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Von Kneipe zu Kneipe in der Partynacht

Bei der fünften Livenacht in Backnang feiern mehr als 2000 Nachtschwärmer in zwölf Locations bis in den frühen Morgen

Backnang feiert, tanzt, singt – und das bei milden Temperaturen: Mit einem neonorangenen Armband am Handgelenk haben sich am Samstag für viele Nachtschwärmer und Musikfans die Türen zu einem facettenreichen Streifzug durch zwölf Lokale in der Stadt geöffnet. Die fünfte Auflage der Veranstaltung zeigt: Die Tour mit Livemusik hat sich im Backnanger Kalender etabliert.

Nicht nur in den Locations ging die musikalische Post ab: Es wurde auch unter freiem Himmel gefeiert, die milden Temperaturen hatten dazu eingeladen. Fotos: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Nicht nur in den Locations ging die musikalische Post ab: Es wurde auch unter freiem Himmel gefeiert, die milden Temperaturen hatten dazu eingeladen. Fotos: T. Sellmaier

Von Yvonne Weirauch

BACKNANG. „Da kann man es sich ja direkt draußen gemütlich machen, so mild ist es“, eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn halten sich tatsächlich schon viele Musikbegeisterte in Backnang auf, trinken hier oder da einen Aperol Spritz, ein Bier oder einen exotischen Longdrink. „Ich habe extra eine Jacke mitgenommen, weil ich letztes Jahr gefroren habe, die brauche ich jetzt garantiert nicht“, sagt Evelyn Knup aus Winnenden und lacht. Mit ihren drei Freundinnen ist sie bereits das dritte Mal bei der Musiknacht in Backnang dabei. Sie sind neugierig auf das im Sommer neu eröffnete mexikanische Restaurant Joe Peña’s und wollen dort zu Samba, Salsa und Reggae abtanzen. Denn Alex Papas verspricht genau das, was die Mädels hören wollen: Brasilian Pop und Latin Music.

Ebenfalls gut 60 Minuten bevor es losgeht, nimmt eine Dame vor dem Wohnzimmer Platz. Sie hat ein silbernes Köfferchen dabei – wie so einige Damen an diesem Abend, die sich in oder vor den Lokalen postieren. In dem Köfferchen sind Kasse, Armbändel und Flyer enthalten. „Bei uns kann man die Eintrittsbänder kaufen oder die vorbestellten abholen“, lässt sie wissen. Jene orangefarbenen Bändchen öffnen Tür und Tor zu den zwölf Musikveranstaltungen. Exzellente Livebands und ausgelassene Partystimmung bis tief in die Nacht – dafür steht die Livenacht Backnang.

Das Konzept ist abgestimmt, für jeden ist etwas dabei. Zum fünften Mal hat Markus Wahsner von der Veranstalteragentur City-Event die Musikmeile organisiert. Die Agentur übernimmt die Vorbereitungen der Livenacht, die Gastronomen stellen ihre Lokale zur Verfügung. Das A und O sei laut Organisatoren und Sponsoren die Werbung im Vorfeld: Faltblätter drucken und verteilen und die Presse informieren.

Während im Wohnzimmer die Schwäbisch Haller Band „2 weeks before“ für Rock und Pop sorgt, bringt Livenacht-Urgestein und „Voice of Germany“-Star John Noville mit seinen internationalen Hits, mit Reggae- und Soulsongs das Publikum im Tante Emma zum kochen. Der Rastaman aus Barbados ist ein Vollblutmusiker und vermittelt seinen Zuhörern karibisches Feeling und Lebensfreude. Manche Musiker und Gäste kennen sich, begrüßen sich schon fast freundschaftlich. Karibisch geht es auch im Fancy zu. Dort sorgt Sauvage für Soul, Calypso und Reggae-Klänge, die zum Mittanzen animieren. Das musikalische Angebot reicht von Rock über Samba und Reggae bis zu Schlagern und aktuellen Partykrachern. Dank kurzer Wege in der City können die Livemusik-Besucher gemütlich von Lokal zu Lokal schlendern und sich ihr persönliches Musikprogramm zusammenstellen. So strömen die Menschen mitunter durch die Straßen der Innenstadt. Welche Band hörenswert ist, welche Musik abgefahren ist und mitreißt und wo es gerade etwas überfüllt ist, ruft man sich im Vorbeigehen zufällig zu oder man kommt gar ins Gespräch, weil einen der Musikgeschmack vereint. Wer drinnen keinen Platz findet, oder sogar gar kein Bändchen am Arm trägt, bekommt so manches Hörerlebnis außen mit. „Wir sind noch eine Runde durch die Stadt gelaufen, und haben so auch einiges vom Musikgeschehen mitbekommen“, sagt ein älteres Ehepaar. Nicht fehlen darf Ausnahmemusiker Güray, der traditionell in der Segafredo Café-Bar mit seiner Band auftritt und Akustik-Pop vom Feinsten abliefert. Kurz vor Mitternacht wird richtig abgetanzt. Viele finden den „Soul zum Grooven topp“.

