Baden-Württemberg

Wärmeliebende Heuschrecken breiten sich zunehmend aus

Lauchschrecke und Gottesanbeterin profitieren. Und auch manch neue Art könnte es nach Deutschland treiben. Doch für andere ist der Klimawandel eine Gefahr.

Für Manche Heuschrecken ist der Klimawandel ein Problem – doch nicht für alle. (Symbolbild)

© Felix Kästle/dpa/dpa-tmn

Für Manche Heuschrecken ist der Klimawandel ein Problem – doch nicht für alle. (Symbolbild)

Von red/dpa/lsw

Während einige Heuschrecken-Arten hierzulande unter dem Klimawandel leiden, profitieren insbesondere die wärmeliebenden. „Die Vierpunktige Sichelschrecke, die früher super selten war, kommt inzwischen in jedem Busch vor“, sagte Martin Husemann, Heuschrecken-Experte und Direktor des Naturkundemuseums Karlsruhe.

Dort findet ab 17. April die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopterologie (DGfO) statt. Auch die Lauchschrecke sei eine Klimagewinnerin, ebenso wie die einzige in Deutschland vorkommende Fangschrecke: die Europäische Gottesanbeterin.

Auch neue Arten könnten sich infolge der Erderwärmung hierzulande ausbreiten, sagte Husemann und nannte Wanderheuschrecken als Beispiel. Eine Gefahr durch die invasiven Tiere sieht der Fachmann derzeit aber nicht - anders als etwa beim Buchsbaumzünsler (einem Schmetterling), der Marmorierten Baumwanze, der Asiatischen Hornisse oder der Ameise Tapinoma magnum.

Klimawandel als Gefahr für Heuschrecken-Art

Hingegen ist der Klimawandel für manch heimische Heuschrecken-Art eine Gefahr, wie aus Angaben des Bundesamts für Naturschutz hervorgeht: Der Lebensraum des Sumpfgrashüpfers beispielsweise sei aufgrund der vermehrten sommerlichen Dürreperioden durch den Klimawandel stark geschrumpft, aber auch durch den Einsatz von Entwässerungssystemen. 

Eingriffe in die Natur wie Drainagen, intensivere Landwirtschaft und Aufforstung zerstören laut der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie auch die Lebensräume des Warzenbeißers. Diese deutschlandweit verbreitete Heuschrecken-Art ist zum Insekt des Jahres 2026 gewählt worden.

# - Heuschrecken im Naturkundemuseum Karlsruhe

Zum Artikel

Erstellt:
12. April 2026, 11:52 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen