Dänen im Weißen Haus
Warum ist Grönland so wichtig?
Die USA haben ihr Interesse an Grönland verstärkt. US-Präsident Trump verfolgt seit 2019 das Ziel, die größte Insel der Welt unter amerikanischen Einfluss zu bringen. Doch was macht Grönland so begehrenswert?
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Die USA haben ihr Interesse an Grönland verstärkt. US-Präsident Trump verfolgt seit Jahren das Ziel, die größte Insel der Welt unter amerikanischen Einfluss zu bringen. Doch was macht Grönland so begehrenswert?
Von Matthias Kemter
Das Interesse ist ernst. Donald Trump hat erneut seinen Anspruch auf Grönland bekräftigt und diesen mit der nationalen Sicherheit der USA begründet. Die dänische und grönländische Regierung lehnen die Forderungen entschieden ab, ebenso wie die Bundesregierung, die vor einer Gefährdung des Nato-Zusammenhalts warnt. Ein Treffen zwischen den Außenministern der USA, Dänemarks und Grönlands wird mit Spannung erwartet, während der Nato-Gipfel im Juli als Gelegenheit gesehen wird, Geschlossenheit zu demonstrieren. Die Gründe für das wachsende Interesse an Grönland sind vielfältig. Ein genauer Blick zeigt, warum die größte Insel der Welt so begehrt ist:
1. Klimawandel und globale Auswirkungen
Grönland ist ein Brennpunkt des Klimawandels. Das Abschmelzen des Inlandeises, das 8 % der weltweiten Süßwasserreserven enthält, trägt erheblich zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Zwischen 1992 und 2020 sind fünf Billionen Tonnen Eis geschmolzen, was langfristige Folgen für Küstenregionen und das globale Klima hat. Darüber hinaus eröffnet das schmelzende Meereis neue bzw. kürzere Handelsrouten, wie in der Nordwestpassage und der Transpolaren Route, die den Handel zwischen Asien und Europa beschleunigen könnten. Diese Entwicklungen machen Grönland zu einem strategischen Knotenpunkt für die Weltwirtschaft.
2. Rohstoffvorkommen: Eine Schatzkammer der Erde
Grönland verfügt über immense Rohstoffvorkommen, darunter seltene Erden, Uran, Zink, Eisenerz und potenziell große Mengen an Öl und Gas. Seltene Erden, die für die Herstellung von Hightech-Produkten wie Smartphones und Batterien unverzichtbar sind, machen die Insel besonders attraktiv. Die Lagerstätten in Kvanefjeld und Kringlerne könnten den europäischen Bedarf an seltenen Erden für Jahrzehnte decken. Allerdings sind der Abbau und die Förderung dieser Ressourcen aufgrund der extremen Umweltbedingungen und der ökologischen Herausforderungen eine Gratwanderung.
3. Geopolitische Bedeutung und Sicherheit
Grönlands strategische Lage im Arktischen Ozean macht die Insel zu einem Schlüsselspieler in der internationalen Sicherheitspolitik. Die sogenannte GIUK-Lücke (Grönland, Island, Vereinigtes Königreich) ist eine wichtige maritime Engstelle, die von der NATO überwacht wird, um russische Aktivitäten zu kontrollieren. Die USA unterhalten auf Grönland die Pituffik Space Base, eine der wichtigsten Frühwarnstationen für Raketenangriffe. Diese Basis ist entscheidend für die Überwachung des Nordpols, der kürzesten Route zwischen Russland und den USA.
Dänen im Weißen Haus - Das wird verhandelt
Grönland gehört politisch zu Dänemark, strebt jedoch seit Jahrzehnten nach Unabhängigkeit. Die wirtschaftliche Abhängigkeit von Dänemark, das jährlich 600 Millionen Euro an Grönland zahlt, stellt jedoch eine Herausforderung dar. Heute treffen sich Vertreter der USA, Dänemarks und Grönlands im Weißen Haus, um über die Forderung von US-Präsident Donald Trump zu verhandeln, die Arktisinsel unter US-Kontrolle zu bringen. Trump begründet dies mit der strategischen Bedeutung Grönlands für die nationale Sicherheit und das geplante Raketenabwehrsystem „Golden Dome“. Zudem warnt er vor einer Einflussnahme Russlands oder Chinas. Dänemark und Grönland lehnen die Forderungen entschieden ab und betonen, dass die Insel nicht zum Verkauf steht. Die kurzfristige Teilnahme von US-Vizepräsident JD Vance, sorgt für zusätzliche Spannungen. Die Gespräche werden mit großer Spannung erwartet, da Trump auch militärischen Druck nicht ausschließt. Ein möglicher Showdown könnte weitreichende Folgen für die transatlantischen Beziehungen und die Stabilität der Nato haben.
