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Weissach will Talbau nicht ziehen lassen

Der Gemeinderat verabschiedet den Bebauungsplan für die Erweiterungspläne des Unternehmens am Standort in Oberweissach einstimmig. Eine Abwanderung soll verhindert werden, doch Anwohner stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber.

Die Firma Talbau-Haus möchte an ihrem Standort am Ortsrand von Oberweissach in Richtung Bruch erweitern. Ein Gebäude soll auf der Wiese im Anschluss an die bestehenden Bauten errichtet werden, ein weiteres auf der gegenüberliegenden Seite der Ebniseestraße. Foto: F. Muhl

© Florian Muhl

Die Firma Talbau-Haus möchte an ihrem Standort am Ortsrand von Oberweissach in Richtung Bruch erweitern. Ein Gebäude soll auf der Wiese im Anschluss an die bestehenden Bauten errichtet werden, ein weiteres auf der gegenüberliegenden Seite der Ebniseestraße. Foto: F. Muhl

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. Der Gemeinderat hat jetzt den Bebauungsplan Stockwiesen in Oberweissach einstimmig abgesegnet und damit die planungsrechtliche Grundlage dafür geschaffen, dass die Firma Talbau-Haus erweitern kann. Allerdings wurde die mögliche Gebäudehöhe für den Neubau wegen der Bedenken der Anwohner um weitere 60 Zentimeter reduziert. Insgesamt, so der Planer Jochen Roos, beläuft sich die vorgenommene Höhenreduktion gegenüber dem ursprünglichen Plan auf etwa sechs Meter, die ursprünglich dort vorgesehenen Dachaufbauten mit eingeschlossen.

Talbau-Chef Sven Feil möchte am Standort des Unternehmens in Oberweissach, zwischen Zangershalde und Ebniseestraße, erweitern. Das Vorhaben erstreckt sich dabei auf zwei separate Bauten. Auf der Wiese zwischen Ebniseestraße und Bachlauf soll für die Fertigung eine neue Halle errichtet werden, und auf der gegenüberliegenden Straßenseite soll ein Gebäude mit Büros und Ausstellungsflächen entstehen. Der Geltungsbereich des Bebauungsplans Stockwiesen umfasst dementsprechend zwei Teilflächen, die durch die Ebniseestraße voneinander getrennt sind. Für den Neubau des Bemusterungszentrums und des Verwaltungsgebäudes plant das Unternehmen, in der Kalenderwoche 21, also in der kommenden Woche, die Entwurfsplanung zu konkretisieren. Ziel ist es, bis September das Baugesuch einzureichen.

Anwohner: Projekt am Ortsrand fügt sich nicht in die Landschaft ein

Gegen das Vorhaben hatte sich in der Bürgerschaft vielfacher Widerspruch geregt. Anwohner störten sich insbesondere an der möglichen Höhe der künftigen Produktionshalle, die bestehende Gebäude deutlich überrage und sich nicht in die Landschaft am Übergang in die freie Natur einfüge. Bedenken gab es auch wegen des Zulieferverkehrs, der bisher oft über den Kammerhofweg und die Zangershalde verläuft. Es müsse sichergestellt werden, dass die Lastwagen den Betrieb, wie in der Planung vorgesehen, künftig von der Ebniseestraße her anfahren. Kritik gab es zudem am Lärmpegel, der beim Be- und Entladen von Lastwagen, aber auch bei der Produktion an sich entsteht. Zudem wurden Einwände aus ökologischer Sicht angebracht. So seien Rotmilan und Rabenkrähe als geschützte Arten zwischen den Scheunen unterwegs, ebenso Turmfalken. Die Planung kam hingegen zum Ergebnis, dass keine geschützten Arten dort brüten. Überdies ging es um Feuerfalter, Heuschrecken und Fledermäuse. Der Vorwurf an den Planer lautete unter anderem, dass die Begehung zur falschen Zeit stattgefunden habe.

Dem widerspricht der Planer: Externe Experten hätten sogar mehrere Begehungen vorgenommen. Einer der Einwender unterstreicht in einem Brief an die Gemeinde seinen Protest gegen die Baupläne: „Wir Anlieger und Bewohner von Oberweissach wollen ein Dorf bleiben.“ Durch das Vorhaben werde das Ortsbild aus Richtung Bruch für immer negativ verändert. Dagegen betont der Planer, dass bei beiden Gebäuden eine „Eingrünung“ mit Bäumen vorgesehen sei, die den Übergang zur freien Landschaft schaffen solle.

In der Gemeinderatssitzung unterstrich Bürgermeister Ian Schölzel, dass es um den Verbleib des Unternehmens im Ort gehe. Eine Komplettverlagerung innerhalb der Gemeinde sei keine Alternative – das würde, so warnte Schölzel, „dazu führen, dass der Betrieb woanders hingeht“. Und er fasste zusammen: „Wir können uns nicht erlauben, den Betrieb ziehen zu lassen.“ Die Stellungnahmen zu den Bedenken und Anregungen wurden, wie vom Planer vorgetragen, angenommen und der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan einstimmig gefasst.

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Erstellt:
15. Mai 2020, 11:30 Uhr

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