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Votum für Fotovoltaik auf der Schule

Der erzeugte Strom dient künftig der Energieversorgung des Hochbehälters Abstetter

Das Schulgebäude B in Kirchberg an der Murr wird saniert. Auf das spätere Pultdach kommt eine große Fotovoltaikanlage. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Das Schulgebäude B in Kirchberg an der Murr wird saniert. Auf das spätere Pultdach kommt eine große Fotovoltaikanlage. Foto: A. Becher

Von Ingrid Knack

KIRCHBERG AN DER MURR. Der Gemeinderat Kirchberg befürwortet „bedingungslos“ eine Fotovoltaikanlage auf dem Schulgebäude B, die nach heutiger Annahme von der Wasserversorgung Kirchberg gebaut wird. Dies ist eine politische Entscheidung, die in der Ratssitzung am Donnerstagabend getroffen wurde. Denn das Votum ist ein Statement, bei dem ökologische Kriterien im Vordergrund stehen. Dass sich die Anlage in den nächsten 20 Jahren rechnet, ist eher unwahrscheinlich.

Die Gemeinde Kirchberg an der Murr plant die Sanierung eines Gebäudeteils der Schule, das als Schulgebäude B bezeichnet wird. Dieses wird künftig für eine weitere Kindergartengruppe und für eine Vergrößerung von KigaPlus für Kinder, die sich im Jahr vor der Schulpflicht befinden, sowie für die Kernzeitbetreuung genutzt. Mit der Gebäudesanierung einher geht die Erneuerung der Dachfläche. Das derzeitige Flachdach wird in ein Pultdach mit versetzten Dachflächen umgebaut. Das hatte der Gemeinderat im November 2018 beschlossen. Damals wurde auch bereits über eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach gesprochen. In der jüngsten Sitzung war nun Thema, welches Konzept das beste ist.

Diplom-Ingenieur Thomas Schwabe von der Klett Ingenieur GmbH in Fellbach ging anschaulich auf das Thema Wirtschaftlichkeit und auf das Für und Wider möglicher Varianten ein. Diese reichten von einer kleinen Anlage zur Abdeckung des Strombedarfs der Schule bis hin zu einer großen und kleinen Anlage nebeneinander, die zum einen Strom für den Hochbehälter Abstetter und zum anderen Strom für die Schule liefern. Auch gar keine Fotovoltaikanlage oder eine Anlage nur für die Stromversorgung des Hochbehälters gehörten zu den Überlegungen. Aus dem Baurecht ergibt sich übrigens keine Verpflichtung der Gemeinde zur Errichtung einer Fotovoltaikanlage an dieser Stelle.

Gemeindehalle und Sporthalle fielen im Vorfeld durchs Raster

Und was ist mit den anderen Gebäuden der Gemeinde in der Nähe der Schule? Da die Gemeindehalle in den nächsten Jahren ebenfalls saniert oder durch einen Neubau ersetzt wird und dann ohnehin „eigenständige Betrachtungen und Energiekonzepte“ erstellt werden müssen, so Thomas Schwabe, wurde dieses Gebäude in puncto Fotovoltaikanlage nicht weiter berücksichtigt.

Der meiste Strom für die 2005 gebaute Dreifeldsporthalle wird für die Beleuchtung gebraucht. Dieser wird allerdings dann benötigt, wenn die Sonneneinstrahlung – und damit auch die Möglichkeit, eigenen Strom über eine Fotovoltaikanlage zu erzeugen – abnimmt. Auch dieses Gebäude spielte in der weiteren Untersuchung keine Rolle mehr. Anders sieht es mit dem Hochbehälter Abstetter aus. Schwabe: „Da das Gebäude der Wasserwirtschaft einen wesentlichen Stromverbraucher darstellt, wird neben der Schule mit der Kita beziehungsweise dem KigaPlus auch dieses Gebäude in die Betrachtung einbezogen.“

Nach längerer Abwägung von Vor- und Nachteilen entschied der Gemeinderat, dass aufs Dach der Schule eine große Fotovoltaikanlage kommt, der erzeugte Strom ist ausschließlich für die Stromversorgung des Hochbehälters gedacht. Der Bau wird über die Wasserversorgung abgerechnet, die im Kirchberger Haushalt als Brutto-Regiebetrieb läuft. Juristische und steuerliche Aspekte spielen hier eine Rolle. Die Schule und der Hochbehälter könnten nicht vermischt werden, so Schwabe. Was den Strombedarf in der Schule angeht, hatte Schwabe angemerkt: „Der Strom wird hauptsächlich dann gebraucht, wenn die Sonne noch nicht scheint.“ Wegen der Ferien gäbe es auch „saisonale Schwankungen“. Zudem sprach er von einem geringen Dauerlastverbrauch. Ganz anders sieht es dagegen beim Hochbehälter Abstetter aus. Dies sei ein „sehr gut geeigneter Dauerverbraucher“. Mit Blick auf die nächsten 20 Jahre meinte der Experte in Sachen Wirtschaftlichkeit der Anlage: „Das könnte ein Nullsummenspiel werden.“

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Erstellt:
28. September 2019, 06:00 Uhr

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