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Was geht bei der Volkshochschule?

Das neue Programm der Volkshochschule Backnang für den Herbst und Winter liegt aus. Das VHS-Team hat bei der Planung alle Hygienevorgaben und Abstandsregeln berücksichtigt. Es ergaben sich Änderungen bei der Gruppengröße und der Raumnutzung.

Monika Eckert freut sich, dass es an der Volkshochschule Backnang endlich wieder Präsenzunterricht gibt, und zwar in kleinen Gruppen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Monika Eckert freut sich, dass es an der Volkshochschule Backnang endlich wieder Präsenzunterricht gibt, und zwar in kleinen Gruppen. Foto: A. Becher

Von Florian Muhl

BACKNANG. „Dieses Jahr ist für uns alle ein Jahr, das von Corona geprägt ist“, sagt Monika Eckert, die Leiterin der Volkshochschule Backnang (VHS). „Das letzte Semester war für uns ein sehr schlechtes.“ Die ersten Kurse des Frühjahr-/Sommerprogramms waren normal angelaufen, doch nach drei bis vier Wochen brach, bedingt durch die Coronapandemie, alles zusammen. „Wir haben noch versucht, mit einigen Sommerkursen wenigstens ein Notprogramm auf die Beine zu stellen, aber das eigentliche Semester kann man vergessen“, so Eckert.

Das Kursprogramm war am 15. Juni wieder aufgenommen worden – wenn auch erst einmal in sehr moderater Form. Denn die meisten Kurse waren ohnehin schon ausgefallen, einige wurden nach Mitte Juni fortgesetzt. Ab Juli begann die VHS dann mit neuen Kursen. „Es wird allerdings nur ein kleines Sommerprogramm“, kündigt Eckert damals an (wir berichteten).

Umso größer war jetzt der Elan, mit dem das Team der Volkshochschule an die Planung für das Herbst-/Winterprogramm herangegangen ist. „Unsere Arbeit wurde dabei sehr bestimmt von der Umsetzbarkeit der geforderten Hygienevorgaben und Abstandsregeln. Uns war schnell klar, dass wir alles versuchen werden, dass bei den Kursangeboten keine Unsicherheiten bestehen, weder für die Kursteilnehmer noch für die Dozenten“, sagt Eckert. Das sei nicht einfach gewesen. „Dadurch haben sich natürlich Änderungen in der Gruppengröße und der Raumnutzung ergeben.“

„ Das Programm bietet wieder eine breite Angebotspalette quer durch alle Fachbereiche.“

Die Leiterin der Volkshochschule ist trotzdem zufrieden: „Es ist ein Programm entstanden, das wieder eine breite Angebotspalette quer durch alle Fachbereiche bietet.“ Zusätzlich seien Online-Angebote aufgenommen worden, die von zu Hause aus besucht werden können. Aber was geht alles in diesen Zeiten bei der Volkshochschule? Das beantwortet das VHS-Team im Programmheft unter dem Motto „Was geht?“ auf den beiden Pinnwandseiten (acht und neun). Dort heißt es beispielsweise: „Das neue Miteinander auf Distanz. Anders, aber endlich wider da: Klein. Fein. Sicher.“

Klein, weil die VHS ihre Kurse in der Regel auf fünf bis zehn Teilnehmer begrenzt. „Das ermöglicht bei allen Angeboten den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern“, sagt Eckert.

Fein heißt, dass zwar körperliche Distanz geschaffen wird, aber die Teilnehmer mit dem Dozenten persönlich verbunden bleiben. „Wir haben endlich wieder Präsenzunterricht. Das ist so wichtig, denn wir brauchen den sozialen Austausch, das Lächeln oder auch das Kopfschütteln unseres Gesprächspartners.“ Das könne man nur im Kursraum so wahrnehmen.

Und sicher bedeutet, dass die Volkshochschule Backnang einen Hygieneplan erarbeitet hat, der alle behördlichen Vorgaben erfüllt und trotzdem den persönlichen Kontakt ermöglicht.

Aber nicht alles ist im kommenden Semester möglich. „Im Sinne unserer Gesundheit müssen wir leider auf intensive Powerkurse im Gesundheitsbereich verzichten, da viele Räume für das Distanzangebot zu klein sind“, sagt Eckert. Ebenso würde die VHS mit ihren Baby- und Kleinkindkursen mit Eltern bis zum kommenden Frühjahr pausieren.

