Wasser in Burgstetten wird teurer werden

Anschluss an die NOW-Eigenwasserkonzeption im Gemeinderat vorgestellt – Gesamtkosten belaufen sich auf 3,3 Millionen Euro

Die Neuausrichtung der Wasserversorgung Burgstetten im Zuge der NOW-Eigenwasserkonzeption wird auch Folgen für den einzelnen Verbraucher haben. Das Wasser wird teurer werden. Wie viel der Bürger dann künftig mehr zahlen muss, ist noch nicht klar. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich in Burgstetten auf 3,3 Millionen Euro.

Wird derzeit von der NOW gebaut: Das zentrale Wasserwerk auf Gemarkung Erbstetten bereitet das Wasser aus den Gemeinden auf. Foto: F. Muhl

© Florian Muhl

Wird derzeit von der NOW gebaut: Das zentrale Wasserwerk auf Gemarkung Erbstetten bereitet das Wasser aus den Gemeinden auf. Foto: F. Muhl

Von Florian Muhl

BURGSTETTEN. Natürlich kann und will die Gemeinde diesen Brocken nicht alleine finanzieren. Noch im September wird die Gemeindeverwaltung einen Förderantrag auf Zuwendung nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft (FrWw) stellen. Zudem wird die Gemeinde einen Kredit aufnehmen müssen, kündigte Kämmerin Manuela Klabunde in der jüngsten Gemeinderatssitzung an. Dem Vorentwurf zur Neuausrichtung der Wasserversorgung Burgstetten hat der Gemeinderat grünes Licht gegeben.

Wie Ulrich Zwink vom Backnanger Ingenieurbüro sagte, wird durch die Neuausrichtung der Wasserversorgung der jetzt noch bestehende Zweckverband Wasserversorgung Söllbachgruppe aufgelöst. Dieser betrieb bislang die Anlagen zur Wasserversorgung der Gemeinden Leutenbach, Burgstetten und von einem Teil des Backnanger Stadtteils Maubach. Die Versorgung erfolgt derzeit mit Eigenwasser aus der Brandwaldquelle und dem Bezug von Fernwasser vom Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW).

Die neue NOW-Konzeption sieht laut Zwink vor, dass die Mitgliedsgemeinden ihre Eigenwasservorkommen der NOW zur Nutzung überlassen. Sämtliches Eigenwasser wird dann von der NOW eingesammelt und in einem zentralen, von der NOW betriebenen Wasserwerk, das derzeit in Erbstetten gebaut wird (siehe Foto) aufbereitet und enthärtet. Das Reinwasser wird anschließend wieder an die einzelnen Mitglieder verteilt.

Die Trinkwasserversorgung von Erbstetten erfolgt künftig über eine Hoch- und Niederzone. Letztere wird direkt mit dem Druckniveau des Hochbehälters Birklen versorgt. Die Hochzone erhält ihren Versorgungsdruck über eine Druckerhöhungsanlage, die bereits besteht.

In Burgstall ist die Trinkwasserversorgung in drei Zonen unterteilt. Wie Zwink erläuterte, wird die Hochzone direkt mit dem Druckniveau des Hochbehälters Birklen versorgt. Vom Schacht Rennäcker führt dann eine Zuleitung in die Hochzone. Die Mittelzone erhält ihren Versorgungsdruck über einen offenen Wasserspiegel im Schacht Rennäcker. In dem Schachtbauwerk, das in einem Wirtschaftsweg liegt, befindet sich ein Betonbecken mit einem Volumen von drei Kubikmetern Inhalt. Von diesem führt eine Fallleitung in die Mittelzone. Der Verbrauch von Hoch- und Mittelzone wird über einen gemeinsamen Wasserzähler erfasst, da eine separate Mengenmessung aus Platzgründen nicht möglich ist.

Die Niederzone wird vom Hochbehälter Burgstall versorgt. Dieser wird von einer Zuleitung, die direkt aus der Fallleitung vom Hochbehälter Birklen abzweigt, gespeist. Auf der anderen Seite der Niederzone befindet sich der Gegenbehälter Auf den Rüdern. In verbrauchsarmen Zeiten gleichen sich die Wasserspiegel der beiden Behälter aus, erläuterte Zwink.

Die Trinkwasserversorgung des Ortsteils Kirschenhardthof – dort benötigt allein der Nudelhersteller Schmid als Großabnehmer 18000 Kubikmeter pro Jahr – erfolgt mit dem Druckniveau des Hochbehälters Birklen. Vom Ende der Fallleitung im Schacht Rennäcker, wo sich auch ein Wasserzähler für den Kirschenhardthof befindet, führt eine Zuleitung direkt in diesen Ortsteil.

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Erstellt:
20. September 2018, 06:00 Uhr

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