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„Von Routine kann überhaupt keine Rede sein“

Das Interview: Für Burgstettens Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz ist die Wiederwahl neuer Ansporn

Backnangs OB Frank Nopper gratuliert Burgstettens Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz zur Wiederwahl. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Backnangs OB Frank Nopper gratuliert Burgstettens Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz zur Wiederwahl. Foto: T. Sellmaier

BURGSTETTEN. Am Tag nach ihrem überzeugenden Wahlerfolg sprüht Burgstettens Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz wie all die Jahre zuvor vor Tatendrang. BKZ-Redakteur Matthias Nothstein wollte gestern von der 58-Jährigen wissen, wie sie ihren vierten Wahlsieg einordnet, wie sie das Ergebnis ihrer Mitbewerber bewertet und welche Projekte sie in den nächsten Jahren unbedingt verwirklichen möchte.

Frau Bürgermeisterin Wiedersatz, herzlichen Glückwunsch zur Wahl. Haben Sie Ihren Sieg gefeiert, oder ist die Wiederwahl, mit der Sie künftig die am längsten amtierende Bürgermeisterin in Baden-Württemberg sein werden, für Sie inzwischen schon Routine?

Also Routine überhaupt gar nicht. Ich finde, es war spannend bis zum Schluss, auch wenn ich nie daran gezweifelt habe, dass ich wiedergewählt werde. Aber man will natürlich wissen, wie groß der Rückhalt in der Bevölkerung ist und wie hoch die Wahlbeteiligung. Ich habe mich sehr gefreut, dass noch so viele Bürger mobilisiert werden konnten, obwohl es um meine vierte Amtszeit ging. Dass die Wahlbeteiligung über 44 Prozent lag und ich 83,9 Prozent Zustimmung erhalten habe, das war schon klasse.

Sind Sie mit den knapp 84 Prozent auch zufrieden, wenn man berücksichtigt, dass Sie als Amtsinhaberin angetreten sind und dass es keine qualifizierte Konkurrenz gab?

Es ist einfach so: Wenn man so viele Jahre im Amt ist, und ich war vor meiner Bürgermeisterzeit ja auch schon elf Jahre Hauptamtsleiterin, also ich bin schon 35 Jahre in Burgstetten, dann musste ich auch Entscheidungen treffen, die nicht jedem gefallen haben. Und es gab Projekte, die nicht so verwirklicht werden konnten, wie ich es gerne gemacht hätte. Manchmal, weil die Finanzen es nicht ermöglichten, manchmal aus rechtlichen Ursachen. Aber viele Mitbürger kennen diese Hintergründe nicht. Aber manche Bürger vergessen solche Dinge nicht, selbst wenn ich mich schon gar nicht mehr daran erinnern kann. Es gibt immer Menschen, die ich nicht überzeugen kann. Aber ich hoffe immer noch, dass ich alle, die mich bisher nicht gewählt haben, dann doch noch durch gute Arbeit für mich gewinnen kann. Ich habe ein gutes Ergebnis erreicht und weiß, die Bevölkerung steht hinter mir.

Welches Ergebnis der Mitbewerber gibt Ihnen mehr zu denken? Die 9,27 Prozent von Frau Winter, die immerhin noch eine reelle Kandidatin war, oder die 3,6 Prozent von Herrn Speitelsbach?

Also zu denken geben mir die 48 Stimmen für den Herrn Speitelsbach. Weil ich mich frage, wie kann man so jemanden wählen? Wenn ich keine andere Alternative hätte, würde ich vermutlich lieber gar nicht zur Wahl gehen. Dass man jemand wählt, der absolut nichts bringt, und von dem fragwürdige Äußerungen gemacht wurden, das ist sehr bedenklich. Gegen meine Mitkandidatin Frau Winter habe ich hingegen gar nichts. Im Gegenteil, ich komme gut mit ihr aus. Sie hat Mut bewiesen und es einfach einmal versucht.

Was wollen Sie in der kommenden Legislaturperiode jetzt unbedingt erledigen?

Die Freibadsanierung läuft ja bereits. Der Lebensmittelmarkt ist mir nun ganz, ganz arg wichtig. Bei der Informationsveranstaltung dazu war die Halle restlos gefüllt. Die Mitbürger stehen voll hinter diesem Lebensmittelmarkt. Ebenso das Baugebiet Brühl. Da hoffe ich, dass wir all die Menschen, die wegen des Verkehrs Bedenken haben, auch noch zufriedenstellen können.

Ist es nun definitiv Ihre letzte Wahlperiode?

Das weiß ich Stand heute natürlich noch nicht. Es gibt immer noch so viele Themen, die ich anpacken möchte, deswegen habe ich mich auch nochmals zur Wahl gestellt. Mir macht die Arbeit Spaß, ich habe ein engagiertes Team und einen engagierten Gemeinderat. Deshalb hoffe ich, dass wir noch vieles auf den Weg bringen können.

Was ist der Unterschied von dieser vierten Amtszeit zu den ersten Jahren als Bürgermeisterin?

Ich kann nicht sagen, dass es da einen Unterschied gibt. Wir haben immer noch viele Aufgaben, auch wenn viele Projekte in der Gemeinde im Bereich der öffentlichen Einrichtungen schon erledigt wurden. Aber die Aufgaben ändern sich. Künftig wird der Klimawandel im Fokus stehen, da werden wir noch viel mehr machen müssen. Es gibt viel zu tun, die Arbeit hört nie auf.

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Erstellt:
24. September 2019, 06:00 Uhr

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