Förderprogramm für E-Autos

Was Mercedes von der neuen E-Auto-Prämie hält

Das neue familienfreundliche Förderprogramm für Elektro-Autos steht. Aus Mercedes-Sicht kann das aber noch nicht alles von staatlicher Seite gewesen sein.

Ob sich der elektrische CLA mit Hilfe der neuen Förderrichtlinien noch besser verkauft, ist fraglich.

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Ob sich der elektrische CLA mit Hilfe der neuen Förderrichtlinien noch besser verkauft, ist fraglich.

Von Peter Stolterfoht

Seit Montag liegen die Karten auf den Tisch. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat die detaillierten Richtlinien für das E-Auto-Förderprogramm vorgestellt. Es wurde speziell für Privathaushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von höchstens 80 000 Euro aufgelegt. Die Unterstützung soll rückwirkend auch für E-Autos gelten, die seit Beginn des Jahres 2026 neu zugelassen wurden.

Auch Kinder drücken den Preis

Autos mit rein elektrischem Antrieb werden mit mindestens 3000 Euro gefördert. Für den Kauf von Plug-in-Hybriden und Elektroautos mit sogenanntem Range-Extendern, bei denen ein kleiner Verbrenner-Motor die Batterie aufladen kann, soll es 1500 Euro Basis-Förderung geben. Damit Familien extra unterstützt werden, erhöht sich die Fördersumme pro Kind um 500 Euro auf weitere maximal 1000 Euro.

Ob davon Mercedes mit einer in der Regel gut verdienenden Neuwagen-Kundschaft beim E-Auto-Absatz profitiert, ist eher fraglich. Deshalb will im Konzern auch noch nicht die große Begeisterung über die neue Fördermaßnahme ausbrechen.

„Wir begrüßen politische Maßnahmen, die Anreize für den Kauf emissionsarmer Fahrzeuge schaffen“, heißt von Mercedes am Montag auf Anfrage. Dabei sei es wichtig, so ein Unternehmenssprecher, dass alle Technologien, die den Übergang hin zur vollelektrischen Mobilität beschleunigen können, wie beispielsweise Plug-in-Hybride, berücksichtigt werden. „Vor diesem Hintergrund ist das neue Förderprogramm der Bundesregierung ein positiver Anreiz, der den Hochlauf der E-Mobilität kurzfristig unterstützen kann“, so die Erklärung.

Aus Mercedes-Perspektive kann der neue Ansatz der Bundesregierung, die E-Mobilität für Familien erschwinglicher zu machen, aber nur eine erste neue staatliche Maßnahme sein, damit mehr batteriebetriebene Fahrzeuge auf die Straße kommen.

„Um die Akzeptanz für Elektromobilität nachhaltig zu steigern, muss sie als Gesamtpaket für die Kunden attraktiv sowie wirtschaftlich vorteilhaft gestaltet sein“, lautet die Position von Mercedes: „Neben attraktiven Produkten, die wir unseren Kunden bereits heute anbieten, braucht es neben finanziellen Anreizen weitergehende politische Rahmenbedingungen. Dazu zählt unter anderem der zügige Ausbau der Ladeinfrastruktur, und auch der Strompreis ist ein entscheidender Faktor.“

Das Mercedes-Fazit

Elektrisch unterwegs zu sein müsse attraktiver gemacht werden als das Fahren mit einem kraftstoffbetankten Auto, so lautet das Mercedes-Fazit.

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Erstellt:
20. Januar 2026, 06:10 Uhr
Aktualisiert:
20. Januar 2026, 07:53 Uhr

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