Kryptomärkte in Panik
Warum fallen die Kryptowährungen? - Was passiert ist
Am Kryptomarkt herrscht Katerstimmung. Über das Wochenende sind neben dem Leitcoin Bitcoin auch viele andere Kryptowährungen in den Keller gerauscht. Was dahinter steckt.
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Erfahren Sie die Gründe für den aktuellen Kursrückgang von Kryptowährungen wie Bitcoin. Politische Unsicherheiten, wirtschaftliche Faktoren und Marktmechanismen im Fokus.
Von Matthias Kemter
In den letzten Tagen haben Kryptowährungen erhebliche Kursverluste erlitten. Bitcoin fiel um knapp 15 Prozent auf mittlerweile 75.000 USD. Ethereum sackte um 25 Prozent auf aktuell knapp 2.200 USD ab. Ripple XRP rauschte 19 Prozent in den Keller und Binance BNB ließ ebenfalls Federn und rutschte um 18 Prozent ab. Doch was sind die Gründe für diesen Einbruch?
Verkaufswellen & Stop-Loss-Mechanismen
Ein zentraler Grund für die Kursrückgänge sind massive Abverkäufe, die durch Stop-Loss-Mechaniken verstärkt werden. Sobald Kurse unter wichtige Marken fallen, greifen an den Märkten zahlreiche automatisierte Verkäufe, um Verluste zu begrenzen. Sind Verkaufswellen stark genug und fallen Kurse dabei unter wichtige Marken, verstärken diese Stop-Loss-Mechaniken diese Abwärtsbewegungen. Diese Dynamik ist besonders bei volatilen Märkten wie Kryptowährungen bekannt.
US-Regierung und Shutdown
Der Kurssturz ereignete sich zeitgleich mit einem teilweisen Shutdown der US-Regierung. Solche politischen Unsicherheiten wirken sich oft negativ auf spekulative Märkte aus. Erst zum Beginn der neuen Woche soll ein Kompromiss gefunden werden, um den Shutdown wieder zu beenden.
Starker US-Dollar
Ein weiterer belastender Faktor ist der starke US-Dollar. Die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der US-Notenbank Fed hat ebenfalls für Wirbel an den Märkten gesorgt. Warsh, von dem zwar angenommen wird, dass er tendiert, mittlerweile auf Trumo-Linie und somit einer lockeren Geldpolitik zu agieren, galt in der Vergangenheit als Verfechter einer strengeren Geldpolitik. Die Erwartung, dass die Zinsen nicht weiter sinken oder gar steigen könnten, gewichtete der Markt stärker. Schnell reagierte der Dollar mit einem Kursgewinn, was vor allem am Edelmetallmarkt Turbulenzen auslöste. Kryptowährungen profitieren in der Regel von einem schwachen Dollar, da sie oft als kurzfristige Absicherung bei starken Forexschwankungen genutzt werden. Ein starker Dollar hingegen drückt die Kurse.
Geopolitische Spannungen
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, insbesondere zwischen den USA und dem Iran, sorgen für zusätzliche Unsicherheit. Investoren ziehen sich in solchen Phasen aus risikoreichen Anlagen wie Kryptowährungen zurück und suchen Sicherheit in traditionellen Anlageklassen.
Erste US-Bank des Jahres schließt
Shutdown und der sich zuspitzende Irankonflikt waren nicht die einzigen Nachrichten, die mit den Kursstürzen an den Märkten einhergingen. Zeitgleich wurde auch die Nachricht publik, dass nun auch die erste US-Bank im neuen Jahr schließen muss. Die Metropolitan Capital Bank & Trust in Chicago wird von den Aufsichtsbehörden aufgrund von Kapitalschwäche und Sicherheitsproblemen geschlossen.
Schwäche am Tech-Markt
Parallel zum Rückgang des Bitcoin-Kurses geriet auch der Nasdaq-Index unter Druck. Besonders stark betroffen war Microsoft, das nach enttäuschenden Quartalszahlen über 11 % verlor. Diese Schwäche im Tech-Sektor färbt oft auf den Kryptomarkt ab, da viele Investoren ähnliche Risikoprofile sehen.
Gewinnmitnahmen auch in der Goldrallye
Neben den Kryptomärkten kam es auch an den Edelmetallmärkten zu einem historischen Abverkauf, der die jüngste Goldrallye abrupt beendete. Das zeigt die Nervosität an den Märkten. Wenn selbst vermeintlich sichere Anlageklassen wie Gold schwanken, verstärkt das den Druck auf spekulativere Werte wie Kryptowährungen. Viele Anleger nutzen solche Phasen, um Gewinne mitzunehmen und Kapital abzuziehen.
Fazit
Der aktuelle Kursrückgang bei Kryptowährungen ist das Ergebnis eines Zusammenspiels mehrerer Faktoren. Politische Unsicherheiten, wirtschaftliche Entwicklungen und Marktmechanismen. Anleger sollten die Situation genau beobachten und sich der Risiken bewusst sein, die mit Investitionen in Kryptowährungen verbunden sind.
