Warnstreik bei der Servicegesellschaft Nordbaden

dpa/lsw Wiesloch. Mit einem ganztägigen Warnstreik haben Mitarbeiter der Servicegesellschaft Nordbaden (SGN) am Dienstag ihre Forderung nach höheren Löhnen unterstrichen. Die SGN ist eine hundertprozentige Tochterfirma des Psychiatrischen Zentrums in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis). Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beklagt, Mitarbeiter in der Wäscherei oder etwa auch Küchenhilfen würden weit weniger verdienen als das Personal in anderen psychiatrischen Einrichtungen in Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg. Bei der SGN in Wiesloch werden eigenen Angaben zufolge täglich mehrere Tausend Mittagessen zubereitet. Etwa 140 Mitarbeiter seien dort tätig.

„Streik“ steht auf einem Schild neben der Straße. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

„Streik“ steht auf einem Schild neben der Straße. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

„Wir wurden von dem heutigen unangekündigten Warnstreik vollkommen überrascht, da er mitten in den laufenden Tarifverhandlungen geführt wird“, wurde Geschäftsführer Vincent Karfus in einer Mitteilung zitiert. Zum Inhalt der Verhandlungen wollte das Unternehmen auf Anfrage keine Angaben machen.

Eine Verdi-Sprecherin sagte, die Geschäftsleitung habe bei der jüngsten Lohnverhandlung am 24. September eine Erhöhung angeboten, die deutlich unterhalb des Ländertarifs liege. So sollen Wäscherei- und Küchenhilfen sowie Köche in diesem Jahr eine Erhöhung von etwa drei Prozent erhalten. „Damit würde sich die ohnehin schon bestehende Lohnschere weiter vergrößern“, kritisierte die Sprecherin.

Die 2006 gegründete SGN ist der Gewerkschaft zufolge die einzige Ausgliederung an einer der neun psychiatrischen Einrichtungen, die vom Land Baden-Württemberg betrieben werden. Das sei problematisch, zumal das Land der ungleichen Lohnentwicklung keinen Vorschub leisten solle, fügte die Verdi-Sprecherin hinzu.

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Erstellt:
6. Oktober 2020, 13:12 Uhr

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