Neues Allzeithoch nach Fed-Sitzung
Warum steigt der Goldpreis so startk?
Der Goldpreis hat ein neues Allzeithoch erreicht und notiert zum Donnerstag bei fast 5.600 Dollar. Doch was hat den Kurs des Edelmetalls über Nacht auf ein neues Allzeithoch getrieben?
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Der Goldpreis erreicht ein neues Allzeithoch von 5.595 US-Dollar. Erfahren Sie, welche Faktoren den Kurs des Edelmetalls in die Höhe treiben.
Von Matthias Kemter
Der Goldpreis befindet sich seit Wochen in einem beeindruckenden Aufwärtstrend. Am Donnerstagmorgen durchbrach er erstmals die Marke von 5.500 US-Dollar und erreichte in der Spitze fast 5.600 US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von knapp 4 Prozent im Vergleich zum Vortag. Seit Jahresbeginn hat Gold damit bereits rund 29 Prozent zugelegt, nachdem es im Vorjahr bereits um 65 Prozent gestiegen war.
Schwacher Dollar und politische Unsicherheiten
Ein wesentlicher Treiber des aktuellen Goldbooms ist die Schwäche des US-Dollars. Nach einer Aussage von US-Präsident Donald Trump, dass er sich über die Dollar-Schwäche „nicht besorgt“ zeige, verlor die US-Währung weiter an Wert. Da Gold in Dollar gehandelt wird, führt ein schwächerer Dollar in der Regel zu einem Anstieg des Goldpreises. Gleichzeitig sorgen politische Spannungen, wie die Situation im Iran und Handelskonflikte, für eine verstärkte Nachfrage nach dem Edelmetall als „sicherem Hafen“.
Auswirkungen der FED-Entscheidung
Ein weiterer entscheidender Faktor war die gestrige Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (FED), die Leitzinsen unverändert zu lassen. Dies hat die Erwartungen der Anleger verstärkt, dass mögliche Zinssenkungen erst später im Jahr erfolgen könnten. Infolgedessen flüchten Investoren aus US-Assets und setzen verstärkt auf Gold. Entscheidend für den weiteren Verlauf wird vor allem auch die Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell sein.
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Gold bleibt gefragt
Neben der Funktion als Krisenwährung wird Gold auch von Zentralbanken weltweit verstärkt nachgefragt. Länder wie China und Indien stocken ihre Goldreserven auf, um sich gegen wirtschaftliche und geopolitische Risiken abzusichern. Diese strukturelle Nachfrage trägt zusätzlich zum Anstieg des Goldpreises bei.
Silber im Schatten von Gold
Auch Silber profitiert von der Edelmetall-Rallye, bleibt jedoch hinter Gold zurück. Der Silberpreis stieg am Donnerstagmorgen auf bis zu 119,41 US-Dollar pro Feinunze, was einem Plus von rund 2,3 Prozent entspricht. Dennoch bleibt Silber aufgrund seiner industriellen Bedeutung ein wichtiger Faktor auf den Rohstoffmärkten.
