VfB auf Champions-League-Kurs

Nach der Niederlage in Rom folgt ein souveräner Auftritt in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach, der in einen 3:0-Sieg mündet. Mit einem gehaltenen Elfmeter hält Torhüter Alexander Nübel sein Team im Spiel, das in der Tabelle auf Rang vier springt.

Von Marco Seliger

Mönchengladbach - Lange vor Abpfiff verließen die ersten der 48 484 verfrorenen Anhänger frustriert den Borussia-Park. Zu ernüchternd war der Auftritt ihrer Elf – und zu deutlich geriet der Auswärtsauftritt des VfB Stuttgart. Mit 3:0 (1:0) setzte sich der Champions-League-Aspirant am Niederrhein durch. Der sich nur eines vorwerfen lassen musste: Nicht höher gewonnen zu haben.

„Es war ein Teamsieg nach anstrengenden Wochen“, sagte Torschütze Jamie Leweling. „So kann es weitergehen.“ Kollege Deniz Undav hob die Breite des Kaders hervor. „Heute hat man gesehen, welche Qualität wir in der gesamten Mannschaft haben. Das hat sich nach anstrengenden Wochen bezahlt gemacht.“

Nach vier Spielen im neuen Jahr hatte Trainer Sebastian Hoeneß erstmals wieder in größerem Maße die Rotationsmaschine angeworfen. Fünf Neue besetzten die Startelf, unter anderem Dauerbrenner Maximiliam Mittelstädt und Undav mussten weichen. „Irgendwann müssen wir mal mit der Rotation anfangen“, begründete Hoeneß die Maßnahme.

Schnell nahm die Partie Fahrt auf. Der VfB bestimmte das Geschehen – musste sich dann aber über Schiedsrichter Sören Storks ärgern. Elfte Minute: Eine Flanke traf den abgespreizten Arm von Jamie Leweling. Keine Absicht, der Nationalspieler zog sogar noch zurück. Dennoch war der Arm weit oben. Weshalb der Strafstoß regeltechnisch konform war. So sah es auch der VAR, nur Leweling war sich angesichts ständig veränderter Handspiel-Regeln unsicher: „Keine Ahnung.“ Haris Tabakovic nahm sich der Sache an. Doch sein Schuss, halbhoch ins rechte Eck, war eine dankbare Aufgabe für Torhüter Alexander Nübel. Er parierte. Zum ersten Mal in dieser Saison – und er hielt seine Mannschaft damit im Spiel.

Welche die bessere Spielanlage gegen einen biederen Gegner zeigte. Der VfB war überlegen; allein, es fehlte zunächst die letzte Konsequenz vor dem Tor. Allen voran bei Ermedin Demirovic, dem seine dreimonatige Verletzungspause noch anzumerken war. Doch dafür gibt es ja Leweling. Nach einer Flanke von Nikolas Nartey war der 24-Jährige zur Stelle und knallte die Kugel humorlos ins Netz – 1:0 (30.). Bei seinem Torjubel machte der Mittelfeldspieler nicht nur die Eckfahne im Borussia-Park kaputt. Er zog der bis dahin schon verunsicherten Fohlen-Elf vollends den Stecker.

Es reihten sich Querschläger an Fehlpässe und ein nicht mehr vorhandenes Offensivspiel. Und der VfB? Musste sich vorwerfen lassen, die Führung nicht auszubauen. Viel Ballbesitz, ein sauberes Passspiel verbunden mit einem guten Mittelfeldpressing und einer stabilen Abwehrarbeit brachte die Hoeneß-Truppe aufs Parkett. Am Ende gerieten die unzähligen Halbfeldflanken in den Gladbacher Strafraum aber zu ungefährlich. Echte Torchancen sah man im 108. Duell der beiden Bundesliga-Dinos selten.

Nach der Pause legten die Stuttgarter dann einen Gang zu. Die Gladbacher wurden nun noch früher attackiert, woraus sich klare Chancen ergaben. Die beste vergab Demirovic. Wann macht der Club aus Cannstatt endlich den Sack zu? – so lautete die große Frage. Die Antwort: Mitte der zweiten Halbzeit, mit frischen Kräften. Undav, über den sein Trainer gesagt hatte, es sei schön zu wissen, einen wie ihn einwechseln zu können, ersetzte Demirovic. Chris Führich kam für Leweling. Ramon Hendriks machte nach einem bösen Zusammenprall und trotz blutender Nase hingegen weiter. Und musste verwundert mit ansehen, wie Borussia-Torhüter Moritz Nicolas über sich hinauswuchs.

Bis zur 68. Minute. Einen Eckball von Führich verlängerte Joe Scally mit dem Rücken ins eigene Tor. Wenig später sorgte der zweite Einwechselspieler für die endgültige Entscheidung. Mit dem Rücken zum Tor drehte sich Undav in typischer Undav-Manier um die eigene Achse und traf scharf aus 16 Metern flach ins rechte Eck.

Der Rest war Schaulaufen – und Hoeneß durfte sich freuen, seine Mannschaft für die kommende Aufgabe in der Europa League am Donnerstag (21 Uhr) gegen die Young Boys Bern schonen zu können. Wobei die große Brisanz am letzten Spieltag der Ligaphase aus VfB-Sicht raus ist. Interessanter wird es dann am Sonntag. Dann ist der SC Freiburg zu Gast beim VfB – der um weitere Punkte für die Champions League kämpft. „Ganz großes Lob heute, ich bin stolz auf die Jungs“, bilanzierte Hoeneß.

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Erstellt:
25. Januar 2026, 22:06 Uhr
Aktualisiert:
26. Januar 2026, 21:57 Uhr

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