Neues Rekordhoch?
Warum steigt der Goldpreis? - Die aktuellen Gründe
Krisenherde, explodierende Preise und die Suche nach Sicherheit: Warum der Goldpreis gerade jetzt durch die Decke geht.
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Erneut steht der Goldpreis kurz vor einem weiteren Allzeithoch. Warum der Kurs gerade jetzt durch die Decke geht.
Von Matthias Kemter
Der Goldpreis hat in den ersten Januartagen 2026 einen deutlichen Sprung gemacht und notierte zeitweise bei knapp über 4.500 US-Dollar je Feinunze, nur knapp unter dem Rekordhoch des letzten Monats. Auslöser dieser Entwicklung war die militärische Intervention der USA in Venezuela, die weltweit für Unsicherheit an den Finanzmärkten sorgte. Doch warum reagiert gerade Gold so sensibel auf geopolitische Krisen, und welche weiteren Faktoren spielen eine Rolle?
Geopolitische Unsicherheit als Preistreiber
Gold gilt traditionell als „sicherer Hafen“ in unsicheren Zeiten. Die jüngsten Ereignisse in Venezuela, darunter die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro durch US-Truppen, haben die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold und Silber sprunghaft steigen lassen. Edelmetalle fungieren als „geopolitisches Fieberthermometer“: Steigen die Risiken, flüchten Anleger in Gold.
Weitere Faktoren: Geldpolitik und Zentralbankkäufe
Neben geopolitischen Risiken stützen auch geldpolitische Entwicklungen den Goldpreis. Die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) und ein schwächerer US-Dollar machen Gold für Investoren ebenfalls attraktiver. Bereits 2025 war der Goldpreis um 44 bis 64 Prozent gestiegen, der stärkste Jahresgewinn seit Jahrzehnten. Auch die robusten Käufe von Zentralbanken und Zuflüsse in börsengehandelte Goldfonds trugen dazu bei.
Ölpreis bleibt trotz Venezuela-Krise stabil
Interessanterweise reagierte der Ölmarkt auf die Krise in Venezuela vergleichsweise gelassen. Obwohl das Land über die größten nachgewiesenen Rohölreserven der Welt verfügt, ist die Produktion seit Jahren eingebrochen. Misswirtschaft, Unterinvestitionen und Sanktionen haben dazu geführt, dass Venezuela aktuell weniger als eine Million Barrel pro Tag fördert. Zu wenig, um den Weltmarkt zu bewegen. Zudem herrscht derzeit ein Überangebot an Öl, was Preisanstiege verhindert.
