Voller Optimismus geht’s ins neue Jahr

21-Millionen-Euro-Etat für Auenwald eingebracht – Kreditaufnahme ist nicht erforderlich – Schulden können abgebaut werden

Neue Kredite sind in Auenwald nicht erforderlich, die Schulden können reduziert werden und es wird reichlich investiert – Bürgermeister und Kämmerer blicken optimistisch aufs kommende Jahr. So fielen die Haushaltsreden bei der Einbringung des Haushaltsplans 2019 am Montag erfreulich aus. Trotzdem: Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt weiterhin über dem Landesdurchschnitt.

Voller Optimismus geht’s ins neue Jahr

Von Florian Muhl

AUENWALD. 2018 war „ein für Auenwald sehr aufregendes und für die Verwaltung und die Gemeinderäte sehr arbeitsintensives Jahr“, sagte Karl Ostfalk in der Gemeinderatssitzung. Der Bürgermeister kündigte zudem an: „Es wird auch 2019 für Auenwald mehr als überdurchschnittlich in die Infrastruktur der Gemeinde investiert.“ Äußerst zufrieden und optimistisch äußerte sich auch Kämmerer Matthias Glassl: „Die vergangenen Jahre und insbesondere auch das Jahr 2018 waren geprägt von einer sehr positiven Finanzentwicklung, die eine erhebliche Steigerung der Investitionsausgaben der Gemeinde Auenwald ermöglichte.“

Erfreulich sei, dass keine neue Kreditaufnahme zur Finanzierung der Investitionen notwendig ist. Möglich macht dies laut Glassl die nochmals verbessert ausgefallene Nettoinvestitionsrate und die Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von etwas über 522000 Euro sowie die veranschlagten Grundstückserlösen aus den Baugebieten Hauäcker und Hofäcker. Im Vermögenshaushalt mit einem Gesamtvolumen von etwas über 3,8 Millionen Euro sind die Baumaßnahmen die größte Position, so der Kämmerer.

Die Baumaßnahmen haben sich im Vergleich zur Vorjahresplanung zwar um rund 3 Millionen auf 2,44 Millionen Euro verringert. Dies liegt allerdings am Rekordniveau des Vorjahrs, das durch die Erschließung des Baugebiets Hauäcker und den Bau der Mehrzweckhalle in Hohnweiler geprägt war. Es wird aber wieder umfangreich in die kommunale Infrastruktur investiert. Die Baumaßnahmen umfassen 64 Prozent des Ausgabevolumens des Vermögenshaushalts.

Ostfalk listete die größten Investitionen auf. Demnach wird gleich im neuen Jahr die Bürgerwaldstraße in Oberbrüden und anschließend der Zwiebelbergweg und die Waldstraße in Däfern – jeweils mit Fördermitteln – neu ausgebaut, inklusive Erneuerung der Leitungen im Boden. Für die größte Einzelbaumaßnahme im Rahmen der Ortskernsanierung, die Platzgestaltung in der Ortsmitte vor der Peterskirche, wurde im Vorfeld des geplanten Baubeginns im Jahr 2020 laut Glassl bereits eine Verpflichtungsermächtigung von 1,5 Millionen Euro eingestellt, damit in 2019 schon Aufträge vergeben werden könnten.

Fertiggestellt werden im kommenden Jahr die Umbaumaßnahmen an den Regenüberlaufbecken (213000 Euro). Der Neubau Beaurepairestraßenbrücke, die erste Ringwasserleitung Unterbrüden und die Straßenerneuerung in diesem Bereich sind nahezu abgeschlossen.

Für den ersehnten Allwetterplatz in Oberbrüden hat die Gemeinde „leider – wie bei der Mehrzweckhalle – wiederum keinen Sportstättenzuschuss bekommen“, so Ostfalk. Deshalb sind im Haushaltsplan 2019 nur die restlichen Planungsraten vorgesehen. Erst 2020 und 2021 werden die Baumaßnahmen finanziert. Die Sportplätze in Lippoldsweiler saniert die Gemeinde dagegen schon im kommenden Jahr (rund 80000 Euro).

150000 Euro gehen in die Sanierung der Kanäle, 100000 für das neue Feuerwehrfahrzeug, 150000 für die Bauhofmaschinenhalle, 150000 fürs zentrale Gemeindearchiv und 200000 für den Grunderwerb, „damit wir auch in Unter- und Oberbrüden einige Bauplätze in den kommenden Jahren entwickeln können“, erläuterte Ostfalk. Weitere 25000 Euro stehen für die Jugendlichen für deren Chillplatz bereit (wir berichteten), 20000 werden für weitere barrierefreie Bushaltestellen benötigt, 30000 für eine PV-Anlage auf der Schule Oberbrüden, 75000 für einen ersten Schritt in die Elektromobilität mit einer Ladestation und 43000 für das erste Elektrofahrzeug für die Gemeindeverwaltung sowie Mittel für die Umrüstung von Heizungspumpen und LED-Technik. Die Ausbauplanung der Breitbandversorgung verschlingt 25000 Euro und die Sanierung der Friedhofsmauer in Oberbrüden 50000. 230000 Euro sind als erste Rate für den Ausbau der Kelterstraße, 155000 Euro für den Straßenbau im Zuge des Ringschlusses der Wasserleitung im Bereich Schönblick/Spalier vorgesehen.

Wie der Kämmerer sagte, sinkt zwar die Pro-Kopf-Verschuldung im Vergleich zur Vorjahresplanung auf 471 Euro, liegt aber weiterhin über dem Landesdurchschnitt von derzeit 325 Euro. Hinzu kommen die Schulden des Eigenbetriebs Wasserversorgung, und die steigen derzeit. Ende 2019 wird beim Eigenbetrieb eine Verschuldung von drei Millionen Euro erwartet. Das entspricht einer Verschuldung von 447 Euro pro Einwohner.

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Erstellt:
19. Dezember 2018, 06:00 Uhr

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