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Vorgezogener Festbeginn voll verhagelt

Gewitter mit Starkregen und Hagelschlag hält Betrieb auf dem Rummelplatz in Schach – Vergnügen beginnt erst spät am Nachmittag

Unheilvolle Wolken statt Festbetrieb: Der Rummel musste erst einmal pausieren. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Unheilvolle Wolken statt Festbetrieb: Der Rummel musste erst einmal pausieren. Foto: A. Becher

Von Armin Fechter

BACKNANG. Einen ungewohnten Auftakt hätte das Backnanger Straßenfest dieses Mal nehmen können: Schon gestern und damit einen Tag vor der offiziellen Eröffnung hätte der Betrieb auf dem Rummelplatz losgehen dürfen. Wegen des Feiertags allerdings mit Einschränkungen: Den Betreibern war auferlegt worden, um 20 Uhr Schluss zu machen. Und sie mussten auf die laute Musikbeschallung verzichten. Als es dann aber auf 13 Uhr zuging, braute sich am Himmel Ungemach zusammen – und dann öffneten sich die Schleusen, und ein heftiges Gewitter sorgte für einen im wahrsten Sinn des Wortes verhagelten Start.

Schon am Vormittag flanierten gestern Neugierige durch die Reihen der Fahrgeschäfte. Auch von der Murrpromenade her warfen Spaziergänger und Gassigeher mit Hunden interessierte Blicke in Richtung der Buden, die die Schausteller seit Wochenbeginn auf der Bleichwiese errichtet hatten. Da und dort wurde saubergewischt und poliert, irgendwo klopften ein paar Hammerschläge. Dann setzte sich das Riesenrad in Bewegung – mit leeren Körben, eine Testfahrt. Auch ein Karussell drehte zur Probe einige Runden und blieb wieder stehen. Die Szenerie vor Festbeginn taugte als Fotokulisse: Etliche Mütter und Väter zückten die Kamera, um ihre Kleinen gekonnt ins rechte Licht zu rücken. Alles schien auf den erwarteten Festauftakt zuzulaufen, der ein frühes Vergnügen auf dem Rummel verhieß. Doch die Natur durchkreuzte mit einem dicken Strich alle Pläne von einem bunten Nachmittag auf dem Rummel.

Die dunklen Wolken zogen auf, als es eigentlich losgehen hätte dürfen, erste dicke Tropfen fielen. Unheilvolles Grollen ließ nichts Gutes ahnen. Wenige Minuten später begann es dann massiv zu regnen und zu hageln, und das dunkle Rumoren weitete sich zu einem statthaften Gewitter mit Blitz und Donner aus. Alles rennet, rettet, flüchtet: Das berühmte Wort aus Schillers „Glocke“ wurde Realität.

Damit war an einen Festplatzbetrieb vorerst nicht mehr zu denken. Erst später am Nachmittag, als sich die Wetterlage zu beruhigen schien und die Anlagen zum wiederholten Mal trocken gewischt worden waren, begannen sich die ersten Fahrgeschäfte zu drehen – oft allerdings nur für wenige Mitfahrer. Erst gegen Abend kam der Betrieb besser in Schwung.

Die starken Niederschläge sorgten derweil aber dafür, dass Polizei und Feuerwehr zu tun bekamen. So gingen einige Meldungen ein, wonach Wasser in Keller eingedrungen war, und aus einigen Gullys drang Wasser, das in der Kanalisation keinen Platz mehr hatte, beispielsweise in Maubach an der Eisenbahnunterführung. Ein Schwerpunkt lag laut Polizei im Raum Backnang/Burgstetten. Es kam aber auch zwischen Weiler zum Stein und Leutenbach zu Straßenüberflutungen. In Backnang selbst stieg der Pegelstand der Murr, die auch viel Unrat mitbrachte, die Alarmmeldungen hielten sich aber in engen Grenzen: Wie Feuerwehrsprecher Jan Kusche auf Nachfrage erklärt, sei es in der Stadt ruhig gewesen – die Feuerwehr hatte keine Einsätze zu fahren.

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Erstellt:
21. Juni 2019, 06:00 Uhr

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