VfB vor ungewöhnlichem Pflichtspielstart in Rostock

dpa/lsw Stuttgart. 7500 heimische Zuschauer erwarten den VfB Stuttgart in der ersten Pokalrunde in Rostock. Dennoch starten die Schwaben als klarer Favorit in die Partie. Der Bundesligist hat jedoch nicht nur gute Erinnerungen an das Ostseestadion.

Stuttgarts Linksverteidiger Borna Sosa. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Stuttgarts Linksverteidiger Borna Sosa. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Pellegrino Matarazzo weiß, dass ihn und seine Mannschaft außergewöhnliche Umstände erwarten. 7500 Zuschauer dürfen sich am Sonntag (15.30 Uhr) das Pokalspiel des FC Hansa Rostock gegen den VfB Stuttgart im Ostseestadion anschauen. So viele wie noch nie seit dem Inkrafttreten der restriktiven Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie in diesem März.

Hätte die Partie in Stuttgart stattgefunden, wären maximal 500 Zuschauer erlaubt gewesen. Matarazzo stört das nicht. Der Trainer der Schwaben freut sich auf die ungewohnte Kulisse beim Pflichtspielstart in die neue Saison. „Klar gibt es diese Diskussionen über eine einheitliche Regelung“, sagte er. „Aber darüber mache ich mir wenige Gedanken. Ich freue mich.“

Vor einer solchen Menge an Fans zu spielen, das dürfte auch für seine Spieler etwas Besonderes sein. Zumal nur Hansa-Anhänger zugelassen sind. Die Tickets müssen personalisiert sein, es dürfen keine Stehplatz-Karten verkauft und keine Gäste-Fans eingelassen werden. „Natürlich ist es ein Vorteil für die Heim-Mannschaft, wenn sie Zuschauer im Rücken haben“, sagte Matarazzo.

Das interessiere ihn und die VfB-Profis aber nicht. Denn als klarer Favorit starten die Stuttgarter trotzdem in das Duell mit dem Drittligisten. Alles andere als der Einzug in die nächste Runde wäre eine Enttäuschung. Auch das weiß der 42 Jahre alte VfB-Coach.

Bereits zum dritten Mal in Serie muss der VfB in der ersten Pokalrunde an der Ostsee antreten. Im vergangenen Jahr setzten sich die Schwaben unter Matarazzos Vorgänger Tim Walter mit 1:0 durch. 2018 gab es eine peinliche 0:2-Niederlage - und Monate später den Abstieg in die 2. Liga. Einen erneuten Fehlstart will der Aufsteiger diesmal unbedingt vermeiden.

„Der VfB hat in den vergangenen Jahren erlebt, wie unangenehm es sein kann, in Rostock zu spielen“, sagte Matarazzo. „Ich erwartete eine defensivstarke Truppe.“ Fraglich ist, welcher seiner Spieler gegen das Abwehrbollwerk der Rostocker die Tore erzielen soll. Der beste Angreifer Nicolas Gonzalez fällt verletzt aus. Ob für ihn Sasa Kalajdzic oder Hamadi Al Ghaddioui im Sturmzentrum beginnt, ließ der Coach offen.

In der Defensive dürfte Neuzugang Waldemar Anton nach einer starken Vorbereitung gesetzt sein, im Mittelfeld starten mit hoher Wahrscheinlichkeit Daniel Didavi und der neue Kapitän Gonzalo Castro. Linksverteidiger Borna Sosa fällt aufgrund von Knieproblemen aus. Aber wer auch immer in Rostock spielen wird: Der Trainer glaubt nicht, dass die ungewöhnliche Kulisse seine Spieler negativ beeinflussen wird. „Wir haben schon mal Auswärtsspiele gespielt mit Zuschauern“, sagte er trocken. Auch wenn es lange her ist.

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Erstellt:
11. September 2020, 14:21 Uhr

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