Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

VfB setzt Zeichen mit neuem Vertrag für Matarazzo

dpa/lsw Stuttgart. Der VfB Stuttgart hält demonstrativ zum unerfahrenen Trainer Pellegrino Matarazzo. Der Vertrag wurde am Tag vor dem Topspiel gegen den Hamburger SV vorzeitig verlängert und gilt auch, wenn die Schwaben den Aufstieg verpassen. Kommt jetzt die Reaktion des Teams?

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo gibt vor einem Spiel ein Interview. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo gibt vor einem Spiel ein Interview. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Pellegrino Matarazzo zeigte keine besonders großen Emotionen. Der 42-Jährige strahlte nicht so, wie man es von einem unerfahrenen Trainer erwarten könnte, wenn er Glückwünsche zu seinem neuen Vertrag beim VfB Stuttgart entgegennimmt. Mitten in einem Negativtrend und am Tag vor dem brisanten Topspiel gegen den Hamburger SV am Donnerstag (20.30 Uhr/Sky) haben die Verantwortlichen des Traditionsclubs ein klares Zeichen gesetzt. Sie einigten sich mit dem erst im Winter geholten Matarazzo auf eine neue Zusammenarbeit bis 2022, unabhängig davon, ob er den Aufstieg schafft oder nicht.

„Pellegrino Matarazzo hat in nur wenigen Monaten bewiesen, dass er perfekt zum VfB Stuttgart passt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger. Der VfB sei „der festen Überzeugung, dass er alle fachlichen und persönlichen Fähigkeiten in sich trägt, die eine lange Zusammenarbeit möglich machen“.

Der Zeitpunkt kommt überraschend. Die Schwaben sind seit vier Partien sieglos und haben den Re-Start nach der Coronavirus-Zwangspause mit zwei Niederlagen verpatzt. Im Spitzenspiel droht das Team im Aufstiegsrennen womöglich entscheidend zurückzufallen. Doch aufgrund der Arbeitsweise von Matarazzo sei es „logisch und konsequent“, unabhängig von kurzfristigen Resultaten“ zu arbeiten, argumentierte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat.

Der 47-Jährige und der 38-jährige Hitzlsperger werden sich auch selbst der Verantwortung stellen müssen, sollten die erwarteten Erfolge mit Matarazzo ausbleiben. Und sie sendeten auch dem enttäuschenden Luxuskader ein klares Signal.

Mit dem überregional nahezu unbekannten Trainer soll es besser laufen als mit den zahlreichen Vorgängern, die der VfB in den vergangenen Jahren verschlissen hat. Matarazzo war in der Winterpause als Nachfolger von Tim Walter gekommen - ohne dass er Erfahrung als Chef bei den Profis mitbrachte. Sein Vertrag lief ursprünglich bis zum Sommer 2021.

Dass der VfB in jedem Fall mit Matarazzo in die kommende Saison gehen will, hatte Mislintat schon am Montag klargestellt und sich damit gegen eine Trainerdiskussion gestemmt. Die Verlängerung sei seit Wochen geplant gewesen, sagte Hitzlsperger.

Der VfB möchte zeigen, „dass wir Kontinuität leben wollen“. Die vergangenen Jahre waren von ständigen Trainerwechseln geprägt. Bruno Labbadia hielt sich vom Dezember 2010 bis zum August 2013 als bislang letzter Trainer mehr als zwei Jahre im Amt. „Ich mache mir wenig Sorgen, ob ich meinen Job in zwei Monaten noch habe. Ich mache mir viele Gedanken darum, was ich tun muss, um die Aufgabe bestens zu lösen“, sagte Matarazzo.

Er schreckte dabei zuletzt nicht davor zurück, Kapitän Marc Oliver Kempf auf die Bank zu setzen und ließ auch dessen Einsatz gegen den HSV offen. Doch auch Matarazzo, der als Sohn italienischer Einwanderer im US-Bundesstaat New Jersey aufwuchs, hat es bislang nicht geschafft, die Mannschaft an ihre Grenzen zu bringen. Der Druck richtet sich jetzt auf die Spieler. Mit einem Sieg gegen die Hanseaten würden die Stuttgarter wieder auf den zweiten direkten Aufstiegsrang vorrücken und hätten weiter alles in der eigenen Hand.

„Die Basis ist der Zusammenhalt der Mannschaft. Wenn das stimmt, werden wir uns auch mit unserer Qualität durchsetzen können“, sagte der Coach. Seinen Schützlingen habe er selbst von der Vertragsverlängerung nicht erzählt. Das fand er nicht wichtig genug.

Zum Artikel

Erstellt:
27. Mai 2020, 13:02 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!