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Warum fällt die Redcare-Pharmacy-Aktie?

Die Redcare-Pharmacy-Aktie verliert zum Vortag über 11 Prozent. Analystenkritik, Konkurrenz durch dm und ein schwaches Chartbild belasten den MDAX-Titel.

Die Redcare-Pharmacy-Aktie verliert über 11 % und fällt auf ein neues Zwei-Jahres-Tief unter 80 €. Analystenkritik, Konkurrenz durch dm und ein schwaches Chartbild belasten den MDAX-Titel.

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Die Redcare-Pharmacy-Aktie verliert über 11 % und fällt auf ein neues Zwei-Jahres-Tief unter 80 €. Analystenkritik, Konkurrenz durch dm und ein schwaches Chartbild belasten den MDAX-Titel.

Von Matthias Kemter

Redcare Pharmacy (ehemals Shop Apotheke Europe) ist eine börsennotierte Online-Apotheke mit Sitz in den Niederlanden. Das Sortiment reicht von rezeptfreien und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln bis hin zu Nahrungsergänzungs- und Beautyprodukten. Aktuell notiert die Aktie von Redcare Pharmacy bei 79,10 Euro. Ein Rückgang von über 11 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit markiert das Papier ein neues Zwei-Jahres-Tief. Doch was steckt hinter dem Kursrutsch?

1. Gemischte Analystenstimmen belasten den Kurs

Als Hauptgrund für den heutigen Rückgang gilt aktuell eine neue Einschätzung der Investmentbank Jefferies. Denn die Analysten haben ihre Gewinnprognose für Redcare zurückgenommen und das Kursziel von 170 auf 150 Euro gesenkt. Die Kaufempfehlung wurde zwar belassen und auch das Kursziel liegt damit immer noch deutlich über dem aktuellen Kurs, dennoch sorgt die Anpassung für Verunsicherung am Markt. Die Anpassung erfolgt in einem gemischten Analysenumfeld. So hat bereits die UBS Ende Juli das Kursziel auf 82 Euro reduziert und die Aktie auf „Sell“ eingestuft. Die Deutsche Bank hält hingegen an ihrer Kaufempfehlung mit einem deutlich höheren Kursziel von 214 Euro fest. Die Analystenlandschaft zeigt also ein gemischtes Bild, was ebenfalls zur Unsicherheit beiträgt.

2. Neue Konkurrenz durch dm

Neben den Analystenkommentaren sorgt auch der geplante Markteintritt der Drogeriemarktkette dm in den Arzneimittelversand für Druck auf die Aktie. Ab dem zweiten Halbjahr 2025 will dm rezeptfreie Medikamente online verkaufen. Die sogenannte Non-Rx-Sparte machen bei Redcare Pharmacy den aktuell den Hauptanteil des Umsatzes aus. Damit würde in dem mittlerweile stark umkämpften Markt ein weiterer ernster Konkurrent hinzukommen, der mit fast 2 Millionen Kundenkontakte täglich eine hohe Reichweite hat. Vertrauen in die Marke könnte viele Verbraucher dazu bewegen, Medikamente künftig direkt bei der Drogerie zu bestellen. Sollte dm erfolgreich sein, könnten auch andere Wettbewerber nachziehen.

Fundamentale Entwicklung bleibt stark

Trotz der aktuellen Schwäche steht Redcare Pharmacy fundamental weiterhin solide da. Das Unternehmen verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 ein Umsatzwachstum von 27,2 %, besonders getrieben durch das boomende Geschäft mit dem E-Rezept in Deutschland. Mit über 13 Millionen aktiven Kunden und einer positiven EBITDA-Marge zeigt sich, dass das Geschäftsmodell funktioniert. Die mittelfristigen Chancen sind nach wie vor vorhanden, auch wenn kurzfristig der Markt die Risiken durch Konkurrenz und sinkende Profitabilität stärker gewichtet.

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Erstellt:
28. August 2025, 16:34 Uhr

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