhalten, sondern auch von Winnenden, Schorndorf und Plüderhausen.

Stand der Tierzahlen im Rems-Murr-Kreis (19. September 2019): 432 Rinderhaltungen mit 19444 Rindern, davon 147 Betriebe mit Milcherzeugung; 202 Schweinehaltungen mit 11291 Schweinen; 290 Schafhaltungen mit 8225 Schafen; 285 Ziegenhaltungen mit 1749 Ziegen; 882 Hühnerhaltungen mit 237445 Hennen; 22 Putenhaltungen mit 52561 Legehennen. Im Jahr 2018 fanden in den genannten Tierhaltungen 300 Kontrollen statt. In zehn Fällen wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Zwei Rinderhaltungen wurden aufgelöst, verschiedene kleinere Tierhalter haben nach den Kontrollen die Haltung freiwillig aufgegeben, aber viele haben die Haltung nach den Kontrollen und der erfolgten Beratung auch dauerhaft verbessert. Durch eine bessere personelle Besetzung und die Einführung einer risikoorientierten Kontrollplanung fanden im Jahr 2019 bisher bereits 303 Kontrollen statt.

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Erstellt:
24. September 2019, 06:00 Uhr

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