Gegen Mitternacht ist es fast überall „knackevoll“

Ebenfalls mit von der Partie bei der Livenacht sind die Schulamtsband (Merlin) und die Juuns (Disco Life), Shut Up (Markgraf), The Melting (Sofi’s Plan B) und „4 more friends“ (Café-Bar Treff). Manche Zuhörer halten sich auch nur in einem Ambiente auf – deshalb, weil ihnen nur diese Art von Musik gefällt, sie nur diese eine Band sehen wollen. So wie beispielsweise ein junges Pärchen, das seinen Namen nicht verraten, aber unbedingt loswerden möchte, dass die Musiknacht eine „mega Veranstaltung ist“. Die Zwei sind Fans der Partyexperten „Firma Holunder“, die das Kunberger mit Partyknallern aus den letzten Jahrzehnten wieder in ein Tollhaus verwandeln. Gegen Mitternacht ist es fast überall „knackevoll“. Manchmal sieht man die Musiker vor lauter Publikum nicht, aber macht nichts: „Es geht ja auch ums Hören und um das Feeling zum Tanzen“, ist zu vernehmen. Auf engem Raum sind „The Blackbyrds“ im Irish Pub zu Gast. Sie zelebrieren die Sixties in ihrer rauen Art, ohne technischen Schnickschnack und werden vom Publikum gefeiert.

Wenn die Livemusiker ihre Nacht beendet haben, können die Nachtschwärmer, die noch nicht nach Hause wollen, weiterfeiern: In der ein oder anderen Kneipe sorgen DJs dafür, dass noch bis in die frühen Morgenstunden weiter abgetanzt werden kann.

John Noville sorgte im Tante Emma für Reggae- und Soul-Feeling.

© Tobias Sellmaier

John Noville sorgte im Tante Emma für Reggae- und Soul-Feeling.

Ganz nah an jedem Ton: Abtanzen mit Güray&Friends im Segafredo. Bandleader Güray Atalay bot Akustik-Pop mit souligen und lateinamerikanischen Einflüssen, bei dem das Publikum tänzerisch aufdrehte.

© Tobias Sellmaier

Ganz nah an jedem Ton: Abtanzen mit Güray&Friends im Segafredo. Bandleader Güray Atalay bot Akustik-Pop mit souligen und lateinamerikanischen Einflüssen, bei dem das Publikum tänzerisch aufdrehte.

„The Blackbyrds“ sorgten für beste Stimmung auf sehr engem Raum im „An Sibin – Irish Pub“.

© Tobias Sellmaier

„The Blackbyrds“ sorgten für beste Stimmung auf sehr engem Raum im „An Sibin – Irish Pub“.

Alex Papas beim Mexikaner Joe Peña’s: Ein Hauch von „brasilianischer Worldmusic“.

© Tobias Sellmaier

Alex Papas beim Mexikaner Joe Peña’s: Ein Hauch von „brasilianischer Worldmusic“.

Info
Weitere Bilder im Netz

Mehr Bilder von der fünften Backnanger Livenacht gibt es im Internet auf unserer Homepage www.bkz.de zu sehen.

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Erstellt:
3. November 2019, 17:26 Uhr

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