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Qualität allein reicht nicht: Matarazzo-Appell an VfB-Profis

dpa/lsw Stuttgart. Acht Spiele bleiben dem VfB Stuttgart noch. Wollen die Schwaben die direkte Rückkehr in die Bundesliga realisieren, müssen sie sich schnell steigern. Die erste Chance bietet sich am Sonntag. Schon vorher gibt es grundsätzliche Fragen.

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo steht an der Seitenlinie. Foto: Uwe Anspach/dpa-Pool/dpa

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo steht an der Seitenlinie. Foto: Uwe Anspach/dpa-Pool/dpa

Pellegrino Matarazzo zeigte sein mildes Lächeln nur ganz selten. Die meiste Zeit schaute der Trainer des VfB Stuttgart ernst, denn er weiß natürlich, dass die Zeit immer knapper wird. Acht Spiele bleiben dem zuletzt enttäuschenden Zweitligisten noch, um die direkte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga zu schaffen. Acht Spiele, in denen Matarazzo von seiner Mannschaft ein anderes Gesicht als zuletzt erwartet. Ungewohnt deutlich und mit klarer Stimme richtete der 42-Jährige am Freitag einen Appell an seine Profis.

„Es geht in erster Linie um das Bewusstsein. Wir müssen verstehen, um was es geht, was wir brauchen“, betonte Matarazzo. „Es muss uns bewusst sein, dass wir nicht nur durch unsere Qualität Spiele gewinnen.“ Die erste Chance zur Wiedergutmachung nach dem 1:2 bei Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden bietet sich den Schwaben an diesem Sonntag (13.30 Uhr/Sky) bei Holstein Kiel. Für Matarazzo gibt es keine Alternative zu einem Sieg. „Es ist sehr, sehr wichtig, dass wir ein Erfolgserlebnis haben am Sonntag. Wir brauchen drei Punkte, wir brauchen eine gute Leistung.“

Trotz des teuersten Kaders der 2. Liga stehen die Stuttgarter im Aufstiegsendspurt gewaltig unter Druck. Was die individuelle Qualität der Spieler angeht, reist der Tabellendritte auch nach Kiel als klarer Favorit. Aber die durch die Corona-Krise erzwungene Geisterkulisse zuletzt in Wiesbaden hatte verdeutlicht, wo das größte Problem dieser Mannschaft liegt. Matarazzos Team startete gut und hätte in Führung gehen müssen, tat das aber nicht - und kam dann mit dem Widerstand des Gegners kaum zurecht.

Während Sportdirektor Sven Mislintat auf der Tribüne mit zunehmender Spieldauer immer lauter wurde, ergab sich ein Großteil der Spieler mehr oder weniger schweigend dem sportlichen Schicksal. „Sich verbal zu unterstützen, sich zu pushen - gerade dann, wenn das Publikum uns fehlt, dann muss das intrinsisch aus uns selbst rauskommen“, forderte Mislintat im Anschluss. Auf dem Platz war zuvor kaum etwas zu hören gewesen.

Matarazzo reagierte darauf im Training und reizte seine Spieler bewusst. „Wir haben versucht, den Druck zu erhöhen“, erzählte er. „Es geht um das Thema Widerstandsfähigkeit: Was passiert in einer schwierigen Situation? Wie gehe ich damit um? Bleibe ich groß, bleibe ich stark?“ Es sei in verschiedenen Gesprächen auch darum gegangen, wo jeder mehr investieren könne.

Jetzt kann man sich natürlich die Frage stellen, warum man solche grundlegenden Eigenschaften auf der Zielgeraden der Saison überhaupt explizit herauskitzeln muss. Sollte das den Profis des Aufstiegsfavoriten schlechthin nicht sowieso klar sein?

Fast 20 neue Spieler hatte Mislintat vor dieser Spielzeit verpflichtet. Auf die Frage, ob man die Zusammenstellung des Kaders hinterfragen müsse, reagierte er zuletzt ausweichend. „Wenn dann am Ende des Tages rauskommt, dass wir nicht lernfähig sind auf diesen Positionen, dann können Sie die Frage gern noch mal stellen“, meinte der 47-Jährige. Das Ende des Tages rückt immer näher. Acht Spiele bleiben dem VfB noch, um eine komplizierte Saison zu einem versöhnlichen Ende zu bringen.

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Erstellt:
22. Mai 2020, 11:00 Uhr

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