Bundeswehr
Wehrdienst-Fragebogen: Ruf nach Ausfüllpflicht für Frauen
Alle 18-Jährigen erhalten seit diesem Jahr einen Fragebogen der Bundeswehr: Männer müssen ihn ausfüllen, Frauen können es freiwillig tun. Letzteres sollte sich nach dem Willen der Frauen-Union ändern.
© Julian Stratenschulte/dpa
Konkret heißt es in dem Antrag, sowohl Frauen als auch Männer sollten den Fragebogen "verpflichtend" ausfüllen. (Symbolbild)
Von dpa
Berlin - Die Frauen-Union fordert, den neuen Wehrdienst-Fragebogen der Bundeswehr auszuweiten und Frauen verpflichtend zum Ausfüllen heranzuziehen. In einem Antrag für den CDU-Bundesparteitag Mitte Februar, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, verlangen die Frauen, das jüngst beschlossene Modell der Freiwilligkeit beim Wehrdienst "umgehend weiterzuentwickeln".
Konkret heißt es im Antrag, sowohl Frauen als auch Männer sollten den Fragebogen "verpflichtend" ausfüllen. Bislang erhalten ihn alle, die 18 werden, aber nur Männer müssen reagieren, Frauen können freiwillig Auskunft geben.
Zudem soll der Bogen inhaltlich erweitert werden: Wer angibt, keinen Wehrdienst leisten zu wollen, sollte nach dem Willen der Frauen-Union künftig gefragt werden, ob stattdessen Interesse an einem Einsatz im sozialen Bereich – etwa in der Kinder- und Jugendhilfe oder Altenhilfe – oder im Zivil- und Katastrophenschutz besteht. Diese Daten sollten demnach an Wohlfahrtsverbände sowie Organisationen wie das Technische Hilfswerk (THW) oder das Deutsche Rote Kreuz (DRK) weitergegeben werden, um potenzielle Freiwillige gezielt anzusprechen.
Wehrdienst-Modell steht vor Bewährungsprobe
Hintergrund ist der neue, zum 1. Januar 2026 eingeführte Wehrdienst, der zunächst auf Freiwilligkeit setzt. Sollte es der Bundeswehr mit Hilfe des Fragebogens nicht gelingen, genügend Freiwillige zu gewinnen, behält sich die schwarz-rote Koalition die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor.
Die CDU-Frauen fordern für diesen Fall frühzeitig Vorbereitungen auch für einen Ersatzdienst zu treffen und die Attraktivitätsanreize des Wehrdienst-Solds auf einen solchen Dienst zu übertragen.
