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Wald in Not: Experten beraten über Notfallplan

dpa/lsw Stuttgart. Der Wald ist in Not - aber was tun? Forstminister Hauk stellt bei einem Gipfel an diesem Montag einen Plan vor. Aber gehen seine Vorschläge so durch - auch beim grünen Koalitionspartner?

Der baden-württembergische Forstminister Peter Hauk in einem Forst. Foto: Patrick Seeger/Archivbild

Der baden-württembergische Forstminister Peter Hauk in einem Forst. Foto: Patrick Seeger/Archivbild

Rund 50 Experten beraten am Montag in Stuttgart über einen Notfallplan für den baden-württembergischen Wald. Forstminister Peter Hauk (CDU) hat Maßnahmen mit einem Volumen von jährlich 40 Millionen Euro für 2020 und 2021 vorgeschlagen und zu dem Gipfel eingeladen. Auslöser für die Krisenstimmung sind die massiven Waldschäden nach zwei trockenen Sommern in Folge.

Der Aktionsplan soll nach Hauks Vorschlag mehrere Maßnahmen umfassen - etwa zur Unterstützung der Klimaforschung und des Krisenmanagements, dazu finanzielle Unterstützung für Waldbesitzer und Erleichterungen für die Holzvermarktung. Vorgesehen sind aber auch 200 neue Stellen in der Forstverwaltung. Der Wald im Südwesten ist mehr als 13 700 Quadratkilometer groß, das entspricht 38,4 Prozent der Landesfläche.

Der Notfallplan und das dafür nötige Geld müssen noch mit den Grünen in der gemeinsamen Regierung abgestimmt werden. Die Beratungen für den Doppeletat 2020/21 des Landes gehen bald in die heiße Phase. Da das Geld knapp ist, ist noch offen, ob Hauks Vorstellungen so durchgehen. Allerdings hatte auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bei einer Waldbegehung im August im Schwarzwald gesagt: „Wir sind in einer echten Krisensituation.“

Nach früheren Worten von Minister Hauk sind im gesamten Land drastische Schäden an Buchen aufgetreten. Im Rheintal falle die Kiefer auf großen Flächen aus, in weiten Teilen Baden-Württembergs gebe es immense Schäden bei Tannen, und der Fichtenbestand sei massiv vom Borkenkäfer geschädigt. Die Fichte reagiert nach den Worten von Nabu-Landeschef Johannes Enssle besonders empfindlich auf Wärme und Trockenheit. Zugleich wird sie von der holzverarbeitenden Industrie bevorzugt, weil sei einfach und günstig verarbeitet werden kann.

Der Nabu dringt darauf, die Wälder umzubauen. Es müssten mehr Laubmischwälder her und weniger Fichten und Kiefern. Ein naturnaher Wald sei widerstandsfähiger gegen Wetterextreme. Zudem appellieren Naturschützer an die CDU im Bund, eine CO2-Steuer mitzutragen - als Beitrag zum Klimaschutz. Ein CO2-Preis würde den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases im Verkehr und beim Heizen verteuern.

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Erstellt:
2. September 2019, 07:04 Uhr

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