Weiterer Schritt in Richtung neue Schule

Siegerentwurf des Wettbewerbs um den Um- und Neubau der Conrad-Weiser-Schule sieht Kosten von rund 6,4 Millionen Euro vor

Ein Neubau, der sich an die Topografie des Geländes anpasst, eine überdachte Pausenfläche, ein behindertengerechter Zugang mit Aufzug und mehr: So soll die Conrad-Weiser-Schule nach ihrem Um- und Neubau aussehen. Dem Gemeinderat wurde in der Sitzung am Montag der Entwurf für die Baumaßnahme vorgestellt.

Ein helles Gebäude mit Platz zum Spielen und Chillen: So sieht der Entwurf des Architekturbüros Kamm aus Stuttgart die Conrad-Weiser-Schule in der Zukunft. Visualisierung: Kamm Architekten

Ein helles Gebäude mit Platz zum Spielen und Chillen: So sieht der Entwurf des Architekturbüros Kamm aus Stuttgart die Conrad-Weiser-Schule in der Zukunft. Visualisierung: Kamm Architekten

Von Silke Latzel

ASPACH. Aus dreimal Silber wurde jetzt einmal Gold: Ende September kürte das Preisgericht im Planungswettbewerb um die Erweiterung der Conrad-Weiser-Schule gleich drei zweite Plätze – denn auf einen klaren Sieger einigen konnten sie sich nicht (wir berichteten). Alle drei Architektenbüros wurden eingeladen, ihre Entwürfe zu überarbeiten, denn nachgebessert werden musste vor allem beim Brandschutz.

In der Gemeinderatssitzung am Montag konnte nun der vom Preisgericht gekürte Sieger seine Entwürfe den Mitgliedern des Gemeinderats vorstellen. Stefan Kamm, Architekt aus Stuttgart, sprach von einer komplizierten Aufgabe, die er und seine Kollegen bewältigen mussten, denn die Vorgaben der Gemeinde waren wohl nicht ganz leicht umzusetzen. Doch es sei nicht der erste Schulneubau, an dem sein Büro arbeite. Seine Pläne sehen einen zweigeschossigen Erweiterungsbau vor, der sich durch die abgestuften, dem Hang folgenden Geschosse gut in die Umgebung einfügt. „Außen kann das Gelände dann als eine Art Forum genutzt werden, mit Treppen, auf denen die Schüler sitzen können.“ Die Schulklassen sollen alle auf einer Ebene untergebracht werden, das Lehrerzimmer im Mittelpunkt liegen. Einer von zwei geplanten Schulhöfen soll in eine Halle umgewandelt werden, die den Charakter einer Aula haben könne und vielseitig nutzbar sei, so Kamm.

Brandschutzdefizite
sind jetzt alle beseitigt

Bemängelt am ersten Entwurf des Architekten wurde der Brandschutz. „Hier haben wir natürlich nachgebessert und unter anderem einen weiteren Fluchtweg eingefügt, sowie ein zusätzliches Fluchtreppenhaus“ Weitere Kritikpunkte – beengter Eingangsbereich und fehlendes Licht – wurden ebenfalls behoben. Zudem soll ein Aufzug alle Stockwerke barrierefrei erreichbar machen. Als „Herzstück des Obergeschosses“ sieht Kamms Entwurf die Bibliothek. Und durch die Hanglage des Neubaus können man in nördlicher Richtung von diesem Stockwerk direkt ins Freie. „Wir wollen die Topografie wirtschaftlich nutzen.“ Die Räume für die Fachklassen seien auf dem Dach geplant „sozusagen ,on top‘ mit einem tollen Ausblick auf die Umgebung.“

Der Bauablauf könnte laut Kamm wie folgt aussehen: Die Fassade des alten Schulgebäudes wird dort abgerissen, wo der Neubau anschließen soll und wird provisorisch geschlossen. Ist der Neubau dann fertig, können die Schüler umziehen. Und der Altbau kann saniert werden. „Die Eingriffe im Bestand sind dabei relativ gering.“

Insgesamt hat das Architektenbüro für den Um- und Neubau rund 6,4 Millionen Euro veranschlagt. Miteingerechnet sind dabei allerdings nicht die Kosten für die Sanierung des Altbaus, vor allem die energetische. Dass diese von der Gemeinde Aspach auf rund 400000 Euro geschätzt wird, sorgte für einiges Murren bei den Gemeinderäten – sie zweifelten an der Verlässlichkeit dieser Zahl. „Wir wollen hier natürlich nichts schönreden“, sagte Bürgermeister Hans-Jörg Weinbrenner, „aber wilde Spekulationen darüber, wie teuer die Sanierung dann am Ende wird, bringen jetzt ja nichts.“

Er appellierte noch einmal an seine Ratsmitglieder: „Sie setzen hier ein deutliches Zeichen: Die Schule, die mit dem Neu- und Umbau hier entsteht, wird nicht mehr die Schule sein, in die nur die Kinder gehen, die es nicht nach Backnang schaffen. Es geht darum, den Menschen klarzumachen, dass hier eine völlig neue Schule entsteht, sogar DIE Schule für Aspach. Denn es spricht in der Praxis absolut nichts gegen eine Gemeinschaftsschule, da sind nur private Vorbehalte“, so der Bürgermeister. „In Burgstetten und in Kirchberg wurde schon erkannt, dass die Conrad-Weiser-Schule eine gute Schule ist, jetzt müssen nur noch die Aspacher nachziehen.“ Dass man das Thema Schule nicht nur an der Zahl der Schüler aus Aspach festmachen soll, forderte Karlheinz Stäudle (SPD). „Bieten wir ein gutes Schulkonzept in einer Schule, die so gebaut wird, wie wir heute die Entwürfe gesehen haben, ist das eine positive Sache.“ Auch die Mitglieder anderer Fraktionen sahen das so.

Antrag auf Förderung liegt bereits
beim Regierungspräsidium

Da 6,4 Millionen Euro, ohne die Kosten für die Sanierung des Altbaus, für die Gemeinde nicht zu stemmen sind, wurden bereits Schulbaufördermittel vom Land Baden-Württemberg beantragt. „Wir sind momentan in Kontakt mit dem Regierungspräsidium, dort liegt unser Antrag. Sollte er genehmigt werden, kann der Gemeinderat im Frühjahr 2019 die Baumaßnahmen beschließen“, so Weinbrenner. Wie hoch diese Förderung ausfallen könnte, lasse sich jetzt noch nicht sagen. Peter Hanisch (CDU und Bürgerliche Wählerliste Aspach) merkte an, dass man „die Reißleine ziehen muss, wenn die Kosten für die Gemeinde am Ende zu hoch sind“. Abermals bat Weinbrenner, Spekulationen zu unterlassen, „denn wir müssen uns der Sache jetzt einfach strukturiert und fundiert annehmen und nicht gleich die Flinte ins Korn werfen wollen“.

Zum Artikel

Erstellt:
14. November 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Stadt & Kreis

„Auf Sicht fahren und Maß halten“

Die Aspacher Verwaltung bringt im Gemeinderat den Haushaltsplan 2021 ein. Zwar werden keine neuen Schulden aufgenommen, das Defizit beträgt aber 2,7 Millionen Euro. Die Bürgermeisterin fordert daher absolute Haushaltsdisziplin.

Stadt & Kreis

Tiefe Einblicke in die Seele Europas

Klaus Erlekamm beleuchtet in seinem Buch „Engagiert für Europa – Gedanken, Geschichte und Geschichten“ die Städtepartnerschaften Backnangs, die Arbeit der Europa-Union und der Heinrich-Schickhardt-Kulturstraße.