Landtagswahl Baden-Württemberg
Wer nach der Wahl wichtig wird
Noch ist es zu früh für eine Kabinettsbildung. Doch es kursieren Namen und es lohnt ein Blick auf die Vertreter von CDU und Grünen, die jetzt eingebunden sind.
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Das neue Führungsduo von Grün-Schwarz: Cem Özdemir und Manuel Hagel
Von Annika Grah und Bärbel Krauß
Nach der Wahlnacht steht zumindest mal eines fest: Grüne und CDU werden aller Voraussicht nach wieder eine Regierung zusammen bilden. Für Kabinettslisten ist es noch zu früh. Denn wer in der Regierung eine Rolle spielen wird, hängt auch davon ab, welche Partei welche Ressorts besetzt – das ist Teil der Verhandlungen und passiert meist am Schluss. Doch an der Aufstellung für die kommenden Wochen lässt sich ablesen, wer auch in Zukunft mitreden könnte.
Bisherige Minister der Grünen haben gute Chancen
Die Führungsrolle haben bei allen Gesprächen Cem Özdemir und Manuel Hagel. Bei den Grünen steht das Sondierungsteam. Neben Özdemir und Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz werden dem Vernehmen nach die Landesvorstandsvorsitzenden Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller in die Verhandlungen gehen. Außerdem stehen Finanzminister Danyal Bayaz, Umweltministerin Thekla Walker und der Innenpolitiker Oliver Hildenbrand als Sekundanten bereit.
Was mögliche Regierungsämter angeht, stehen die Zeichen auf Kontinuität. Ob grüne Ministerinnen wie Petra Olschowski, Theresa Schopper, Thekla Walker oder Finanzminister Danyal Bayaz bleiben können, hängt von der Ressortverteilung ab.
Hagel hält seine Karten bedeckt
Bei der CDU, deren Planungen für die nächsten Wochen auf Sieg ausgerichtet waren, wird nach der hauchdünnen Niederlage nach außen hin vieles auf Halt gestellt. CDU-Landeschef Manuel Hagel und Generalsekretär Tobias Vogt sind für alle Verhandlungen gesetzt. Darüber hinaus dürfte auch der nordbadische Bezirksvorsitzende Moritz Oppelt eine Rolle spielen, der maßgeblich am Wahlprogramm mitgearbeitet hat und zu Hagels Vertrauten zählt. Aber beim Tableau für Sondierungs- und Koalitionsgespräche hält Hagel seine Karten bedeckt.
Für das künftige Kabinett gilt das erst recht. Als wahrscheinlich gilt, dass Hagel seinen Machtanspruch auch durch Veränderungen in der Ministerriege festigen will. Klar ist, dass mehr Abgeordnete sich für ministrabel halten als Posten zu besetzen sein werden. Zusagen hat Hagel dem Vernehmen nach aber bisher nicht gemacht.
