Weihnachtskonzerte fallen ins Wasser

Die Backnanger Jugendmusik- und Kunstschule hatte reizvolle Formate für zwei Auftritte der Kinder und Jugendlichen im Advent entwickelt. Die neuen Coronaschutzbestimmungen machten aber auch diese Bemühungen zunichte.

Die für 6. Dezember geplanten Weihnachtskonzerte im Bürgerhaus, die in der Vergangenheit immer großen Anklang fanden – hier der „Sternenzauber“ von 2012, mussten abgesagt werden. In der Backnanger Jugendmusikschule geht der Unterricht aber ganz normal weiter. Archivfoto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Die für 6. Dezember geplanten Weihnachtskonzerte im Bürgerhaus, die in der Vergangenheit immer großen Anklang fanden – hier der „Sternenzauber“ von 2012, mussten abgesagt werden. In der Backnanger Jugendmusikschule geht der Unterricht aber ganz normal weiter. Archivfoto: J. Fiedler

Von Ingrid Knack

BACKNANG. Morgen, am Nikolaustag, hätten zwei vorweihnachtliche Konzerte der Jugendmusik- und Kunstschule Backnang im Bürgerhaus stattfinden sollen. „Das ist alles Makulatur“, so Schulleiter Michael Unger.

Die Kinder und Jugendlichen hatten schon eifrig geprobt. Die Singkids studierten in der letzten Zeit anstelle des traditionellen Singspiels, das normalerweise zusammen mit anderen Gruppen erarbeitet wird, für das erste Konzert ein „Weihnachtsabenteuer auf dem Feld“ mit solistischen Parts ein, und die Ensembles (Harfe, Gitarre, Blockflöte, Querflöte und Gesang) bereiteten das zweite Konzert vor. Die Organisation lief parallel dazu auf Hochtouren, Plakate wurden entworfen, gedruckt und zum Teil schon verteilt und aufgehängt. Dann aber kamen die weiteren Coronabeschränkungen für Konzerte und Veranstaltungen, die Pläne der Backnanger Schule wurden damit über den Haufen geworfen. „Wir bedauern dies sehr, da sich die Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Gruppen intensiv vorbereitet und ihr Programm aufführungsreif einstudiert haben“, erklärt Unger. Mitte November habe es noch so ausgesehen, als ob die an die Coronaschutzregeln angepassten Konzertformate mit je 45 Minuten Länge hätten realisiert werden können. Dann aber habe sich mehr und mehr abgezeichnet, dass es anders kommen würde.

Daraufhin überlegten sich Schulleitung und Lehrkräfte, ob die Konzerte vielleicht als Livestream konzipiert werden könnten. Schnell stellte sich aber heraus, dass sich dies unter den gegebenen Bedingungen nicht verwirklichen ließ. Unger: „Das ist einfach zu aufwendig.“ Die Schüler der Jugendmusikschule sollen am Ende aber doch nicht ganz leer ausgehen. Schulleiter Michael Unger spricht von einer Weihnachtsüberraschung, die an dieser Stelle aber nicht verraten werden soll.

Der gesamte Unterricht in der Grundstufe, den Gesangs- und Instrumental- sowie den Kunst- und Theaterklassen geht indes normal weiter. Auch die Orchester- und Ensemblearbeit wird innerhalb der Coronabeschränkungen auf 20 Personen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln fortgesetzt, lässt Unger wissen. Zwar wird auch die Jugendmusik- und Kunstschule wie alle Schulen bundesweit immer wieder mit Coronafällen beziehungsweise Kindern und Jugendlichen konfrontiert, die sich entweder aus Vorsicht oder auf Anordnung in Quarantäne begeben müssen. Aber für diese Fälle gibt es ja schon seit dem ersten Lockdown Anfang des Jahres einen Plan B: Online-Unterricht.

Was die Konzerte im nächsten Jahr anbetrifft, so geht der Leiter der Jugendmusik- und Kunstschule davon aus, dass in den ersten beiden Monaten im neuen Jahr weiterhin eher nichts möglich sein wird. „Wir planen ab März wieder mit Veranstaltungen.“ Dann gehe beispielsweise die Serie der Gemeindekonzerte wieder los. In Weissach im Tal und in Althütte stehen im März und April solche Veranstaltungen auf dem Programm. „Das sind die ersten zwei.“

Und was wird aus dem Wettbewerb „Jugend musiziert“, der im Januar auf Regionalebene beginnt – in diesem Jahr war der Landeswettbewerb Baden-Württemberg Mitte März wegen Corona gecancelt worden? Michael Unger: „Für unsere Region wird der Regionalwettbewerb als Videowettbewerb stattfinden.“ In den Landkreisen Rems-Murr, Esslingen und Göppingen gebe es rund 420 Teilnehmer aus 32 Musikschulen. Dies bedeutet: „Es ist ein sehr großer Regionalwettbewerb. Einer der größten in ganz Deutschland.“ Deshalb hat man sich für die genannte Version und nicht etwa für eine Präsenzform mit Jury und nur einem Zuhörer entschieden. „2022 ist der Wettbewerb in Backnang. Da hoffen wir, dass er wieder in der normalen Präsenzform stattfinden kann“, sagt Unger.

Michael Unger, Leiter der Backnanger Jugendmusik- und Kunstschule. FRoto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Michael Unger, Leiter der Backnanger Jugendmusik- und Kunstschule. FRoto: A. Becher

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Erstellt:
5. Dezember 2020, 06:00 Uhr

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