Was geschah am Bahndamm in Berlin-Moabit?

Prozessauftakt zum Fall der in Berlin ermordeten Stuttgarterin Melanie R.

Stuttgart/Berlin Der Fall derin Berlin getöteten Stuttgarterin Melanie R.wird seit diesem Montag am Landgericht Berlin verhandelt. Acht Monate nach dem gewaltsamen Tod der 30 Jahre alten Frau an einem Bahndamm in Berlin schwieg der mutmaßliche Mörder zum Prozessauftakt zu den Vorwürfen. Der 39 Jahre alte Angeklagte soll die Frau erstickt haben. Er habe Melanie R. ermordet, um eine vorangegangene versuchte Vergewaltigung zu verdecken, heißt es in der Anklage.

Das Gericht hatte in einem Beschluss allerdings den rechtlichen Hinweis erteilt, dass anstatt einer Sexualstraftat auch ein versuchter Raub in Betracht komme. Der Verteidiger des Bulgaren erklärte am Rande der Verhandlung, für einen Mord im Zusammenhang mit einer versuchten Vergewaltigung gebe es keine Anhaltspunkte.

Die junge Frau soll sich am 25. Mai 2018 von ihrer Wohnung aus auf den Weg zu einer Grünanlage gemacht haben, um sich zu sonnen. Dann sei sie angegriffen worden. Die Frau habe sich heftig gewehrt. Sie sei durch eine „Verlegung der Atemwege“ gestorben, das heißt Tod durch Ersticken.

Zwei Tage später fand ein Spaziergänger die Leiche. Sichergestellte Spuren konnten laut Staatsanwaltschaft dem Angeklagten zugeordnet werden. Der Mann, der keinen festen Wohnsitz in der Hauptstadt hatte, wurdeim Juli in Spanien gefasstund wenige Wochen später nach Deutschland ausgeliefert.

Die Ermittlungen in dem Mordfall warenzäh angelaufen. Außer einer grünen Mütze, die am Tatort gefunden wurde, und den DNA-Spuren des mutmaßlichen Täters unter den Fingernägeln des Opfers hatte die Polizei nicht viele Anhaltspunkte. Sie brachte den Fall sogar in dieZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“und hoffte so auf weiterführende Zeugenhinweise.

Melanie R. wuchs in Esslingen auf, machte dort das Abitur. Sie studierte in Tübingen und anschließend an der Uni Hohenheim in Stuttgart. Zuletzt war sie als Social-Media-Beraterin in Berlin tätig. Der Prozess wird fortgesetzt.

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Erstellt:
12. Februar 2019, 03:04 Uhr

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