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Ähnlich wie 2017: Aufstiegsendspurt wird zum Nervenkrimi

dpa/lsw Stuttgart. Favorit Stuttgart muss wie schon vor drei Jahren bis zum Schluss um den Aufstieg kämpfen. Ex-Trainer Hannes Wolf weiß, wie sich das anfühlt - und worauf es im Endspurt ankommt.

Daniel Didavi vom VfB Stuttgart reagiert im Spiel. Foto: Tom Weller/dpa

Daniel Didavi vom VfB Stuttgart reagiert im Spiel. Foto: Tom Weller/dpa

Behält der VfB Stuttgart im Aufstiegskrimi die Nerven? Spitzenreiter Bielefeld ist den Schwaben vor dem 30. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga bereits um fünf Punkte enteilt, Verfolger Hamburg liegt nur zwei Zähler hinter ihnen. Das Rennen um den Aufstieg spitzt sich zu. Da kann jeder Fehler richtig teuer werden. Auch im Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Osnabrück.

„Wir brauchen wieder 100 Prozent“, sagt VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo vor dem Duell mit den Niedersachsen. Sein eigenes Team hat sich mit Erfolgen gegen den HSV (3:2) und in Dresden (2:0) zuletzt aus der kleinen Krise von zuvor vier sieglosen Spielen in Serie befreit. Und sich dadurch den nötigen Schwung für den Endspurt geholt? „Ich glaube, dass Stuttgart nach diesem Schub sehr viel positive Energie und demnach gute Chancen hat. Aber es bleibt total eng“, sagt Hannes Wolf, der inzwischen als Coach des KRC Genk in Belgien arbeitet.

Wolf selbst hatte den direkten Wiederaufstieg mit dem VfB 2017 geschafft - nach einer ähnlichen Durststrecke Mitte der Rückrunde und erst am letzten Spieltag. Er weiß, wie sich die hohen Erwartungen im Umfeld eines ambitionierten Traditionsclubs anfühlen. Und welche Rolle sie spielen können. „Aufstiegskampf fühlt sich bei Clubs wie dem VfB oder dem HSV eher an wie Abstiegskampf“, sagt der 39-Jährige: „Du musst aufsteigen, bist eigentlich immer dominant, der Gegner in der Regel sehr pragmatisch. Das geht schon an die Psyche der Spieler und ist für alle Beteiligten nicht einfach.“

Matarazzo sieht das trotz fehlender Erfahrung im Tabellenkeller ähnlich. „Der Druck ist enorm“, sagt der aktuelle VfB-Trainer: „Wir müssen es ausblenden, das richtige Maß an Spannung finden, um Leistung zu bringen.“

Wichtig dabei: Das Vertrauen in die eigene Stärke. „Vertrauen spielt eine große Rolle. Auch das Vertrauen, Tore zu schießen“, sagt Wolf: „Beim VfB haben wir damals in den entscheidenden Phasen die Tore von Simon Terodde gehabt. Beim HSV ist es uns in der Endphase der letzten Saison unheimlich schwer gefallen, in Führung zu gehen.“ Was letztlich dazu beitrug, dass Wolf mit den Stuttgartern einst aus der Talsohle in der Rückrunde noch rauskam, mit den Hamburgern vergangene Saison hingegen nicht.

Dem VfB fehlt diese Saison der entscheidende Knipser. Nicolas Gonzalez ist ihr bester Schütze - mit gerade mal neun Toren. Altstar Mario Gomez kommt auf sechs Treffer. Genau wie Daniel Didavi, der gegen Osnabrück wegen einer Knieprellung aber erneut auszufallen droht. „Sie haben vorne durchaus Leute, die treffen können“, sagt Wolf: „Sie hatten ja auch immer ihre Chancen. Es braucht aber halt auch immer das Momentum, dass sie reingehen.“ Und dafür das entsprechende Vertrauen. Und gute Nerven. Im Zielsprint mehr denn je.

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Erstellt:
5. Juni 2020, 11:10 Uhr

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