Drama um Walrettung
Warum liegt die Wal-Tierärztin im Krankenhaus?
Die Rettung des gestrandeten Buckelwals „Timmy“ wurde von einem dramatischen Zwischenfall überschattet. Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert musste ins Krankenhaus. Nun ist sie aus dem Koma aufgewacht.
© picture alliance/dpa | Stefan Sauer
Die Rettung des gestrandeten Buckelwals in der Ostsee wird von einem dramatischen Notfall überschattet: Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert musste ins Krankenhaus geflogen werden. Was steckt dahinter?
Von Matthias Kemter
Während der Rettungsaktion für den Buckelwal „Timmy“ vor der Insel Poel kam es zu einem tragischen Vorfall. Die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert, die maßgeblich an der Rettung beteiligt war, erlitt einen schweren gesundheitlichen Rückschlag. Nach Tagen im Koma gibt es nun erste hoffnungsvolle Nachrichten, doch ihr Zustand bleibt ernst.
Ein medizinischer Notfall während der Rettungsaktion
Am vergangenen Montag, dem 20. April, wurde die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert während der Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal „Timmy“ mit Kreislaufsymptomen und Anzeichen eines Schlaganfalls ins Krankenhaus eingeliefert. Das gab die Mitinitiatorin Karin Walter-Mommert bekannt. Die erfahrene Veterinärin, die sich seit Wochen für das Überleben des Wals einsetzte, musste notoperiert werden und lag anschließend im Koma.
Erste Hoffnung nach Tagen der Ungewissheit
Nach einer Woche im Koma meldete das Team ihrer Tierarztpraxis nun, dass Janine Bahr-van Gemmert wieder erwacht sei. Dennoch bleibt ihr Zustand weiterhin kritisch. Laut der Mitteilung ihrer Praxis steht sie „noch ganz am Anfang eines Weges, der viel Zeit und Ruhe braucht“. Die Anteilnahme aus der Öffentlichkeit ist groß und das Team bedankt sich für die zahlreichen unterstützenden Nachrichten und Spenden.
Die Belastung der Rettungsaktion
Die Rettungsaktion für den Buckelwal „Timmy“ war von Anfang an von Herausforderungen geprägt. Wochenlang versuchten Helfer, das tonnenschwere Tier aus seichtem Wasser in die Freiheit zu bringen. Die Strapazen und der emotionale Druck der Rettungsaktion könnten laut Aussagen von Kollegen eine Rolle bei dem gesundheitlichen Zusammenbruch der Tierärztin gespielt haben.
Spenden und Unterstützung für die Tierärztin
Eine Freundin von Janine Bahr-van Gemmert hat eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um die Tierärztin und ihre Familie zu unterstützen. Bislang wurden rund 50.000 Euro gesammelt. Die Praxis der Tierärztin auf der Insel Föhr bleibt vorerst geschlossen, ebenso wie das von ihr geleitete Robbenzentrum.
Wie geht es weiter?
Während Janine Bahr-van Gemmert sich von ihrem gesundheitlichen Rückschlag erholt, wird die Rettungsaktion für „Timmy“ von anderen Teammitgliedern fortgeführt. Der Wal soll mithilfe eines Lastkahns in die Nordsee transportiert werden. Ob die Rettung gelingt, bleibt ungewiss.
