Weiter auf Königsklassenkurs

Der VfB Stuttgart gewinnt 2:0 gegen den 1. FC Union Berlin und erhöht den Druck auf die Konkurrenz im Rennen um die Champions-League-Qualifikation.

Von Carlos Ubina

Stuttgart - Der Abpfiff war noch fern am Freitagabend, da sangen die Fans schon wieder von der Reise durch Europa. Ihre sportlichen Helden, die Spieler des VfB Stuttgart, rissen dann rund eine halbe Stunde später jubelnd die Arme hoch. Und auch auf der Bank der Stuttgarter sah man ausschließlich glückliche Mienen. Weil der VfB sich und seinen Fans am Freitag gleich mehrfach Grund zur Freude geboten hatte.

Am Abend siegte das Team 2:0 gegen den 1. FC Union Berlin, untermauerte die Champions-League-Ambitionen und setzte die prominente Konkurrenz aus Dortmund (vorerst neun Punkte zurück) und Leipzig (zehn) zu Beginn des 25. Spieltags unter Druck. Bereits am Vormittag hatte der Club zudem die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Sebastian Hoeneß bekannt gegeben. Der neue Kontrakt des Chefcoaches gilt nun bis 2027.

Hoeneß freute sich nicht nur über den Vertrag, sondern auch darüber, nun wieder vollen Fokus auf das Sportliche haben zu können. Was darin mündete, dass der Trainer des VfB nicht viel veränderte im Gegensatz zum Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg. Lediglich Waldemar Anton ließ Hoeneß auf der Bank Platz nehmen – weil der Kapitän zwar fit war, aber unter der Woche wegen einer Oberschenkelblessur kaum hatte trainieren können. Die Kapitänsbinde trug stattdessen Atakan Karazor, in die VfB-Abwehr rückte für Anton der Rechtsverteidiger Pascal Stenzel. Der schon nach wenigen Minuten im Fokus des Geschehens stand.

Nach einem hohen Ball der Berliner waren sich eben Stenzel und Anthony Rouault nicht so ganz einig – was dem Union-Angreifer Yorbe Vertessen eine erste gute Möglichkeit bescherte. Zudem eine, die beispielhaft war für die erste Hälfte. Die Gäste jedenfalls waren immer dann gefährlich, wenn sie der VfB durch ein etwas zu riskantes Aufbauspiel dazu einlud. Andras Schäfer und Lucas Tousart machten allerdings nichts aus ihren Chancen. Und bekamen stattdessen Anschauungsunterricht von Serhou Guirassy.

Nach unruhigen ersten Minuten hatte sich der VfB schnell gefangen. Viel Ballkontrolle, schnelle Rückeroberungen nach Ballverlusten, gute Torchancen und unzählige Pässe – von denen jener in der 19. Minute perfekt in den Lauf von Serhou Guirassy kam. Atakan Karazor hatte die Lücke in der Union-Abwehr gefunden und dem Ball genau die richtige Geschwindigkeit mitgegeben, sein stürmender Kollege traf sehenswert mit rechts ins linke Eck des Berliner Tores.

21 Mal hat der Nationalspieler Guineas nun bereits getroffen, es war zudem das siebte Mal, dass er für den VfB die wichtige 1:0-Führung erzielte. Diese zu verteidigen war ab dem Beginn der zweiten Hälfte dann doch auch wieder Aufgabe von Waldemar Anton, der den angeschlagenen Rouault ersetzte.

Der Kapitän und seine Kollegen hatten ordentlich zu tun, da sich die Berliner nun deutlich besser gegen das Stuttgarter Kurzpassspiel stemmten. Dennoch baute der VfB seine Führung recht zügig aus.

Der inzwischen eingewechselt Deniz Undav hatte sich an einem Doppelpass mit Serhou Guirassy versucht. Der misslang zwar, doch der Berliner Klärungsversuch landete am Strafraumeck bei Chris Führich. Der Nationalspieler legte sich den Ball einmal vor, schaute kurz auf – und schlenzte die Kugel dann wunderschön ins lange Eck. 2:0 in Minute 65, der VfB war mal wieder auf die Siegerstraße eingebogen. Und war noch mehr im Vorteil, als vier Minuten später Andras Schäfer vom Platz musste. Nach einem groben Foulspiel hatte der Berliner Rot gesehen. „Die Art und Weise des VfB-Spiels ist extrem erfrischend“, lobte Union-Kapitän Rani Khedira, „da kann man sich viel abschauen.“

Der zehnte Bundesliga-Heimsieg der Saison geriet für die Weiß-Roten jedenfalls nicht mehr in Gefahr, weshalb der VfB und seine Fans nun vor einem genussvollen Wochenende stehen. Und wohl freudvoll auf die nächsten Spiele schauen. Es geht gegen die baden-württembergischen Kontrahenten TSG Hoffenheim (Samstag, 18.30 Uhr) und 1. FC Heidenheim (31. März, 17.30 Uhr). Sowie weiter um die Rückkehr in die Königsklasse.

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Erstellt:
8. März 2024, 23:30 Uhr
Aktualisiert:
9. März 2024, 20:06 Uhr

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