Erhältlich ist das neue Programmheft bei allen Rathäusern, Banken und in einzelnen Geschäften, beispielsweise in den beiden Geschäftsstellen der Backnanger Kreiszeitung, sowie im Internet unter www.vhs-backnang.de. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 07191/9667-0 bei der VHS Backnang.

Was geht, aber anders? Und was ist neu im Programm der VHS für das kommende Semester?

Die „Bildungswerkstatt“ ist in das großzügige Technikforum umgezogen und findet nach wie vor einmal in der Woche statt. Die Teilnehmer beschäftigen sich mit ganz unterschiedlichen Themen aus den Gebieten Geschichte, Philosophie, Kunstgeschichte, Umwelt, Zukunftstechnologien oder politischen Themen. Das Konzept ist, dass die Teilnehmer in jedem Semester ihr eigenes Programm machen, also mit der Fachbereichsleitung die Themen absprechen, die sie interessieren. Aktuell gibt es zwei Bildungswerkstätten, die mittwochs oder freitags stattfinden.

Im Kreativbereich ist die Nähe zueinander aus pädagogischen Gründen oft unvermeidbar. Hier bietet die VHS vorwiegend Kleingruppen an, die die erforderliche Distanz ermöglichen. Für Anleitungen, die körperliche Nähe erfordern, schützen sich die Teilnehmer durch das kurzzeitige Tragen des Mund-Nase-Schutzes. Inhaltlich gibt es dabei eine breite Angebotspalette: Malen, Zeichnen, Zentangel, Lettering oder Nähen, Quilten, Klöppeln und Korbflechten oder Fotokurse.

Aufgrund der Pandemie haben zahlreiche Museen virtuelle Besichtigungen erarbeitet. Diese Idee hat die VHS aufgenommen und beginnt eine Reihe mit virtuellen Rundgängen durch die Museen mit einem Rundgang durch das „British Museum“. Kunsthistoriker Markus Golser wird den Rundgang begleiten. Online-Seminare gibt es auch zur Literaturgeschichte, zum Thema „Regeln, Grenzen, Konsequenzen“ bei Kindern und „Italienisch“.

Gesundheitskurse zur gesundheitlichen Prävention werden alle mit Abstand, ohne Körperkontakt und mit maßvollen Bewegungen durchgeführt. „Yoga im Wald“ hilft durch einfache Yogaübungen in der frischen Waldluft, das Immunsystem zu stärken und Stress abzubauen. An der VHS können ganz unterschiedliche Entspannungsmethoden erprobt und erlernt werden: Yoga Nidra, progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Meditation und Achtsamkeit. Eine Wanderung mit Lamas macht aus Teilnehmern für einige Stunden Llameros, die die entspannende Ausstrahlung der friedlichen Leisetreter in der Natur entdecken können.

Neu im Sprachenbereich sind Kompaktkurse an nur sechs Terminen. In diesen Intensivkursen für Anfänger (Französisch, Spanisch und Italienisch) erwerben die Teilnehmer ganz kompakt in einer kleinen Gruppe die wichtigsten Grundkenntnisse, die für die Reise nötig sind. Neue Anfängerkurse starten in Finnisch, Polnisch, Russisch, Japanisch und Chinesisch. Neu ist auch das „Minigruppenformat“, hier lernen maximal fünf bis sechs Teilnehmer besonders intensiv. In Konversationskursen in Französisch, Spanisch, Italienisch und Englisch wird das mühelose Sprechen im privaten und beruflichen Alltag in entspannter Atmosphäre trainiert. Es werden auch Kurse zu „Business English“ angeboten, sowohl kompakt an drei Tagen als auch zu einzelnen Themen.

Koch- und Ernährungskurse finden in diesem Semester nur in Kleingruppen mit maximal fünf Personen statt. Teigtaschen aus aller Welt, Schmorgerichte, Gulaschvariationen sowie vegetarische Currys und die französische Bistroküche können ausprobiert und dann mit Abstand gemeinsam verkostet werden.

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Erstellt:
9. September 2020, 06:00 Uhr

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