Warnstreiks für vier Prozent mehr Lohn

Auch in fünf Betrieben im Rems-Murr-Kreis sind Beschäftigte dem Aufruf der IG Metall in der aktuellen Tarifrunde gefolgt.

Mit einem Selfie dokumentieren Stihl-Beschäftigte in Waiblingen ihren Warnstreik. Foto: IG Metall

Mit einem Selfie dokumentieren Stihl-Beschäftigte in Waiblingen ihren Warnstreik. Foto: IG Metall

Von Bernhard Romanowski

WAIBLINGEN. Mehrere Tausend Beschäftigte in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie haben im Laufe der zurückliegenden Woche zeitweise die Arbeit niedergelegt. Die IG Metall fordert in der aktuellen Tarifrunde ein Entgeltvolumen von vier Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit, das zur Stabilisierung der Einkommen und zur Sicherung von Beschäftigung eingesetzt werden soll. Außerdem will die IG Metall einen tariflichen Rahmen für künftige betriebliche Beschäftigungsverträge schaffen und die Perspektiven für Auszubildende und dual Studierende verbessern.

Im Rems-Murr-Kreise beteiligten sich laut IG Metall die Betriebe Mahle Aftermarket GmbH, Robert Bosch Power Tools GmbH, Stihl AG & Co. KG, Syntegon Technology GmbH und Robert Bosch GmbH WaP an den Warnstreikaktionen, zu denen die IG Metall aufgerufen hatte. Große Teile der Belegschaften hätten den „Frühschluss“ praktiziert, seien also ein bis sechs Stunden pro Schicht früher gegangen. Einen Bandabriss, also einen Stopp der Produktion, wolle man noch verhindern. „Wir tun auch alles, damit die Hygienebedingungen eingehalten werden. Mit Maske und Abstand probieren wir neue Warnstreikformen aus, zum Beispiel bei Protestzügen mit Absperrbändern als Abstandshalter“, erklärt Matthias Fuchs, der Geschäftsführer und Kassierer des IG-Metall-Kooperationsteams Ludwigsburg/Waiblingen.

Im Kreis Ludwigsburg lag die Zahl der teilnehmenden Betrieb bei acht Unternehmen. „Wir reden hier von fast 3000 Beschäftigten in beiden Landkreisen allein diese Woche. Das ist ein Wort. Kommende Woche werden sich noch mehr Betriebe in den Kreisen Rems-Murr und Ludwigsburg beteiligen“, prophezeit Fuchs, der von rund 20 teilnehmenden Betrieben für nächste Woche ausgeht. Die Firma Stihl in Waiblingen habe jüngst öffentlich von einem Rekordergebnis für 2020 gesprochen – an diesen Gewinnen sollten die Beschäftigen teilhaben, so Fuchs. In einer Online-Pressekonferenz am Freitag schilderten Streikführer aus den genannten Betrieben die Lage vor Ort. Michael Christoph, Betriebsrat bei der Firma Syntegon in Waiblingen berichtete beispielsweise: „Die Stimmung in der Belegschaft ist gut. Werkshalle und Büros sind leer. Es kann losgehen.“

In den ersten drei Verhandlungsrunden wurde bei keinem der Punkte eine Annäherung erreicht, so die Gewerkschaft. Am Dienstag, 9. März, treffen sich die Verhandlungspartner zur vierten Runde. Für Freitag, 12. März, ist ein virtueller Warnstreik via Internet mit den Beschäftigten im Homeoffice geplant, kündigt der Gewerkschafter Fuchs an.

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Erstellt:
6. März 2021, 06:00 Uhr

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